Hirschhorner Friedhofswesen soll kostendeckend werden: Stadtverordnete beauftragen Ausarbeitung eines entsprechenden Konzepts

Mit zwei Tagesordnungspunkten zum Thema Friedhof hatte sich die Stadtverordneten-Versammlung auf ihrer vergangenen Sitzung zu beschäftigen: Ein SPD-Antrag als Auftrag an die Verwaltung will erreichen, dass das Friedhofswesen als Gebührenhaushalt bis zum Jahr 2020 möglichst kostendeckend gestaltet werden kann. Aktuell gibt es noch einen Zuschussbedarf von über 50.000 Euro im Jahr. Ein CDU-Antrag hatte einen konzeptionellen Ansatz und zielt auf die Anlegung eines gärtnergepflegten Grabfeldes ab, wie es bereits unter anderem in Schwetzingen mit Erfolg betrieben wird.

Dass es sich um zwei völlig verschiedene Themen handelt, hatte SPD-Antragsteller Max Weber schon vor Eintritt in die Tagesordnung deutlich gemacht und deshalb um die Behandlung in zwei unterschiedlichen Tagesordnungspunkten gebeten. Trotzdem gab es immer wieder die eine oder andere Vermischung, weil die Trennung nicht wirklich bei jedem angekommen war. Das führte zu einigen Unklarheiten, Missverständnissen und scharfen Wortgefechten.

In seiner Begründung führte Weber aus, dass das Defizit im Friedhofswesen zu großen Teilen aus allgemeinen Steuermitteln bestritten werde. „Personenspezifische Leistungen sollen nicht mehr von der Allgemeinheit finanziert werden“, forderte er – analog den kostendeckenden Haushalten bei Wasser, Abwasser und Müll. Deshalb soll die Verwaltung ein Konzept erarbeiten, wie in drei Stufen ab 2018 bis zum Jahr 2020 dieser Gebührenhaushalt ebenfalls ohne Defizit gestaltet werden könne. Der SPD-Fraktionschef wies darauf hin, dass man das Rad nicht neu erfinden müsse, da verschiedene Gemeinden in der Umgebung bereits in ähnlicher Form tätig geworden seien.

CDU-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Schilling verwies in seiner Begründung auf den bereits im Oktober 2014 gestellten Antrag, der erst ein ganzes Jahr später von der Verwaltung beantwortet worden sei. Nach wie vor sei man der Meinung, dass die Errichtung eines gärtnergepflegten Grabfeldes auf dem Ersheimer Friedhof Sinn mache. Die damalige Begründung, es würden ausreichend freie (Erd-)Grabstellen zur Verfügung stehen und es keine entsprechende Fläche dafür mehr gebe, ließ Schilling nicht gelten.

Seiner Argumentation zufolge geht es nicht um eine Friedhofserweiterung, „sondern um die Öffnung hin zu zeitgemäßen alternativen Bestattungsformen“. Gemeinden, die ein solches gärtnergepflegtes Grabfeld eingeführt hätten, verzeichneten eine große Nachfrage. Die Grabpflege für Angehörige sei „im Vergleich zu herkömmlichen Pflegeverträgen wesentlich kostengünstiger“. Dies gelte auch für Pflege und Unterhaltung des Friedhofs durch die Stadt.

Die nachfolgende Diskussion drehte sich um die Verteuerung bei kostendeckenden Beträgen, die Verfügbarkeit von Urnengräbern, die Abfallentsorgung im Friedhof, Friedwald-Angebote und anonyme Gräber. Der SPD-Antrag wurde im Anschluss einstimmig angenommen. Der CDU-Antrag soll im Haupt- und Finanzausschuss wieder auf die Tagesordnung kommen, wenn es um die erstellte Friedhofsneukonzeption geht.

Advertisements