Verabschiedung von „Mr. Doppik“: Der Leiter der Neckarsteinacher Finanzabteilung, Andreas Ockert, wechselt nach Gundelsheim

Ein Badener, der 16 Jahre in Hessen wirkte, geht im neuen Jahr nach Schwaben. Der Leiter der städtischen Finanzabteilung, Andreas Ockert, wechselt von Neckarsteinach ein paar Kilometer hinter die Spätzle-Grenze nach Gundelsheim, ebenfalls am Neckar gelegen. Ockert sorgte in Neckarsteinach ab 2009 für die Einführung der Doppik und erstellte eine der ersten eigenen Eröffnungsbilanzen. Er gilt im Odenwald als Experte für die neue „doppelte Haushaltsführung in Konten“.

Bürgermeister Herold Pfeifer sagte in seiner Laudatio, dass er den Scheidenden als sehr tüchtigen, gewissenhaften und kompetenten Kollegen schätzen gelernt habe. „Ich konnte mich stets auf dich verlassen“, meinte er. Pfeifer wünschte dem Limbacher für seine neue Arbeitsstelle viel Kraft, jede Menge Erfolg und einen guten Einstieg in die neue Tätigkeit, auch wenn Ockert dort in den vergangenen Monaten schon tageweise „hineingeschnuppert“ habe.

Erste Verwaltungserfahrungen sammelte Andreas Ockert im Rathaus seiner Heimatgemeinde Limbach im Neckar-Odenwald-Kreis. Dort ließ er sich im Dualen Studium zum gehobenen Beamtenberuf ausbilden. Er legte später die Staatsprüfung an der Hochschule für öffentliche Verwaltung in Kehl ab. 1995 wechselte Ockert nach Ilvesheim. Auf dem damaligen Weg zur Arbeit musste er zwangsläufig jeden Tag durch das hessische Neckarsteinach fahren.

„Vielleicht hat dir die Vierburgenstadt so gut gefallen, dass du ab August 2000 bei uns die Stadtkasse rettetest“, scherzte der Bürgermeister. Bei so viel Erfolg war es damals keine Frage, nach dem Ausscheiden von Wolfgang Fitz den „badischen“ Kassenleiter zum „hessischen“ Finanzabteilungsleiter zu machen.

Die größte Herausforderung Ockerts in seiner über 16-jährigen Neckarsteinacher Tätigkeit war die Umstellung der Rechnungsführung von der Kameralistik zur Doppik, zur kaufmännischen Buchführung. Als Ansprechpartner in Sachen „Odenwald-Doppik“ hat er sich vor allem bei den südhessischen Kommunen einen Namen gemacht und wird auch heute noch gerne bei kniffligen Fragen zu Rate gezogen.

Das notwendige Haushaltskonsolidierungskonzept, das die Stadtverordnetenversammlung 2016 verabschiedete, und die dabei geäußerte, auch persönliche Kritik hinterließen Spuren beim Finanzexperten. Ockert traf die Entscheidung, seine Zelte in Neckarsteinach abzubrechen, um sie neckaraufwärts wieder neu aufzuschlagen. In Namen der Beschäftigten wünschte Personalratsvorsitzende Petra Weiher alles Gute im neuen Lebensabschnitt. Mit einem Präsent, das dem Scheidenden ein wenig Entspannung mit seiner Familie bringen soll, verabschiedeten sich die Kollegen.

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