Die Außenarbeiten an der Rothenberger Sporthalle sind praktisch abgeschlossen

Als Ende der 1960er Jahre die Sporthalle auf dem Höhenrücken oberhalb des Ortes in Eigenleistung erbaut wurde, war er als junger Mann schon dabei. Und auch jetzt wieder, knapp 50 Jahre später, spuckte Hans Wieder aufs Neue in die Hände und trägt als Rentner seinen Teil dazu bei, dass das in die Jahre gekommene Bauwerk im kommenden Jahr in neuem Glanz erstrahlt. Dann hat die Gemeinde wohl eine knappe Million Euro ins Gebäude investiert. Hoffentlich „ad multos annos…“

Wieder ist mit seinem ehrenamtlichen Engagement beileibe nicht allein: „Den ganzen Abbruch haben wir selbst gemacht“, unterstrich Bürgermeister Hans-Heinz Keursten bei einem Vor-Ort-Termin die große Eigenleistung der örtlichen Vereine. Feuerwehr, Sportverein und MGV packten unter tatkräftiger Unterstützung der Bevölkerung mit an (und tun das auch jetzt noch im Umbau). Das war vor etwa zwei Jahren.

Immer samstags ist der Arbeitseinsatz. „Pro Termin sind um die zehn bis 15 Helfer aktiv“, freute sich der Bürgermeister über das Engagement. Und darauf sei man auch dringend angewiesen: „Ohne die vielen Eigenleistungen könnten wir den Kostenrahmen nicht halten“, betonte er. „Wahrscheinlich hätte uns die Sanierung sonst das Doppelte gekostet.“ Die verschiedenen Tätigkeiten, egal ob ehrenamtlich oder durch Handwerker ausgeführt, werden vor Ort von Karlheinz Braun koordiniert.

Die allgemeinen Sanierungs- und Verbesserungsarbeiten an der Halle laufen schon seit einigen Jahren, berichtete Keursten. Zuerst wurde das Dach erneuert und verstärkt, danach bekam die Glasfront Richtung Westen ein anderes Aussehen. Jetzt war der Sanitär-, Eingangs- und Umkleidebereich Richtung Osten an der Reihe. Er wurde zum einen modernisiert, zum anderen ausgedehnt. Der komplette Bereich wurde auf die Flucht des bisherigen Eingangs nach draußen gezogen. So entstanden insgesamt 400 Quadratmeter Fläche.

„Die 530 Quadratmeter große Sporthalle bekommt durch den Umbau einen völlig anderen Charakter“, sagte Keursten. Ein großes Plus seien die besseren, zeitgemäßen Sanitär- und größeren Umkleideräume. Dazu entstand ein neuer Mannschaftsraum für die Feuerwehr mit 70 Quadratmetern. Das komplette Konzept sei zusammen mit den drei Vereinen erarbeitet worden. „Jeder hat überlegt, was notwendig ist und sich zu einem guten Preis realisieren lässt.“

„Der Eingangsbereich ist jetzt mittig“, nannte der Bürgermeister einen weiteren Vorteil. Dies sei auch aus Fluchtweg-Aspekten wichtig. Zusätzlich wurde durch die Glasfront eine Art ebenerdiger „Tribünenbereich“ geschaffen, sodass der Zuschauerraum nicht wie in der alten Halle extra abgetrennt werden müsse. Der neue Mannschaftraum der Feuerwehr sei dann von der Halle her zugänglich und somit bei Bedarf auch von dort nutzbar.

Rechtzeitig vor dem Winter wurden die Außenarbeiten fertig. Bis auf eine Fluchttür, die vor dem Estricheintrag noch eingebaut werden soll, ist das Gebäude „dicht“, so dass nun es innen problemlos weitergehen konnte. Mit dem tatkräftigen Einsatz der Ehrenamtlichen hofft Keursten, dass man im ersten Halbjahr 2017 durch ist und dann das Ausweichquartier in der Hermann-Wilhelm-Halle Finkenbach nicht mehr benötigt wird. Am neuen Mannschaftsraum der Feuerwehr fehlt noch die Außen-Verplankung, die bei entsprechendem Wetter durch eine Fachfirma angebracht werden soll.

In der Halle selbst sind die seitlichen Holz-Prallwände inzwischen fertiggestellt. Das Dach wurde isoliert, die Hallendecke bekam eine LED-Beleuchtung und eine Deckenstrahlheizung, die das jetzige Arbeiten unter angenehmen Bedingungen ermöglicht. Für Festivitäten lässt sich die Glasfront links und rechts zum Vorraum hin öffnen. Fast alle Aufträge für den Innenausbau des komplett neuen Vorbaus sind laut Keursten vergeben. Estrich, Trockenbau und Verputzarbeiten sind unter Dach unter Fach, Fliesenarbeiten und Türen stehen noch an.

Um die komplett neue Elektrik kümmert sich Jürgen Bartmann mit seinem Sohn. Ein Hauptverteiler im Keller und drei Nebenverteiler in anderen Hallenteiler waren einzurichten – mit gefühlt Kilometern von Stromkabeln. Brandmelde- und Tonanlage wurden und werden laut Bürgermeister Keursten ebenfalls auf den neusten Stand gebracht. Außerdem laufen derzeit die Isolierungen und Verplankungen der Innenwände im Vorbau.

Dabei sind Handwerker-Aufträge und Ehrenamt direkt verzahnt, berichtete der Bürgermeister. Die Firma Sillak führte einerseits Arbeiten am Rohbau in Ständerbauweise durch, stellte andererseits benötigte Geräte zur weiteren Nutzung durch die Helfer unentgeltlich zur Verfügung – und Firmen-Mitarbeiter bringen sich in ihrer Freizeit in die Sanierungsmaßnahmen ein.

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