Aus der Stadtverordneten-Versammlung: Keine Bushaltestelle am Hirschhorner Campingplatz

Am Campingplatz in der Langenthaler Straße wird es keine Bushaltestelle in der Sommersaison geben. Bürgermeister Oliver Berthold beantwortete auf der vergangenen Stadtverordneten-Sitzung eine Anfrage des SPD-Mandatsträgers Thomas Wilken von Ende Juli dementsprechend. Dieser hatte mit Blick auf die Camper als touristische Zielgruppe angeregt, diesen eine gefahrlose und schnelle Möglichkeit zu geben, in die Stadtmitte zu kommen. Angedacht war dies für die Buslinie 685 zwischen Wald-Michelbach und Hirschhorn-Ersheim.

Berthold erläuterte mit Blick auf einen Ortstermin, dass die Verkehrsbehörde beim Kreis einer Einrichtung von Haltestellen im Bereich der Landesstraße 3105 auf Höhe des Campingplatzes Hirschhorn nicht zustimme. Die Stellungnahme werde voll inhaltlich vom Verkehrssachbearbeiter der Polizeidirektion Bergstraße geteilt. Beim Ortstermin wurde daneben laut Bürgermeister mitgeteilt, dass hinsichtlich der Notwendigkeit zur Einrichtung der Bushaltestellen kein Nachweis vorliege. Weder vom Betreiber des Campingplatzes noch von dem der Buslinie gebe es entsprechende Anträge.

Zudem seien im Stadteingangsbereich von Hirschhorn zwei in Gegenlage vorhandene Bushaltestellen eingerichtet. Diese lägen in zumutbarer Entfernung zum Campingplatz und seien über den bereits vorhandenen Gehweg gut zu erreichen. Eine Bushaltestelle im Außerortsbereich ist Berthold zufolge nicht unproblematisch, da die Fußgänger auf freier Strecke die Fahrbahn überqueren müssten und die Querungsstellen nicht gesichert seien. Daher könne bei Abwägung der Sachlage in Hinblick auf die Sicherheit des Verkehrsablaufes, insbesondere der Sicherheit der Fußgänger, zum jetzigen Zeitpunkt keine andere Entscheidung erfolgen.

Mit Blick auf den eigentlichen Wortlaut der Anfrage teilte Rathauschef mit, dass der Bus nicht die Zu- und Abfahrt zum Campingplatz nutzen und dann unterhalb der Straße gefahrlos halten könne. Denn wenn die Schranke vor der Platzeinfahrt unten sei, könnten davor haltende Fahrzeuge den Busverkehr behindern.

Ebenfalls auf eine Anregung des SPD-Parlamentariers Wilken geht ein Antrag der Sozialdemokraten zurück, der in leicht modifizierter Form von der Stadtverordneten-Versammlung einstimmig verabschiedet wurde. Demnach soll der Empfängerkreis der E-Mail-Adresse stavo@hirschhorn.de ausgeweitet werden. Die SPD sieht sie als wichtiges Instrument der Kommunikation zwischen Bürgern und Mandatsträgern. Die Fraktion wollte vermeiden, dass es mit dem Stadtverordneten-Vorsteher eine zentrale Stelle gibt, die über eine Weiterleitung der einzelnen E-Mails an die Parlamentarier allein entscheidet.

Hintergrund des Antrags war die Erkenntnis, dass Bürger mit dem Versenden an diese E-Mail-Adresse bereits voraussetzen, dass ihre Nachricht automatisch bei allen Stadtverordneten landet. Ein Kompromiss-Vorschlag der Fraktion Profil Hirschhorn fand dann einhellige Akzeptanz: Demnach werden E-Mails automatisch an Stavo-Vorsteher, Hauptamt und die Fraktionsvorsitzenden weitergeleitet. Wer außerdem noch die Nachrichten direkt und ohne Umwege bekommen möchte, kann sich in die Verteilerliste eintragen lassen.

Der Entscheidung vorausgegangen war eine intensive, engagierte und emotionale Diskussion. In der wurde wieder deutlich, dass die tiefen Gräben zwischen SPD und CDU nach der Kommunalwahl und dem Bürgermeister-Abwahlverfahren noch längst nicht zugeschüttet sind. Gegenseitiges Misstrauen und Vorwürfe beherrschten zum Gutteil die Szenerie.

(Bild: Odenwald-Campingpark)

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