Rothenberger Lärche ist ein Prachtstück der Eberbacher Nadelholz-Submission

Auf diese Lärche ist der Rothenberger Revierförster Reiner Grünberg besonders stolz: Elf Meter lang ist der verwertbare Teil, hat mehr als 80 Zentimeter durchschnittliche Dicke und ist damit in ihrer Baumklasse ein Prachtstück der Eberbacher Nadelholz-Submission. Ein weiterer kommt mit einer imposanten japanischen Schlossberg-Lärche aus Hirschhorn. An der Versteigerung beteiligt sich das Forstamt Beerfelden mit seinen verschiedenen Revieren mit weit mehr als 150 Festmetern (Fm) Douglasie und eben Lärche.

Etwa 16 Fm davon kommen aus dem Rothenberger Wald. 150 Fm wurden in einer Abteilung geschlagen, ganze sechs Stämme schaffen es an den Neckar, hebt Grünberg die Qualitätsansprüche der dortigen Veranstaltung hervor. Die jeweiligen Revierförster haben ihre besonderen Stämme schon längere Zeit im Auge. „Man muss Bäume auch stehen lassen können“, sagt er. Den Standort speichern und sie dann bei Bedarf suchen, um sie als „Schmankerl“ anzubieten.

„Ich habe schon einen Erlös im Kopf“, möchte der Rothenberger dafür gerne einen bestimmten Preis erzielen – den er aber noch nicht verrät. Dass der 180-jährige Baum, der als Einzelstamm alle anderen weit überragte, seine Liebhaber finden wird, steht außer Frage. Allerdings könne man bei Lärchen auch mal enttäuscht werden, weil sie nach Fällung doch nichts taugen, so Grünberg. „Das ist eine willkommene Abwechslung zum Alltagsgeschäft“, sagt er zur Teilnahme an der Versteigerung.

„Einem Förster geht da das Herz auf“, meint der stellvertretende Beerfelder Forstamtsleiter Ronny Kolb mit Blick auf die Jahresringe einer Douglasie aus dem Grasellenbacher Wald. Die passte mit ihren 18 Metern auf keinen Laster und musste vor dem Transport an den Neckar erst einmal geteilt werden. Dazu hat der Stamm noch einen Querschnitt von 84 Zentimetern. Beide Hölzer machen aber nur einen kleinen Teil des Submissionsangebots vom Beerfelder Forstamt knapp jenseits der Landesgrenze aus.

Wenn er über den gesamten Platz schaut, schwärmt Kolb von der Qualität der dort gelagerten Hölzer. Und von der Submission unter Platzchef Rüdiger Dehn als solcher, die seinen Worten nach zu den renommierten in Hessen und Baden-Württemberg zählt. An die 90 Festmeter kommen aus dem Überwald, das hessische Neckartal bei Hirschhorn ist mit 35, Rothenberg und Beerfelden mit jeweils 16 Festmetern vertreten.

„Die Waldbesitzer verdienen ihr Geld mit dem Tagesgeschäft“, sagt der Förster. Die Teilnahme an der Submission „ist das Sahnehäubchen“. Weswegen er zur Begutachtung der auf dem Eberbacher Festplatz angelieferten Stämme auch Forstwirtschaftsstudent Alexander Schmidt mitgenommen hat, der aktuell ein Praktikum beim Forstamt Beerfelden macht. Den Forstleuten geht es aber auch um einen ideellen Aspekt: „Wir wollen den Wert des Holzes verdeutlichen“, betont daneben Grünberg.

Zwar bedeutet die Versteigerung um einiges mehr Aufwand, als wenn das Holz in großen Mengen an die Holzverwerter verkauft werde, erläutern Kolb und Grünberg. Andererseits lassen sich bei der Submission auch ganz andere, viel höhere Preise erzielen. Die Lärche kommt in der Regel auf 80 Euro pro Festmeter, weiß der Forstmann. Mit guten Hölzern holt man in Eberbach aber durchschnittlich 300 Euro – mit Ausreißern nach oben. Bei der Douglasie, von der es ein größeres Angebot gibt, sind es etwa 250 Euro/Festmeter. „Bei diesen Preisen sind wir absolut zufrieden“, schmunzelt er.

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