Der Biber ist zurück in Finkenbach: Beim Rothenberger DRK-Seniorennachmittag blickte Bürgermeister Keursten zurück

Einen weiten Bogen vom örtlichen Kindergarten bis zur Oberzent-Fusion spannte Bürgermeister Hans Heinz Keursten bei seinem Besuch des DRK-Seniorennachmittags. Sein frei gehaltener Vortrag stieß auf viel Interesse bei den älteren Mitbürgern, die sich dort zu einer gemütlichen Runde mit Kaffee und Kuchen getroffen hatten. Alexander Link und Simon Dost unterhielten zwischendurch mit altbekannten Volksliedern und animierten erfolgreich zum Mitsingen.

50 Kinder besuchten aktuell die Kindertagesstätte, sagte der Bürgermeister. Rief diese Zahl schon ein kräftiges „Ah“ hervor, so folgte mit der zweiten ein ebenso lautes „Oh“ der Senioren. „Als ich vor 18 Jahren angefangen habe, waren es noch 85 bis 90“, so Keursten. Allerdings verzeichnete er seit einiger Zeit wieder mehr Nachfrage vor allem aus Rothenberg und Kortelshütte. „Die Menschen bekommen wieder mehr Kinder“, freute er sich.

War früher das Startbesuchsalter drei Jahre, so senkte es sich in den vergangenen Jahren stark ab. „Heute sind die meisten, die in den Kindergarten kommen, zwei“, manche sogar erst ein Jahr alt. Für die Jüngeren brauche man auch mehr Personal, betonte Keursten. Derzeit seien sieben Erzieherinnen, sechs aus Rothenberg und eine aus Brombach, sowie eine Praktikantin in der Kita Himmelsauge tätig, machte er die große lokale Verbundenheit der Beschäftigten deutlich.

Der Kindergarten wird laut Bürgermeister aktuell kräftig umgebaut. In der vergangenen Zeit waren Sanitäranlagen und Küche (für Erzieherinnen und Kinder) dran, derzeit „machen wir die Flure im Eingangsbereich“. Keursten bedauerte, dass es immer schwerer werde, Personal für die Kita zu finden, da der Arbeitsmarkt leergefegt sei. „Wer es sich aussuchen kann, geht nach Heidelberg oder Mannheim statt nach Rothenberg.“

Ein weiterer Punkt seiner Ausführungen war die „Großbaustelle Sporthalle“. Die neue „Nebenraumspange“, also der Vorbau, sei fast fertig. Nur die Außenwand des Feuerwehr-Mannschaftsraums sei noch zu erledigen. Und das müsse schnell gehen, schmunzelte der Rathauschef, da die Floriansjünger dort im März den Kreisjugend-Feuerwehrtag ausrichten wollten. Bei der Sanierung hätten alle mit angepackt, lobte er die große Gemeinschaftsleistung. „Wir hoffen, dass wir in Kürze fertig sind“, meinte Keursten. Das Gebäude auf dem Hügel sei dann „eine der schönsten Hallen im Umkreis“, meinte er stolz.

Direkt unterhalb befindet sich ein weiteres Schmuckstück, das neue Baugebiet Alt-Schulzenfeld. Es soll in diesem Jahr erschlossen werden. 40 Bauplätze gibt es dort, „34 sind noch zu haben“. Allen gemein ist ein herrlicher Blick auf die gegenüber liegenden Odenwaldhügel. Zwei Areale wurden bereits vorab bebaut, drei Grundstücke sind bereits verkauft.

„Das ist mein letzter Akt in Rothenberg“, machte der Bürgermeister deutlich, dass zum Jahresende 2017 seine Amtszeit endet. Und am 1. Januar 2018 die neue Stadt „Oberzent“ entsteht, in der Rothenberg aufgeht. Den zehnseitigen Grenzänderungsvertrag hatte er mitgebracht und äußerte die Hoffnung, „dass es keine große Änderungen mehr gibt“.

Das neue Wappen setzt sich seinen Worten zufolge aus den vieren der bisherigen Gemeinden zusammen. Es sei in rot-silber gehalten. Mit der 64760 gibt es eine neue Postleitzahl, so Keursten. Einige Straßennamen sind zu ändern, teilte er. Teilweise seien die Gespräche mit den Anwohnern schon gelaufen und es wurden neue Bezeichnungen gefunden. So wird die Friedhofstraße in Finkenbach zu „Am Finkenberg“. Rothenberg bekommt statt der Hirschhorner eine Odenwälder Landstraße und in der Raubach gibt es in Erinnerung an den berühmtesten Sohn des Dorfes einen Jockelweg. Für den Quellenweg in Kortelshütte und die Talstraße in Ober-Hainbrunn soll es noch Treffen mit den Anliegern geben.

Für den Schluss hatte sich Keursten noch eine amüsante Episode aufgehoben: „Finkenbach hat zwei neue Mitbürger“, sagte er. Nämlich ein Biberpärchen, das sich in den Bachauen bereits verewigt hat. Inzwischen wurde von den Tieren schon ein Baum gefällt und der Bach damit auf 100 Metern zu einem See umfunktioniert. Da dieses Gelände der Gemeinde gehört, „kann somit kein Grundstück von Anwohnern unter Wasser gesetzt werden“, schmunzelte er.

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