OWK Affolterbach wanderte durch malerische Schneelandschaften im Hinterbachtal

Eine naturkundliche Tageswanderung, die aufgrund der Wetterlage zu einer Tour durch die herrliche Winterlandschaft des Hinterbachtals wurde, bot der Odenwaldklub Affolterbach dieser Tage an. Historischer Widder, Raubacher-Jockel-Weg und Forsthaus „Saubuche“ waren Ziele der zwölf Kilometer langen Strecke, die mittags im Gasthaus „Raubacher Höhe“ ihren Abschluss fand. Es gab eine sehr positive Resonanz der Teilnehmer, die sich von den naturkundlichen Erläuterungen und der herrliche Umgebung angetan zeigten.

Da einige potenzielle Mitwanderer die morgendliche Fahrt durch den Odenwald über teils rutschige Straßen gescheut hatten, war die Gruppe überschaubar. Doch der Tenor war einhellig: Wer nicht dabei war, hat etwas verpasst. Wanderführer war Peter Assig, Naturschutzwart des OWK Affolterbach und Vorstandsmitglied des Naturschutzbundes in Fränkisch-Crumbach. Er zeigte den Teilnehmern den historischen Widder im Hinterbachtal, eine Wasserpumpe aus dem Jahr 1925.

Ein hydraulischer Widder, Stoßheber, Staudruck-Wasserheber oder Wasserwidder, ist eine wassergetriebene, intermittierend arbeitende Pumpe. Der Widder nutzt den Druckstoß oder Staudruck-Effekt, um einen Teil des Wassers, mit dem die Pumpe angetrieben wird, auf ein höheres Niveau zu heben. Er eignet sich besonders für Pumpaufgaben in der Nähe von Fließgewässern mit zum Betrieb ausreichendem Gefälle.

Für Landwirtschaft, Berghütten und Ferienhäuser, die in der Nähe von fließenden Gewässern liegen, werden zur Wasserversorgung gerne Widder benutzt. Meist handelt es sich um Anwesen in abgelegenen Gegenden, die weder an die öffentliche Wasserversorgung noch an das öffentliche Stromnetz angeschlossen sind (was früher in der Hinterbach und Raubach der Fall war).

Vom Parkplatz Hinterbachtal an der Kreisstraße 37 zwischen Ober-Ochönmattenwag und Finkenbach, östlich der Raubacher Höhe, ging es über den Raubacher-Jockel-Weg durchs Tal zu verschiedenen Biotopen. Vorbei am Forsthaus „Saubuche“ grüßte auf der Strecke das Konterfei des Odenwälder Originals auf verschiedenen Hinweistafeln. Sie erzählten amüsante Geschichten über den bekanntesten Sohn des Dorfes.

Seltene Gräser, Wiesenpflanzen, Wiesenvögel und Amphibien haben im Hinterbachtal ihren Schutzraum gefunden, zusammen mit einem malerischen kleinen Weiher, dessen Oberfläche zu Eis geworden war. Mit einem Schlenker an Olfen entlang und dem Gasthaus Spälterwald ging’s hinauf Richtung Höhe und ins andere Tal hinüber.

Das Naturschutzgebiet „Dürr-Ellenbacher Tal“ mit dem ehemaligen Forsthaus ist ein besonderes Juwel. Hier gibt es auch den ersten deutschen Waldlehrpfad. Normalerweise lassen Birken, Ginster, Wolfsmilch und Günsel einen leicht sumpfigen Boden erkennen, was aber durch den Schnee nicht wahrnehmbar war. Über die Raubacher Höhe führte die Straße dann zum gleichnamigen Gasthaus zurück.

Info: Weitere Touren in der näheren Region bietet der Odenwaldklub Affolterbach übers Jahr hinweg regelmäßig an. Mehr unter http://www.owk-affolterbach.de

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