„Historischer Blumenstrauß“ geht beim Neckarsteinacher Neujahrsempfang an Hans Schadenfroh

Die Überreichung des „Historischen Blumenstraußes“ an Hans Schadenfroh bildete den Höhepunkt des Neckarsteinacher Neujahrsempfangs, der im Bürgerhaus „Zum Schwanen“ stattfand. Nach dem Einläuten mit der Ortsschelle durch Bürgermeister Herold Pfeifer blickte dieser aufs Jahr zurück. Historisch tat dies Ulrich Spiegelberg aus der Nachbargemeinde Hirschhorn, der die Berührungspunkte zwischen beiden Städten beleuchtete. Grußworte gab es auch von den Vierburgenhoheiten. Für die musikalische Umrahmung sorgte Neubürgerin Laura Morweiser auf der Harfe.

Pfeifer begrüßte die Gäste zum traditionellen Neujahrsempfang der Stadt und des Heimat- und Kulturvereins. Er freute sich besonders, dass die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz der Einladung gefolgt war. „Hoffentlich wird’s nicht so schlimm, wie‘s schon ist“ stellte der Bürgermeister seinen Worten ein Bonmot von Karl Valentin voraus. „Am liebsten würde man das alles ja ignorieren, was derzeit in der Welt passiere“, meinte er. „Aber die Welt ist so, wie sie ist. Beeinflussen können wir manches wenig, auch wenn es uns nicht gefällt.“

Man solle aber immer trotzdem guten Mutes sein, „wenn wir nach vorne schauen“. Pfeifer wünschte von ganzem Herzen ein 2017, „das sich vielleicht doch mit unserer aller Hilfe anstrengen wird, für uns alle ein gutes Jahr zu werden“. Für die Vierburgenstadt wünsche er sich, auch im kommenden Jahr feststellen zu können: „Wir hatten wieder ein gutes Jahr, das wir gemeinsam gemeistert haben.“

Vierburgenkönigin Sophia, die mit Burgfräulein Sina ebenfalls teilnahm, wies auf die Schnelllebigkeit der heutigen Zeit hin. Sie riet dazu, sich keine Vorsätze zu machen, sondern Ziele zu setzen. Denn für Ziele könne man sich motivieren, diese gälten auch längerfristig noch bis ins kommende Jahr hinein. Vorsätze wiederum seien wiederum meist mit Verboten verbunden und würden sowieso „keinen Tag“ eingehalten. Man solle lieber das Leben „Tag für Tag, Jahr für Jahr“ genießen, meinte Sophia.

Der Heimat- und Kulturverein danke mit der Verleihung des Historischen Blumenstraußes Bürgern, die sich in besonderer Weise um das Gemeinwesen in Neckarsteinach verdient machten, sagte der Bürgermeister. „Die nicht immer nach der Stadt und dem Staat rufen, die Möglichkeiten gefunden haben, sich für unsere Stadt und unser unmittelbares Lebensumfeld einzubringen.“

Der Heimat- und Kulturverein wurde 1925 als Verkehrsverein mit 30 Mitgliedern gegründet, so Pfeifer. 1949 gab es einen Neubeginn als „Heimat- und Verkehrsverein“, dessen vorrangiges Ziel die Verschönerung und Erhaltung des Altstadtbildes, Pflege der Liebe zur Heimat und des Brauchtums, Erforschung der Heimatgeschichte und die Bestandsaufnahme des Zeitgeschehens wurde.

Der Verein bereitete im Jahr 1992 die 850-Jahr-Feier Neckarsteinachs vor, organisierte sie und war dadurch maßgeblich an der Durchführung beteiligt. 1993 initiierte er erstmals den Neckarsteinacher Burgensommer mit Serenaden-Konzerten, Kabarett, einer italienischen Nacht, einem afrikanischen Abend bis hin zum „Räuber Hotzenplotz“ für Kinder.

Der Verein beschaffte, erneuerte und renovierte daneben Ortswegweiser und Hinweisschilder für historische Gebäude und Anlagen im Rahmen des Altstadtrundganges. Neugestaltung des Nibelungengartens, Herausgabe mehrerer Bücher und Schriften um und über Neckarsteinach, Blumenschmuck an allen Ortseingängen oder Organisation der „Kleinen Buchmesse im Neckartal“, des Sommertagsumzugs oder des „Tag des Gastes“ sind weitere Betätigungsfelder.

Der heute Geehrte sei seit 1982, also 35 Jahre, Mitglied im Heimat- und Kulturverein und gehörte bis 1994 dem erweiterten Vorstand als Vertreter des Einzelhandels an. Seit 1979 sei der gebürtige Schwabe Hans Schadenfroh Bürger der Stadt, so Pfeifer. Im Turnerbund Neckarsteinach wirkte er lange Jahre an der Vereinsspitze. Ab 1994 führte er den Gewerbeverein, organisierte und leitete dabei den Weihnachtsmarkt, die 50-Jahr-Feier des Vereins, die Frühlingstage im Gewerbegebiet sowie die Maibaumaufstellung.

Es war laut Pfeifer nur folgerichtig, dass ein derart engagierter und in vielen Vereinen aktiver Mensch irgendwann einmal auch dazu beitragen wollte, die politischen Geschicke seiner Heimatstadt mitzugestalten. Seit dem Jahr 2011 gehöre Schadenfroh der Stadtverordnetenversammlung an. In Würdigung seines besonderen Engagements für die Menschen in Neckarsteinach bekam der vielfältig Tätige nun den „Historischen Blumenstrauß 2017“ überreicht. Für die Neubürger gab es zum Schluss noch eine kleine Willkommensgabe.

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