Das Ausprobieren macht den Schülern beim Experimentiertag an der Oberzent-Schule Beerfelden einen Riesenspaß

Alle sind sie mehr als konzentriert bei der Sache. Am einen Tisch wechseln die Farben einer Flüssigkeit in der Plastikflasche im Minutentakt, am anderen offenbart ein simpler Strich mit dem Filzstift sämtliche Regenbogenfarben. Am dritten schließlich kann die vielfältige Pflanzenwelt unterm Mikroskop in Augenschein genommen werden. Die Oberzent-Schule hatte die Viertklässler aus den Grundschulen ihres Sprengels zum Experimentiertag in den Naturwissenschaften eingeladen.

An einem Tag waren die Grundschüler aus Rothenberg mit ihrer Lehrerin Tatjana Seip und die aus Sensbachtal mit Angela Seip in Beerfelden, etwa 20 Kinder. An einem anderen kam die 35 Viertklässler der Grundschule in der Stried mit Klassenlehrerin Cornelia Gnauck und der stellvertretenden Schulleiterin Heike Hesse vorbei, um sich vom Chemiekurs der neunten Klasse von Ruth Leidinger Experimente aus Physik und Chemie zeigen zu lassen. Dabei war auch Chemielehrer Klaus Seeh, der Koordinator für den Übergang aufs Gymnasium.

Damit sich die Grundschüler gut an ihren Besuch in der Oberzent-Schule (OZS) erinnern, bekam jeder von Schulleiter Bernd Siefert ein „Forscherdiplom“ überreicht. Dazu durfte sich jede Klasse ein Spiel aus dem naturwissenschaftlichen Bereich aussuchen. Die Rückmeldungen bestärken die OZS in ihrem Angebot, das nun zum vierten Mal im Vorfeld des Schnuppertags durchgeführt wurde. Unter anderem „die Sensbachtaler Kinder waren total begeistert“, weiß Siefert.

Start des Besuchs ist immer mit einer kleinen Schulführung. Mensa und Tischkicker stoßen jedes Mal auf großes Interesse. Wie auch das Schwimmbad, das von vielen Schulen der Region wie Rothenberg oder Mossautal und darüber hinaus genutzt wird. Sogar von der Eugen-Bachmann-Schule in Wald-Michelbach, weil es im gesamten Überwald kein Schulschwimmbad mehr gibt.

Für die Kinder sind die Experimente im Chemieraum eine tolle Sache. Denn aus der Grundschule kennen sie das nicht, weil dort nicht die Geräte und Räumlichkeiten zur Verfügung stehen. Fasziniert beobachten die Viertklässler, wie durch Zugabe einer Chemikalie die Flüssigkeit ihre Farbe von blau über gelb zu grün wechselt. Oder sie bekommen den Unterschied zwischen Säuren und Basen erklärt und wie man einen Stromkreis herstellt.

Eifrig sind zwei Schülerinnen dabei, verschiedene Pflanzenproben herauszusuchen und unter dem Mikroskop anzuschauen. Von den Neuntklässlern erhalten sie dazu nützliche Tipps. Wie nach einem Strich mit dem Filzstift auf Papier die Farben in ihre Einzelteile zerlegt werden, ließ sich ebenfalls bestaunen. „Unsere Fachräume sind auf dem neusten Stand, um Schülerexperimente durchzuführen“, freute sich der Oberzent-Schulleiter.

„Wir wollen Berührungsängste abbauen“, erläuterte Siefert das Ansinnen der OZS. „Schule soll Spaß machen“ sei eine weitere Motivation. Wenn die Viertklässler erst einmal beim Experimentiertag waren, seien sie nicht mehr so zurückhaltend und „freuen sich, wenn sie beim Schnuppertag wiederkommen und dann schon Lehrer und Räume kennen“. Auch könne man auf diese Weise alle Schüler erreichen, da der Besuch des Schnuppertags zusammen mit den Eltern am 17. Februar freigestellt sei.

Die Überlegungen, einen solchen Tag zu veranstalten, „reichen schon zehn Jahre zurück“, so Siefert. Vor vier Jahren gab es gemeinsam mit der Grundschule Sensbachtal Überlegungen, wie sich ein Kennenlernen schon im Vorfeld des Schnuppertags organisieren ließe. Ruth Leidinger startete dann die Initiative zur Umsetzung, die von den Grundschulen „sehr gut angenommen wird“. Der Tag an der OZS „ist etwas Besonderes“, hat auch Siefert beobachtet.

Im mit Biologie in der fünften Klasse startenden naturwissenschaftlichen Unterricht „wird an den Experimentiertag angeknüpft“, sagte Siefert. Hier geht es dann zuerst um die Haustiere. Bei den entsprechenden Fachlehrern „sind wir gut aufgestellt“.

Info: Der Schnuppertag für die kommenden Fünftklässler findet am Freitag, 17. Februar, von 16 bis 19 Uhr an der Oberzent-Schule statt. Unter anderem können die Schüler der Jahrgangsstufe 4 neben dem „Erschnuppern“ des OZS die Arbeit am Computer ausprobieren, die Schulband anhören, andere Sprachen erleben, das Erasmus-Projekt kennenlernen, die Jeremy-Show sehen – oder eben experimentieren.

 

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