Keine stabile wirtschaftliche Basis: Hirschhorns Steak- und Burgerrestaurant DEBO 800° schließt zum 1. Februar für immer

Ein Schock für die Hirschhorner Gastronomie und die Gourmets aus der ganzen Region. Das Steak- und Burgerrestaurant DEBO 800° an der Neckarpromenade schließt zum 1. Februar seine Pforten für immer. Grund: zu wenig Gäste. Eine außerordentliche Gesellschafterversammlung der Altstadt plus beschloss am 24. Januar die Schließung. Das Gebäude soll veräußert werden. Diese Nachricht steht im Zusammenhang mit Entscheidungen des jetzigen Geschäftsführers Rolf van den Berg, der sein Amt in der Altstadt plus zum 28. Februar niederlegt.

„Das Restaurant hat es seit Eröffnung im Jahre 2013 nicht geschafft, eine stabile wirtschaftliche Basis zu erreichen“, so van den Berg. Vielmehr sei 2016 das schlechteste Jahr überhaupt gewesen, „noch schlechter als die Jahre zuvor“, so der Investor. „In der Saison verdient man in der Regel Geld“, aber Jahresanfang und -ende waren nicht zufriedenstellend, sodass sich das komplette Geschäftsjahr 2016 als „nicht gut“ darstellte. Dass man nun innerhalb einer Woche handelt, hat seinen Worten zufolge damit zu tun, dass sich auch in den folgenden Monaten keine Verbesserung abzeichne.

„Im Januar 2016 hatten wir 1000 Gäste, bis zum 20. Januar 2017 nur 400“, so van den Berg weiter. Daneben seien auch für die kommenden Monate noch keine bedeutsamen Reservierungen oder größere Veranstaltungen gebucht gewesen. „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende“, verdeutlichte der Geschäftsführer den Handlungsbedarf. Wenn es so schlecht aussehe, „ist jeder Zeitpunkt egal“. Denn für 2017 habe man keine Besserung mehr erwartet – auch nicht in der Form, dass die Altstadt plus noch bis Mai im Boot bleibe und erst dann die geplante Übertragung des Restaurants an die Mitarbeiter stattfinde.

Dass die wirtschaftliche Lage von DEBO 800° nicht rosig ist, zeichnete sich bereits im Laufe des vergangenen Jahres ab. Deshalb habe es bereits Gespräche im Vorfeld gegeben. Man habe noch das Dezember-Geschäft und den Komplettblick auf 2016 abgewartet, bis eine definitive Entscheidung fiel, sagte van den Berg. Diese Zahlen hätten aufgezeigt, „dass sich die wirtschaftliche Situation nicht so gebessert hat, dass das Geschäft stabil ist“.

Um diese Entwicklung abzuwarten bzw. klar zu sehen, hatte Rolf van den Berg bereits seinen geplanten Ausstieg als Geschäftsführer der Altstadt plus, die sich die wirtschaftliche Weiterentwicklung Hirschhorns auf die Fahnen geschrieben hatte, von Ende Dezember um zwei Monate nach hinten geschoben. Das DEBO 800° hatte in den vier Jahren seiner Bestehens begeisterte Reaktionen seiner Gäste erfahren und war mehrfach für seine besondere Küche gewürdigt worden.

Mit Ende Februar ist für ihn nun aber definitiv Schluss. „Die Altstadt plus wird liquidiert.“ Er werde Hirschhorn aber als Minderheitsgesellschafter der Kaffeemanufaktur und mit seinem Projekt für Seniorenwohnungen erhalten bleiben, sagte er. Van den Berg hatte vergangenen Sommer seinen Rückzug aus Hirschhorn und aus einigen seiner Projekte bekannt gegeben, nachdem es über soziale Medien Anfeindungen gegen ihn gegeben hatte.

Von der Schließung sind fünf Festkräfte und etwa zehn Minijobber betroffen. Die Gespräche mit den Mitarbeitern wurden laut van den Berg bereits geführt. Sie bekommen wahlweise einen Aufhebungsvertrag oder eine fristgerechte Kündigung. Der bisherige Geschäftsführer erläuterte daneben, dass es bereits Interessenten für das Gebäude gebe, die an einer weiteren gastronomischen Nutzung interessiert seien.

Die im Namen des Restaurant DEBO 800° ausgestellten Gutscheine können im Hirschhorner Kartoffelhaus, Hauptstraße 35, bis Jahresende 2019 eingelöst werden, heißt es in der Mitteilung. Und: „Wir bedanken uns bei allen Gästen und Freunde und bedauern diese Entscheidung sehr. Ein großer Dank geht an alle Mitarbeiter für Ihren unermüdlichen und professionellen Einsatz“, schreibt das Team von DEBO 800°.

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