Narrhallas Garden boten bei der Prunksitzung in Ober-Hainbrunn eine wunderbare Narren-Show

Was für eine Sause. Fast fünf Stunden lang prunkte sich die Narrhalla durch den Samstagabend. Als dann nach Mitternacht das schweißtreibende Programm endete, bedeutete das noch lange nicht das Ende. Bis in den frühen Morgen feierten die Narren in der Sporthalle unermüdlich weiter. Immer die Hymne auf Hainbrunn auf den Lippen, die das kleine Odenwalddorf in Sachen Ausgelassenheit sogar noch vor der Hochburg Mainz rangieren lässt. „Kaschper und die Lumbesäckel“ hatten den Song vor dem großen Finale angestimmt und begeisterte Mitsänger gefunden.

Überhaupt Begeisterung: Die kannte keine Grenzen während des närrischen Feuerwerks. Unter dem Motto „Hainbrunns bunte Narrenschar, Narrhallas Garden wunderbar“ hatten die Fastnachter aus dem Rothenberger Ortsteil alles aufgeboten, was sich an Talenten in den eigenen Reihen verbirgt. Denn das komplette Programm wurde mit einheimischen Kräften gestemmt, die dann oftmals in drei oder vier Rollen glänzten oder die Tanzbeine schwangen. 120 Aktive stehen bei den drei Prunksitzungen auf der Bühne – oftmals in wechselnden Rollen. Zusammen mit den 40 Helfern in der Sporthalle kommt so schon fast halb Hainbrunn zusammen.

Mehr als 300 Zuschauer zählen die Fastnachter pro Prunksitzung – an drei ausverkauften Terminen sind so über 1000 Gäste aus der näheren und weiteren Umgebung zu Gast. Die Hirschhorner Narren sind stets stark vertreten. Heddesbach, Beerfelden oder Sensbachtal machen in der Regel auch immer ihre Aufwartung. Den Weg aus dem Badischen nehmen die Eberbacher Kuckucke, die Urmel Neckarwimmersbach und die Zwingenberger auf sich. Auf sie wartet ein buntes Programm mit Garden, Tänzen, Sketchen und Büttenreden, bei dem der SV Narrhalla aus dem Vollen schöpfen kann.

Nach dem Einzug von Elferrat und Garden ergriff Narrhalla-Präsident Frank Flachs das Wort und begrüßte die zahlreichen Gäste. Alexander Friedrich und Jochen Sauter als neue Sitzungspräsidenten führen ironisch, scharfzüngig und aufschlussreich durch die Sitzung mit ihren 22 Programmpunkten. Aktive wie Karl-Heinz Werner oder Ralph Volk stehen schon seit den Anfangsjahren der Hainbrunner Fastnacht vor 34 Jahren auf der Bühne. Werner als „Herr Kall“ hatte Geschichten, die das Leben schrieb, parat. Arztbesuche oder Kabbeleien mit seiner Frau gehörten ebenso dazu wie die Erlebnisse der diversen Freunde.

Ein Klassiker ist Ralph Volk als „Schackeline“. Wie er in hautengem roten Kleid mit hohen Stöckelschuhen über die Bühne stakst, dazu voll geschminkt die eigene geschwundene Haarpracht mit wallender Perücke kaschiert, die Arme vielleicht mal wieder heißwachsen sollte, und dabei kräftig nach allen Seiten austeilt, erzeugt immer wieder begeisterten Applaus bei den Gästen. Seine/Ihre vier (inzwischen) verschiedenen Ehemänner waren nicht zu beneiden.

„Kasper und die Lumbesäckel“ als fetziges musikalisches Highlight sorgten zum Schluss dafür, dass das Stimmungsbarometer gleichmäßig im oberen roten Bereich blieb, wo es sich während der Sitzung schnell eingependelt hatte. Während die Große Garde der SV Funken eine tänzerische Höchstleistung hinlegte, suhlten sich „Der Äh und die Anna“ in den Niederungen der ehelichen Abneigung. Genüsslich warfen sich Anna Lähn und Marcel Schäfer Gemeinheiten an den Kopf, zogen sich gegenseitig durch den Kakao und konnten kein gutes Haar aneinander finden.

Jörg Heckmann hatte diverse Tipps zur Badtechnik parat, die den nächsten Aufenthalt auf dem stillen Örtchen sicher zum Erlebnis werden lassen. Was die „Dorfspatzen“ auf der Baustelle so alles trieben, trieb den Zuschauern ein ums andere Mal die Lachtränen in die Augen. Ralph Volk als Chef war angesichts der geballten versammelten Einfältigkeit nicht zu beneiden.

Die Bembelsänger mit Sombrero, die ein Hoch auf mexikanische zwischenmenschliche Anbahnungen anstimmten, waren ebenso eine Wucht wie Bauchredner Carsten Werner, der mit Drachenprinz Paul I. auf der Suche nach einer Prinzessin für die Bauchredner-Puppe war. Bei Annabel wurde er schließlich fündig. Nicht zu vergessen die Tanzdarbietungen. Ob Minigarde, Next Generation oder Funkenmariechen Janna Schwinn: Die Bühne wurde zum großen Showtempel.

Ritter der Kokosnuss, Der Schuh des Manitou oder eine Country und Western-Show: Das Männerquartett entführte unter lautem Gejohle in den Wilden Westen. Die „No Limits“ hatten ihren Schautanz zum Thema Bauarbeiter mit etlichen passenden Songs angereichert. „Bodo mit dem Bagger“ oder „Reiß die Hütte ab“ inklusive. „Rhythm Attack“ schließlich nahm sich mit dem Titel Froschkönig“ einer Neuauflage des Herzblatts an.

Jokus: Optisch und musikalisch auf höchstem Niveau präsentierten die „Crazy Girl“ den Schautanz „Cinderella“. Walt Disneys berühmte Märchen-Musical-Adaption wurde mit mitreißenden Songs und viel Witz auf die Bühne gebracht. „She works hard für the money“ von Loverboy, „Codo“ von der Deutsch-Amerikanischen Freundschaft (DAF) mit „Hässlich, ich bin der Hass“ oder „Sie ist weg“ von den Fanta 4 bauten Jochen Roland und Sonja Schreier als Betreuer zur Geschichte passend ein. Dazu noch aufwändige Kostüme für König, Mäuse, Hofstaat, Prinzessin oder Hofbarden – einfach Klasse.

Mitwirkende: Elferrat, Minigarde, Jungspatzen, Next Generation, Funkenmariechen Janna Schwinn, Seppl Denner, Happy Feet, Bembelsänger, Jörg Heckmann, Tanzfieber, Karl-Heinz Werner, Crazy Girls, No Limit, Dorfspatzen, Tanzquartett, Anna Lähn und Marcel Schäfer, Große Garde SV-Funken, Ralph Volk, Rhythm Attack, Carsten Werner, Männerballett Biergorgler, Kaschper und die Lumbesäckel. Bühnenteam: Angelo Helm, Jörg Heckmann, Nicolai Tauber und Thomas Klein.

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