Ihre ausdrucksvolle Stimme lässt aufhorchen: Die 21-jährige Sofia Glaser aus Beerfelden ist schon lange der Musik verbunden

Mit einer ausdrucksvollen Stimme lässt sie gleich bei den ersten Takten aufhorchen. Die Gespräche verstummen, die Blicken wenden sich nach vorn, wo Sofia Glaser ihr Equipment aufgebaut hat. Das ist nicht viel. Zwei akustische Gitarren, Verstärker, Loop und eine Lautsprecher-Box. Mehr braucht die die 21-Jährige aus Beerfelden nicht um loszulegen. Gitarre und vor allem Gesang reichen ihr völlig. Mit beidem bestreitet sie ihre Klubkonzerte und spricht damit ihr Publikum unverwechselbar an.

Wie auch letztens in der Kneipe „Tante Pollys“ in Hirschhorn. Der Opener „Talking about revolution“ von Tracy Chapman ist wie geschaffen für Sofia. Klang- und druckvoll klingt die rauchige Stimme, dringt bis in den hintersten Winkel. Eigentlich wäre ein Mikro fast unnötig angesichts ihrer raumfüllenden Stimme. Eine andere starke Frau der Rockmusik, Melissa Etheridge, ist mit dem Stück „The different“ ebenfalls vertreten und findet sich 1:1 in der Power wieder.

Aber auch deutsche Songs von Ina Müller oder Philipp Poisel gibt es in ihrem weitgefächerten Programm. „Ain‘t nobody“ ist dann wieder so ein Kracher, bei dem Sofia Glaser mit allen Facetten ihres wandlungsfähigen Organs glänzen kann. Mit geschlossenen Augen steht dann nicht eine junge Frau auf der Bühne, die sich immer mehr musikalische Sporen verdient, sondern eine altgediente Rockröhre, die frei ‘raus ohne jegliches Lampenfieber 1000 Mal gespielte Songs performt.

Sofia Glaser ist die Tochter des Fotografen-Ehepaar Sonja und Udo Glaser aus Beerfelden. „Musik mache ich eigentlich schon immer“, erzählt sie. „Gitarre habe ich mir selbst auf der zwölfsaitigen Gitarre meines Vaters beigebracht.“ Die ersten Auftritte gab es dann mit der Mädels-Band „Optimisten“, die sich an der Oberzent-Schule gegründet hatte. Dazu zählten neben ihr die ebenfalls aus der Stadt am Berge stammenden Tabea Hartmann, Elena und Rebecca Reinhard. Anfangs spielte Sofia Glaser dort Schlagzeug. „Mit der Zeit haben wir angefangen, die Instrumente einfach durch zu wechseln“, erinnert sie sich.

2009 machte die damals 14-Jährige beim Gesangstalent im Michelstadter Hüttenwerk mit. „Daraufhin bin ich zusätzlich zu den ‚Optimisten‘ noch in die Band ‚Second Wave‘ gekommen“, war schon damals der Erfolg vorgezeichnet. Zusätzlich fing Sofia Glaser damit an, kleine Akustik-Duo/Solo-Projekte aufzuziehen. Und sie war des Öfteren in Lampertheim und Bürstadt bei Live-Jams dabei.

Im vergangenen Jahr wohnte Sofia in Bayreuth und studierte dort zwei Semester Biologie. In dieser Zeit spielte sie bei der Band „The Defcons“ mit. Mit dieser Gruppe wurden eigene Lieder geschrieben und performt, „wir haben nicht gecovert“. Unter anderem gab es auch einen Auftritt auf der Landesgartenschau in Bayreuth.

Aktuell zieht es die 21-Jährige nach Heidelberg. Sie wird dort im Oktober anfangen, Gerontologie, Gesundheit und Care sowie Spanisch auf höheres Berufsschul-Lehramt zu studieren. Den entsprechenden beruflichen Hintergrund im Gesundheitsbereich sammelt sie bereits seit 2011 mit der Tätigkeit im Eberbacher Haus der Pflege „Lebensrad“. Seit November ist sie auch im Hüttenwerk aktiv und trat dort vor kurzem ebenfalls mit ihrem Soloprogramm auf.

„Zurzeit bin ich hauptsächlich solo mit meiner Gitarre unterwegs“, erzählt Sofia. Seit neustem gehört zum Equipment noch eine Loop-Station. „Ich werde mich auch etwas auf Hochzeitsgesang konzentrieren“, blickt sie in die Zukunft. Denn es sei schön, Brautpaare an solch einem bedeutsamen Tag zu begleiten und etwas Schönes dazu beizutragen. „Ein neues Band-Projekt wird für mich in naher Zukunft beginnen“, deutet sie an, ohne zu viel verraten zu wollen. „Ich freue mich darauf, wieder mit einer Band auf der Bühne zu stehen“, meint die Sängerin.

Auch wenn sie selbst ebenfalls Lieder schreibt, spielt sie live hauptsächlich Cover-Stücke. „Meine Favoriten wechseln oft“, so Sofia, aber die Sängerin Tin Dico hat es ihr angetan. „Ihre Texte finde ich alle durchweg sehr gut geschrieben.“. So laute ein Refrain des Songs „Count to ten”: Sometimes the fastest way to get there is to go slow. Seit sie selbst Lieder schreibe, „achte ich sehr auf die Texte von den Liedern“, hebt Sofia hervor.

 

„Zu meinem eigenen Lied ‚Fernweh‘ habe ich einen speziellen Bezug“, erzählt Sofia Glaser. Sie habe es vor fünf Jahren geschrieben. „Und es begleitet mich bis heute.“ Weil es ihren Worten nach darum geht, dass man auf Reisen geht, um sich selbst wiederzufinden, um unbekannte Länder, unbekannte Kulturen zu entdecken und auf unbekannten Wegen unterwegs ist. „Egal wo ich bin, habe ich immer ein bisschen Fernweh und die Lust, Neues zu entdecken.“

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