Stopp der AvD-Histo-Monte in Hirschhorn: Walter Röhrl röhrte mit dem Audi quattro heran

Wenn gestandene Männer glänzende Augen bekommen, dann kann das zwei Gründe haben: Modelleisenbahnen oder Auto-Oldtimer. Von daher war der Auftrieb am Hirschhorner Mitteltor nachvollziehbar, als dort die AvD-Histo-Monte Station machte, bei der chromblitzende alte Vehikel, bestens in Schuss gehalten, die Fußgängerzone passierten. Allen voran und für Autogramme dicht umlagert: Rennfahrer-Legende Walter Röhrl in seinem Audi quattro, der bereitwillig an der Seite parkte und den Stift zückte.

Ähnlich begehrt war auch der Schriftzug von Kabarettist Urban Priol, der ein paar Autos dahinter mit seinem Schmuckstück von altem BMW 2000 tilux an der Menschentraube vorbeirollte. In Hirschhorn fand eine sogenannte Durchfahrtkontrolle statt. Die Fahrzeuge stoppten kurz und holten sich eine Eintragung ins Bordbuch ab, ehe sie ihre Fahrt in Richtung Süden, zum Tagesziel Freiburg, fortsetzten. Von dort ging es dann weiter über die Alpen. Zuvor hatte es Marschverpflegung bereits auf der Höhe zwischen Beerfelden und Rothenberg am Trimm-dich-Pfad gegeben.

Die Begeisterung über die PS-starken Geschosse kannte bei den Zuschauern keine Grenzen. So manch einer hätte gerne den einen oder anderen Wagen in seiner Garage stehen. „Ich freue mich, die alten Prüfungen bei der AvD-Histo-Monte nur zum Spaß und ganz ohne Stress zu befahren“, so Röhrl. „Was die Gleichmäßigkeitswertung angeht, habe ich keine Ambitionen auf ein gutes Ergebnis. Ich will die Fahrt einfach genießen.“ Schrieb nochmal seinen Namen auf das Tourprogramm, drehte den Schlüssel wieder herum und fuhr weiter.

Der zweifache Rallye-Weltmeister feierte ein Wiedersehen mit zahlreichen traditionellen Prüfungen der Rallye Monte Carlo, die Röhrl in den 80er Jahren vier Mal gewann. Sein Fahrzeug komplettierte die Reise in die Vergangenheit: Röhrl fuhr genau wie bei seinem letzten Monte-Triumph im Januar 1984 einen Audi Quattro, der als „Winterauto“ komplett neu aufgebaut wurde. 1972 und 1983 kam der Rennfahrer schon einmal durch die Region.

In Röhrls und Priols Windschatten nahmen drei weitere VIP-Fahrer das 25. Jubiläum der AvD-Histo-Monte in Angriff. Der siebenfache Deutsche Meister und zweifache Histo-Monte-Sieger Matthias Kahle pilotierte traditionell den „Porsche des Ostens“ – einen von Skoda eingesetzten Škoda 130 RS.

Ihre Rallye-Premiere feierten zwei Motorrad-Asse: Esteve „Tito“ Rabat, 2014 Moto2-Weltmeister und 2016 „Rookie of the Year“ in der MotoGP, tauschte seine Honda für vier Tage gegen ein historisches Rallyeauto ein. Auf dem Beifahrersitz des Katalanen nahm Stefan Prein Platz, der „Riding Coach“ des Marc VDS Racing Teams. Prein ist auch kein Unbekannter, der Wuppertaler wurde auf zwei Rädern zwei Mal Deutscher Meister und fuhr von 1988 bis 1995 ebenfalls in der Motorrad-WM.

Zusätzlich zu den „Promis“ nahmen über 80 ambitionierte Gleichmäßigkeitsfahrer die 1730 Kilometer lange Fahrt von Frankfurt in den Hafen von Monte Carlo auf sich. Ihre Autos boten faszinierende Einblicke in die Geschichte des Automobils. Die Zeitreise begann mit einem 60 PS starken VW Käfer aus dem Jahr 1954 und endete mit einem allradgetriebenen Subaru Impreza WRX STI von 1995.

Dazwischen tummelten sich automobile Klassiker aus fünf Jahrzehnten wie der „Buckel-Volvo“ PV544, BMW 2002, Opel Ascona sowie diverse Porsche-Modelle. Dazu gesellten sich automobile Raritäten, die man selbst in Oldtimer-Kreisen selten zu Gesicht bekommt: ein zwei Meter breiter und zwei Tonnen schwerer Oldsmobile Delta 88 sollte die Alpenpässe ebenso bezwingen wie das erste in Großserie gebaute Maserati-Modell namens 3500 GTI oder der mondäne Jaguar Mk 2.

„Zum 25-jährigen Jubiläum wollten wir die beste AvD-Histo-Monte aller Zeiten auf die Beine stellen und es ist uns gelungen“, strahlte Rallyeleiter Peter Göbel. „Mit dem 2057 Meter hohen Col du Lautaret und der Eisrennstrecke von Serre Chevalier setzen wir bei der Streckenführung neue Highlights, die Fahrzeuge sind noch einmal spektakulärer als in den vergangenen Jahren.“ Mehr Bilder hier: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.1405556516155160.1073741990.100001024761983&type=1&l=b8769d5211

Über die AvD-Histo-Monte

Die AvD-Histo-Monte ist eine der anspruchsvollsten und faszinierendsten Gleichmäßigkeitsrallyes Europas. Die viertägige Reise in den Hafen von Monaco ist den früheren Sternfahrten der Rallye Monte Carlo nachempfunden. Die Teilnehmer absolvieren rund 1800 Kilometer auf wunderschönen Straßen und werden durch bekannte Sonderprüfungen oder die typischen Monte-Bedingungen mit Eis, Schnee, Regen und Sonnenschein immer wieder daran erinnert, dass sie auf den Spuren der „Mutter aller Rallyes“ wandeln. Startberechtigt sind bei der AvD-Histo-Monte alle Oldtimer und Youngtimer bis Baujahr 1995. Die 1993 gegründete Gleichmäßigkeitsrallye feiert 2017 ihr 25-jähriges Bestehen.

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