Versammlung des gemischten Chors Finkenbach: Wie soll es mit der Bockskerwe weitergehen?

Mit einem bewährten Vorstandsteam um den Vorsitzenden Rainer Maurer geht der gemischte Chor Finkenbach in die kommenden drei Jahre. In der zweistündigen Versammlung wurden die Weichen für die Zukunft des Vereins gestellt. Dass diese aber unter schwierigen Bedingungen stehen wird, wurde ebenfalls deutlich. Die Ausrichtung der Bockskerwe steht zur Disposition, auch sorgt die Altersstruktur für immer mehr Schwierigkeiten, Sänger und Helfer zu finden.

Dennoch fiel Maurers persönliches Fazit für 2016 aus zwei Gründen positiv aus. Dank dem Chorleiter-Team Karlfried Schicht und Uschi Egler zeichneten sich die Chorproben durch eine Lebendigkeit aus, „die noch vielen nach altem Modell arbeitenden Chören abgeht“, sagte er. Das merke man zum einen durch die Sicherheit bei den diversen Auftritten, zum anderen aber auch in der lockeren Stimmung bei den Chorproben. Der Chor hatte seinen Worten zufolge acht Termine bei befreundeten Vereinen. „Deren Rückmeldungen zu unseren Liedbeiträgen und der Art unseres Auftritts waren ausschließlich positiv“, freute sich der Vorsitzende.

Nach dem Kassenbericht von Monika Menges und dem der Kassenprüfer wurde die Entlastung des Vorstandes beantragt. Diese erfolgte einstimmig. Bei der Neuwahl des Vorstands ergab sich gegenüber der letzten Amtsperiode nur eine Änderung. Schriftführer Jürgen Schubert legte seinen Posten aus Altersgründen nach über 20 Jahren nieder. Sein Nachfolger ist Gert Menges. Wiedergewählt wurden Vorsitzender Rainer Maurer, zweiter Vorsitzender Karl Baum, Rechnerin Monika Menges, Beisitzer Ursula Egler, Heinrich Fischer, Monika Flick, Marion Honnen und Hannelore Kehrer.

Breiten Diskussionsraum nahmen zwei Themen ein: die Präsentation des Chors in Finkenbach und die Ausrichtung der langjährig durchgeführten Feste. Mit den ortsansässigen Vereinen soll abgeklärt werden, ob sich der Chor bei deren Festen oder Feiern mit Liedbeiträgen präsentiert. Hierzu gab es unterschiedliche Meinungen. Denkbar ist laut Maurer das Angebot einer „offenen“ Singstunde für die Bürger mit gleichzeitiger Präsentation des Chor-Repertoires.

Grillfest und Weihnachtskonzert sollen wie bisher beibehalten werden. Aus Gründen der Arbeitsbelastung und der ungünstigen räumlichen Struktur der Hermann-Wilhelm-Halle standen einige Mitglieder der Ausrichtung der Bockskerwe negativ gegenüber. Der Vorstand verdeutlichte, dass die Bockskerwe eine lange Tradition habe und Lösungen gesucht werden sollten. Es wurde angeregt, die Mitwirkung der anderen örtlichen Vereine (HVV, Feuerwehr, Fußballverein) zu prüfen oder eventuell gemeinsam einen Kerweverein ins Leben zu rufen, der sich ausschließlich einmal jährlich mit der Durchführung der Kerwe befasst. Dies werde in Kürze geprüft, so Maurer.

In seinem Bericht erwähnte Maurer tief betroffen, dass Vereinswirtin Elisabetha Hering verstorben sei. Die Nachricht vom Tod Manfred Schmidts, der 40 Jahre im Vorstand, davon 1985 bis 2001 als Vorsitzender, tätig war, schockierte. „Was die Mitgliederzahl angeht, so treten wir weiter auf der Stelle“, so Maurer. Von 27 aktiven Sängern erreichten 2017 allein 13 den 70. Geburtstag oder sind bereits älter. Der Altersdurchschnitt liege bei 70 Jahren. Nicht nur das Alter, sondern auch der Gesundheitszustand einiger Mitglieder mache sich beim Besuch der Chorproben bemerkbar. „Wir sollten trotzdem weiter machen wie bisher und uns im Rahmen unserer Möglichkeiten auf den bewährten Gleisen bewegen“, so Maurer.

In seinem Streifzug durch das Jahr 2016 nannte er das Benefizkonzert in Beerfelden, Einladungen befreundeter Vereine nach Schöllenbach, Gammelsbach, Hetzbach, Affolterbach, Igelsbach und Olfen. Großen Anklang hätten die verschiedenen Potpourris und der ewige Hit „The Lion sleeps tonight“ gefunden. An ausgerichteten Veranstaltungen erwähnte der Vorsitzende das Grillfest, die Bockskerwe und das Adventskonzert.

In seinem Ausblick kam Maurer auf mehrere Termine zu sprechen. So der Liederabend in Erlenbach Ende März, am 1. April das Wertungssingen des Sängerkreises Neckartal in Unter-Schönmattenwag und eine Einladung nach Würzberg. Zurzeit befasst sich der Klangkörper mit dem „Dschungelbuch-Medley“ in Anlehnung an den gleichnamigen Film von Walt Disney.

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