In Falken-Gesäß und Leonardshof: Bei der Hausnummernsortierung gibt es Kraut und Rüben

Die Hausnummern-Sortierung im Leonardshof oder die Häuserzuordnung zu Straßen in Falken-Gesäß sind eine wahre Pracht. Da gibt es an einer Stelle die Nummern 14 bis 16, ganz woanders dann die 10, gefolgt von der 34. Ein Haus an der Unteren Ortsstraße ist aber von der Hausnummer her der Oberen zugeordnet. Ganz zu schweigen von Straßenbezeichnungen, die teilweise verschlungen und nicht nachvollziehbar sind.

Wie Christian Kehrer vom Kommunalservice Oberzent und Bürgermeister Gottfried Görig auf der Ortsbeiratssitzung erläuterten, besteht im Rahmen der Fusion zum 1. Januar die einmalige Gelegenheit, solche über die Jahrzehnte und Jahrhunderte wild gewucherten Straßen und Hausnummern zu entwirren und Ordnung zu schaffen.

Kehrer sagte, dass es in Falken-Gesäß im Gegensatz zu anderen Orten keine Namensdopplungen gebe. Jedoch könnte man Häuser anderen Straßen zuordnen oder sogar für bestimmte Abzweigungen neue Straßennamen schaffen. Als Beispiel führte er sein eigenes Beispiel aus Finkenbach an. Dort stehen vier Häuser in einem Stichweg der Wetterbergstraße. Die Anwohner beschlossen nun, aus diesem „Am Wetterberg“ zu machen.

Eine „katastrophale Nummerierung“ gebe es im Leonardshof. Vor allem mit Blick auf die Rettungsdienste, aber auch wegen Brief- und Paketzustellung, sei es ratsam, hier Ordnung zu schaffen. Das Thema werde derzeit in der Verwaltung aufgearbeitet. Wobei es letztendlich an den Bürgern selbst liege, dieses in die Wege zu leiten. Allerdings habe die Stadt im Rahmen der Gefahrenabwehr eine Zwangsmöglichkeit. „Jetzt sind Änderungen möglich“, betonte Kehrer. Über das Für und Wider gab es anschließend eine angeregte Diskussion.

Ortsvorsteher Manuel Schwinn wies auf das Chaos rund ums Schulhaus mit der unklaren Zuordnungen bei Unterer und Oberer Ortsstraße hin. Aber auch der Postweg ist ein potenzieller Kandidat. Hier könnte es Sinn machen, ein paar Häuser der „Raudelle“ zuzuordnen. An anderen Stellen machte Kehrer deutlich, dass das eine oder andere Gebäude in einer anderen Straße besser aufgehoben wäre, weil logischer.

Aus der interessierten Bürgerrunde wurde daneben mit Blick auf den Namen Oberzent darauf hingewiesen, dass es schon seit Jahrzehnten eine Schule und eine Halle mit dieser Bezeichnung gebe. Und inzwischen 16 Vereine und Institutionen, die den mittelalterlichen Gerichtsbezirk aufgenommen hätten, so Kehrer. Die losgetretene „unsägliche“ Namens-Diskussion verglich Ortschaftsrätin Bernhild Hofherr mit den gerufenen Geistern aus Goethes Zauberlehrling.

Aktuell sei gerade eine Homepage für die neue, fusionierte Stadt in Vorbereitung, erläuterte der KSO-Projektleiter. „Wir müssen es jetzt in Angriff nehmen, einen neuen Namen richtig publik zu machen.“ Denn ab dem 1. Januar 2018 werde man nicht nur in Hessen, „sondern bundesweit als jüngste Stadt Deutschlands Beachtung finden“. Laut Kehrer sollte man nicht Vergangenem hinterher rennen, „sondern in die Zukunft blicken“.

Bürgermeister Görig ergänzte, dass sich auch nach der Gebietsreform Anfang der 70er Jahre die Identifikation mit dem Heimatort nicht änderte. „Ein Airlenbacher blieb ein Airlenbacher“, meinte er. Das sei jetzt nicht anders. Vielmehr sei der Dachname Oberzent „im Odenwaldkreis ein Begriff“. Von den bisherigen, weiteren Vorschlägen habe ihn keiner überzeugt.

Advertisements