Die Tributeband „Bounce“ lässt beim Konzert im Michelstadter Hüttenwerk Bon Jovi manchmal alt aussehen

Am Ende werden sie frenetisch gefeiert wie die Originale. Weit über 200 Fans im dicht gedrängten Hüttenwerk wollen ihre Helden nicht mehr ziehen lassen, erklatschen sich weit nach Mitternacht noch Zugabe um Zugabe. Kein Wunder: Was die Bon-Jovi-Tributeband „Bounce“ bei ihrem Gastspiel ablieferte, war so nah am Original, dass da kein noch so dünnes Blatt mehr dazwischen passte.

Allen voran Sänger Oliver Henrich, der sich ab und zu auch die zweite Gitarre schnappt. Er singt, ohne jetzt Jon Bon Jovi zu nahe treten zu wollen, fast noch besser als das große Vorbild, beherrscht charismatisch die Bühne, animiert die nur zu gerne zu begeisternden Gäste und verausgabt sich so total, dass er zum Schluss schweißgebadet, mit klatschnassen Haaren die Welthits einen nach dem anderen exzessiv performt.

Und wie: Quer durch alle Oktaven, mit den typischen Bewegungen des Bandfrontmanns, in allen Höhe und Nuancen, mit Reibeisen- und sanfter Stimme beherrscht er die Songs von den „kleinen Anfängen“ der US-amerikanischen Rockband bis hin zu den stadionfüllenden Welthits, die der Gruppe einen Kultstatus verliehen. Live kommen selbst die Balladen energiegeladen, kraftvoll, mit viel Power rüber. Nichts ist von den weichgespülten Rockern bemerkbar, als die sich die Originale manchmal geben.

Henrich gibt inmitten des vollen, satten Sounds und der perfekt durchgestylten Lichtshow den Showman par excellence. Mit aufgeknöpftem Hemd, Halskette und dem deutlich sichtbaren Bizeps sorgt er dafür, dass vorn an der Bühne etliche Bewunderinnen stehen. Die aber bekommen neben der Optik auch einen zu hören, der es stimmlich absolut drauf hat. Augen zu und man befindet sich in der riesigen Arena.

Ein absoluter Knaller ist „Runaway“, das inzwischen auch schon mehr als 30 Jahre auf dem Buckel hat. Kaum hat Keyboarder Johannes E. Brunn die ersten charakteristischen Töne angestimmt, geht ein Jubel durch die Menge, gibt es kein Halten mehr. Wie überhaupt die Hits der US-Boys lautstark mitgesungen, mitgeklatscht werden. Henrich muss kaum animieren, die Zuschauer sind schon von ganz allein dabei.

„Raise your hands“ als eine der Zugaben ist da nur zu passend, damit alle Hände im Zuschauerraum in die Höhe gehen. Oder „Keep the Faith“, ein weiterer Kracher aus früheren Zeiten, der ebenfalls von der überschäumenden Stimmung getragen wird. Auch die Balladen haben es in sich. „Always“ oder „Bed of Roses“ sind genau das Richtige für die verliebten Pärchen, sich tief in die Augen zu schauen, während auf der Bühne der Song originalgetreu zelebriert wird.

Als Kontrast gibt’s dann ein förmlich rausgerotztes, dreckiges „If I was your mother“ hören, gefolgt von dem Bluesrockstampfer „Blame it on the love“ mit eingängigem Mitgeh-Rhythmus. „In these Arms“ ist ein ebensolcher Knaller, bei dem es kaum ein Halten gibt. Die Zuschauer merken, dass die Band ihre Songs lebt, alles gibt, sich nach der Pause förmlich in Rage spielt, wie aus jeder Pore die Musik hervorquillt. Wobei ganz klar die bekannteren Stücke in der Gunst vorn liegen. Unbekannteres wie „Dry county“ oder „Dirty little secret“ werden nicht minder perfekt dargeboten, fallen aber gegenüber den Hits ein bisschen hinten runter.

„Bad Medicine“, „You give love a bad name“ oder „Born to be my baby“ wiederum sind Songs, bei denen sich die Band so richtig austoben kann. Gitarrist Jens Rösel spielt ein ums andere Mal Richie Sambora den Rang ab, während Tommylare am Bass und Olav Quick am Schlagzeug die homogene Rhythm-Section bilden. Da merkt man, dass die Grundzüge der Tributeband aus dem Ruhrpott schon 15 Jahre zurückreichen.

Über zehn Jahre sind die sympathischen Fünf auch schon im Hüttenwerk zu Gast. Zu Beginn „waren es 15 Zuschauer, die beim ersten Mal auch noch Schnee schippen mussten, damit der Transporter durchkam“, erinnert sich Achim Tischler schmunzelnd. Von Jahr zu Jahr wurde die Fangemeinde größer. Inzwischen reisen die Gäste der Band schon aus weit entfernten Regionen hinterher.

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