Am 1. April macht der „Schwanen“ am Beerfelder Metzkeil wieder auf

Der „Schwanen“ breitet wieder seine gastronomischen Flügel aus. Zum 1. April kehrt neues Leben in das Beerfelder Traditionslokal am Metzkeil ein. Denn dann übernimmt die Familie Kellum das Lokal mitsamt Hotel, das über die Wintermonate leer gestanden hatte. Weit über die Region hinaus war es im vergangenen Jahrhundert durch Otto und Ilse Sattler geworden. Die Kellums sind Restaurant-Gängern bereits vom „Schlawitzer“ im Leonardshof bekannt, den sie seit vergangenen Juni geführt hatten.

Bauliche Gegebenheiten machten dort die Weiterarbeit nicht mehr möglich, erzählt Kerstin Kellum, die mit ihren drei Söhnen den Familienbetrieb führt. Sie hat die Küche unter sich, wo auch Nikki und Tarek mitarbeiten, während Joshua für den Service zuständig ist. „Wir hätten gerne im Schlawitzer weitergemacht“, bedauert sie. Der werde jetzt wohl als Gasthof nicht weiterbestehen können, sagt Kellum.

Da fügte es sich gut, dass vor einiger Zeit Dr. Raimund Keysser, dessen Sohn Florian zusammen mit Volker Daum das Anwesen seit 2008 gehört, gerade mit der Feuerwehr zu Gast im Schlawitzer war. Kellums Freundin Marita Fischer sprach ihn an, weil sie wusste, dass die Familie ein neues Tätigkeitsfeld suchte. Eine Besichtigung des „Schwanen“ folgte, man wurde sich einig, und die Vorarbeiten konnten starten. Da bis Mitte März der Schlawitzer noch geöffnet war, erst einmal parallel, und jetzt mit Hochdruck.

„Es hat uns einfach gefallen“, sagt Kerstin Kellum über den „Schwanen“. Dazu komme noch die zentrale Lage am Metzkeil in Beerfelden, die traditionsreiche Geschichte und das stimmige Gesamtbild. „Es gibt nur noch wenige Gaststätten mit Pächterwohnungen drin“, nennt Joshua Kellum einen weiteren Vorteil. Dazu kämen die „liebevoll renovierten Hotelzimmer“ des Hotel- und Restaurant-Betriebs, der 1853 von Adam Sattler gegründet worden war.

Das Interieur im Gastraum blieb das Gleiche. „Wir haben gestrichen und dekoriert“, erläutert Kerstin Kellum. Gardinen und Tischdeckchen hat sie selbst genäht. Dazu wurden noch ein paar Regale an der Wand angebracht. 35 Personen finden in der im Landhausstil eingerichteten Gaststätte Platz. Das Nebenzimmer hat noch einmal 50 Sitzplätze und kann für Feiern aller Art von Geburtstagen über Konfirmationen oder Kommunionen bis hin zu Vereinstreffen oder Musikveranstaltungen genutzt werden.

2011 kamen die Kellums, seit jeher im Gastronomiebereich tätig, wieder von den USA nach Deutschland. In Mechenhard am Main führten sie das „Country Inn“. Kerstin Kellum schwärmt immer noch von den dortigen „Line Dancern“. 2016 zog es die Familie dann die Oberzent, wo sie den Schlawitzer übernahmen und sich dort viele gastronomische Freunde machen.

Dessen gutbürgerliche deutsche Küche wird sich auch im Schwanen wiederfinden. „Große Portionen für einen vernünftigen Preis“, überschreibt die Köchin das Angebot, Hausmacher Kost eben hausgemacht. Dazu zählt sie kreative Steakgerichte oder hausgemachte Maultauschen in verschiedenen Varianten immer von Samstag bis Montag, außerdem Schnitzelvariationen ab zehn Euro. Spare Ribs mit Salatbüffet gibt es am Donnerstag und Freitag.

Montag, Donnerstag und Freitag ist die Gaststätte von 11 bis 14 Uhr und ab 17 Uhr geöffnet, Samstag und Sonntag durchgehend ab 11 bis 22 Uhr. Dienstag und Mittwoch sind Ruhetag.

Ein zweites Standbein des „Schwanen“ sind die Gästezimmer. Fünf mit Bad/WC, Fernseher und WLAN stehen bereits zur Verfügung. Ab 36 Euro kostet das Einzelzimmer, ab 65 Euro das Doppelzimmer. Im Mai/Juni sollen dann noch einige Monteurzimmer für kürzere oder längerfristige Aufenthalte hinzukommen.

Am Eröffnungstag, Samstag, 1. April, gibt es um 11 Uhr einen Empfang mit geladenen Gästen, so die Spitzen aus Stadt und Verwaltung, Vereinsvorsitzende und Familienmitglieder der ehemaligen und heutigen Eigentümer. Ab 12 Uhr steht die Tür dann offen für die Stammgäste aus dem Schlawitzer und alle anderen Interessierten.

Das Hotel „Schwanen“ hat sich im Lauf der Jahre stark verändert. 1853 hatte Urgroßvater Adam Sattler den Gastronomiebetrieb als Apfelweinwirtschaft mit Landwirtschaft gegründet. Otto Heinrichs Vater, August Sattler, schaffte die Landwirtschaft ab, erbaute einen Gästezimmertrakt mit einem weiteren eleganten Gastraum, benannte die Wirtschaft nun in „Hotel Konditorei Café Schwanen“ um. Als Sohn Otto Heinrich Sattler 1964 das Haus übernahm, war eine Edelküche in dem eleganten Landhaus sein Ziel. 2008 kauften es Volker Daum und Florian Keysser.

Beim Gasthaus „Zum Schwanen“ handelt es sich um ein bedeutendes Einzeldenkmal, das in der Denkmaltopographie für den Odenwaldkreis folgendermaßen beschrieben ist: „Großes, dreigeschossiges Gebäude auf trapezförmigem Grundriss mit Walmdach, nach 1810. Massives Erdgeschoss mit Eckquaderung und störenden Fenstereinbrüchen; die Obergeschosse wohl in Fachwerk, mit guter Holzverschindelung und sorgfältig gearbeiteten Fensterrahmen (spätes 19. Jahrhundert). Städtebaulich bedeutende Lage in einer Straßengabelung.“

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