Der Verkehr soll auf der L 3120 in Airlenbach „entschleunigt“ werden

Im Beerfelder Ortsteil Airlenbach wird zu schnell gefahren. Darüber sind sich alle einig. Doch wie lässt sich der Verkehr auf der L 3120 „entschleunigen“? Im Ortsbeirat ging es mal wieder um dieses Thema, nachdem 2015 zwei Geschwindigkeitsanzeigetafeln in den jeweiligen 60er-Bereichen angebracht worden waren. Diese sind zwar laut Ortsvorsteher Gerd Schäfer „ein kleiner Beitrag, der bisschen hilft“. Aber ohne Konsequenzen für Schnellfahrer.

„Wir haben nicht so viel Verkehr, aber viele, die zu schnell fahren“, meinte Schäfer. Mit baulichen und optischen Maßnahmen will man im Rahmen der eigenen Möglichkeiten die Raser, egal mit zwei oder vier Rädern, zum Abbremsen bringen. Hintergrund ist die 2013 im Auftrag des Ortsbürgers Hans Rausch angefertigte, professionelle Studie „Nicht so schnell in Airlenbach“. Dort werden verschiedene Vorschläge gemacht.

Allerdings sind der Stadt Grenzen gesetzt, wurde in den Äußerungen von Bürgermeister Gottfried Görig und Sascha Flick vom Ordnungsamt deutlich. Denn es handelt sich um eine Landesstraße, für die die Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil zuständig ist. Die dortigen Mühlen mahlen langsam und man bekommt auch nicht immer das erhoffte Ergebnis, war allen Anwesenden bewusst. Von daher bedauerte es Schäfer, dass kein Vertreter der Behörde zur Sitzung erschienen war.

„Große Baumaßnahmen wie die Einengung der Fahrbahn und ein Straßenteiler wären mit großen Aufwand verbunden“, erläuterte Görig. Hessen Mobil stelle sich auf den Standpunkt, dass die Gemeinde dafür aufkommen solle. „Im Haushalt 2017 sind aber keine Mittel drin“, sagte der Bürgermeister.

Die Runde war sich uneinig, ob mit einer Bepflanzung links und rechts der Fahrbahn und einer damit verbundenen „Torwirkung“ etwas erreicht werden könnte. Denn ein breiter Grünstreifen ist in Landesbesitz, dafür brächte man wiederum eine Genehmigung. Und ob Bäume, die weiter weg von der Straße stehen, die gewünschte Wirkung bringen, wurde in Frage gestellt. Ganz abgesehen davon, ob sie, wenn dichter dran, nicht bei gefährlichen Kreuzungen die Sicht nehmen.

Man will nun mit kleinen Maßnahmen, die wenig Geld kosten und am einfachsten durchzusetzen sind, schon in diesem Jahr starten. Dazu gehört die von Schäfer vorgeschlagene „60“ an den beiden Ortseingängen mit dem grünen Weilerschild. Außerdem soll eine „50“ auf die Straße, wo dann das gelbe Ortsschild steht. Angedacht sind auch „Rüttelstreifen“, um die Autolenken zum Langsam fahren zu bewegen. Allerdings war Tenor eindeutig: „Wo nicht kontrolliert wird, hält sich keiner dran.“

Weshalb auch das Thema „Blitzer“ wieder angesprochen wurde. Da war man in Airlenbach vor einiger Zeit noch skeptisch, aber die Wirkung in Hetzbach und Gammelsbach bewirkte bei Schäfer ein Umdenken. Auch andere Teilnehmer sprachen sich dafür aus. Flick widersprach der Meinung, ein stationäres Gerät habe nur punktuelle Wirkung. „In den 500 bis 600 Metern davor und dazwischen wird langsamer gefahren“, wies er auf die Erfahrungen aus den beiden Ortsteilen hin.

Der Bürgermeister machte jedoch deutlich, dass diese Geräte an bestimmte Kriterien gebunden seien. Es sei zu ermitteln, wie viele Fahrzeuge wie schnell durch Airlenbach fahren. „Wir brauchen eine positive Stellungnahme der Polizeiakademie“, ergänzte Flick. Es müsste im Einzelfall geprüft werden, wo ein Blitzer Sinn mache. Und: „Es sollte kein Drauflegegeschäft sein.“ Im Gegensatz zu Hetz- und Gammelsbach wären die Fixbetreuungskosten für die Stadt in Airlenbach sicherlich höher, sagte er. Dass die Messungen aber Wirkung zeigen, ist auch klar: Von 18.000 im ersten Jahr sind die Beanstandungen auf jetzt 6000 Fälle zurückgegangen.

„Es muss endlich mal was geschehen“, lautete eine Äußerungen aus dem Publikum. Es gebe immer wieder gefährliche Situationen. Viel zu lange seien die Maßnahmen schon rausgeschoben worden. Ganz klar votierte man pro Blitzer, wollte neben der 60er-Markierung auch ein Überholverbot (Traktoren ausgenommen) in diesem Bereich. Eine Anregung, die Görig und Flick ebenfalls mit in die nächste Verkehrsschau nehmen.

Wie Sascha Flick erläuterte, kann man das Ortsschild nicht weiter nach außen versetzt werden, um eine Ausdehnung des 50er-Bereichs zu erhalten. Dafür fehle die notwendige durchgehende Bebauung. Am Beispiel Schönnen habe man gesehen, wie das ausgehen könne. Dort musste das Ortsschild nach einer Klage zurückversetzt werden. Er sagte zu, die mobile Geschwindigkeitsanzeige zwei bis drei Mal im Jahr an verschiedenen Stellen der Landesstraße anzubringen, damit ein gewisser Wechsel gewährleistet sei.

 

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