DRK-Rettungswache bekommt in Beerfelden einen neuen Standort

Beerfelden. Die Stadtverordneten-Versammlung hat zwei neue Mitglieder. Für Manuel Schwinn (SPD) rückte Werner Neff nach. Auf Dr. Ralph Willenbücher (FDP) folgte Johannes Drerup. Beide wohnen in Airlenbach. Sie nehmen auch für ihre jeweiligen Fraktionen die Positionen der ausgeschiedenen im Haupt- und Finanzausschuss ein. Stadtverordneten-Vorsteher Hans-Jürgen Löw hieß sie im Gremium willkommen.

Der Bebauungsplan „Hirschhorner Straße“ wurde vom Gremium als Satzung beschlossen. Vorangegangen war die Abwägung der geäußerten Anregungen und Bedenken von den Trägern öffentlicher Belange, die nach Erläuterung von Bauamtsleiter Peter Bauer alle einzeln beschlossen wurden. „Sofern notwendig, haben wir sie mit aufgenommen“, sagte er.

Auf über einem Hektar sollen eine Gewerbefläche für mehrere Nutzer, ein Reitstall und die neue DRK-Rettungswache entstehen. Gespräche mit den Grundstückseigentümern haben bereits stattgefunden, seitens potenzieller Nutzer gibt es Interesse. Bauer ergänzte, dass jetzt schon entsprechende Bauanträge gestellt werden können.

Bürgermeister Gottfried Görig ergänzte in diesem Zusammenhang, dass sich die Einsatzzahlen seit dem Bau der alten Rettungswache in der Mümlingtalstraße verdoppelt hätten. Von diesem Standort aus sei aber der Ortskern Rothenberg nicht in der gesetzlich vorgeschriebenen Hilfsfrist von zehn Minuten zu erreichen. Das könne haftungsrechtliche Folgen bedeuten. Die Zeiteinsparung durch den neuen Standort belaufe sich auf etwa vier bis fünf Minuten, habe der ärztliche Leiter des Rettungsdienstes aus Erbach, Dr. Bernhard Krakowka, ihm mitgeteilt.

Görig informierte das Gremium, dass derzeit sechs Kinder von außerhalb die städtische Kindertagesstätte besuchten. Mit Stand Jahresende 2016 gebe es 45 Asylbewerber in der Gesamtgemeinde. Der Ausländeranteil belaufe sich auf 16,87 Prozent oder 1140 Personen, antwortete er auf eine Anfrage aus der vergangenen Sitzung.

Der Bürgermeister hatte weiterhin zwei erfreuliche Nachrichten im Gepäck. „Nach jahrelangem Ringen“ habe man es erreicht, dass es ab dem 20. April jeden dritten Donnerstag im Monat eine Elterngeldberatung durch das Versorgungsamt gebe. Dieses biete ab September auch wieder die Schwerbehinderten-Beratung im Rathaus an.

Was schon der Ausschuss einstimmig empfohlen hatte, ging jetzt ebenso einstimmig durch die Stadtverordneten-Versammlung: Die Friedhofssatzung wurde in der Form geändert, dass nun ein muslimisches Grabfeld möglich ist. Ausschuss-Vorsitzender Erwin Körber (SPD) erläuterte dazu den Hintergrund und die entsprechenden Kriterien.

Thema der Sitzung war daneben ein SPD-Antrag, dass sich die Stadt in die Renovierung der Skianlage einbringen möge und eine touristische Erschließung der Sensbacher Höhe ins Auge gefasst werden soll. Körber wies darauf hin, dass der Lift seit 1971 existiere und in die Jahre gekommen sei. Weiterhin gebe es Kapazitätsengpässe und er sollte um 200 Meter verlängert werden. Deshalb wolle die Fraktion gerne die Kosten für all das eruieren lassen. Es gehe darum, die Region touristisch voranzubringen und auf diese Weise auch „in Vorleistung“ zu gehen, so Körber.

Lift- und Bikepark-Betreiber Werner Manschitz hat für die Lift-Erneuerung schon eine Präsentation entwickelt, die er nach dem Willen der Mandatsträger am 18. April im Haupt- und Finanzausschuss vorstellen soll. Manschitz bezifferte die Summe rein für die Liftsanierung auf 1,7 Millionen Euro. Wie der Bürgermeister sagte, stehe man bereits mit der Wirtschaftsförderung des Kreises in Verbindung wegen möglicher Fördermittel. „Das wird ein langer Weg“, war sich Görig aber sicher.

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