Arbeitskreis-Mitglieder bringen das Beerfelder Waldseebad in Schuss

Wenn die Tage länger werden und die Temperaturen ansteigen, dann geht es für die Mitglieder des Arbeitskreises Waldseebad wieder in die Vollen. Denn Ende Mai steht die Eröffnung des südlich von Beerfelden gelegenen Kleinods im Gammelsbachtal an. Und bis dahin muss in sechs Arbeitseinsätzen wieder alles auf Vordermann gebracht werden. Da heißt es kräftig in die Hände zu spucken, denn die Zahl der Helfer ist meistens übersichtlich.

Vorsitzende Ina Bottelberger ist darüber hinaus in die Ausbildung der Rettungsschwimmer im Erbacher Alexanderbad mit eingebunden. Auch nimmt sie die Einteilung der Schüler und Studenten vor, die im Sommer als Badeaufsicht für den Schwimmerbereich mit Drei-Meter-Turm und Ein-Meter-Sprungbrett und den kleinen Nichtschwimmerbereich eingesetzt werden. Während der Saison kümmern sich zwei Vorstandsmitglieder um die Technik im mehr als 80 Jahre alten Becken. Dieses Mal soll es kein Fest zur Eröffnung geben, sondern eines zum Beginn der Ferien, erläutert sie.

Alle Jahre wieder seit Gründung des Vereins vor 16 Jahren ist ein umfangreicher Frühjahrsputz notwendig. Dafür wird das Wasser abgelassen und das Becken ausgespritzt. Parallel geht es an die Beseitigung der Maulwurfshügel auf den Liegewiesen, damit diese gemäht werden können. Bevor die Beckenwände gestrichen werden, gilt es die vielen Löcher zu stopfen. Außen herum wird das Gelände in dieser Zeit von Laub und Müll befreit, wobei einige Kubikmeter zusammen kommen.

Dass wie im vergangenen Jahr auch einige Flüchtlinge bei den Arbeitseinsätzen mithelfen, ist für Ina Bottelberger ein Segen. „Ohne die wären wir aufgeschmissen“, meint sie. Da leider von den 150 Mitgliedern zu wenige mit anpacken, um alles rechtzeitig bewältigen zu können. Vor allem Vorstandsmitglieder sind es, die zu Schaufel, Besen und Hacke greifen.

Über die Jahre hinweg haben die Aktiven darüber hinaus immer wieder am Erscheinungsbild gefeilt. Die Terrasse wurde frisch gepflastert, drei Sonnendecks zum Liegen gebaut, ein Beachvolleyball-Feld angelegt, neue Toiletten geschaffen, Zweirad-Parkplätze mit Drainage und Kies hergestellt und die Zufahrt erweitert, damit dort besser geparkt werden kann. Auch wurde mit der Zaun-Erneuerung begonnen. Kiosk-Betreiber Matthias Willenbücher baute die Tiki-Bar, die mit Schilfdach Hawaii-Atmosphäre vermittelt. Zur Reinhaltung des Wassers wurde eine Redo-Anlage installiert.

Nach der durchwachsenen Saison 2016, die erst gegen Ende hin im schönen September besuchermäßig zulegte, hoffen die aktiven Arbeitskreis-Mitglieder, dass das Waldseebad dieses Jahr stärker frequentiert wird. Denn seine besondere Lage, das 50 Meter lange Becken, die Liegewiesen, die niedrigen Eintrittspreise und der ungezwungene Charakter haben ihm bis nach Heidelberg, Darmstadt oder in den Kraichgau den Ruf eines Kleinods eingebracht, für das Ruhesuchende gerne auch einmal ein paar Kilometer mehr fahren.

Ist das Becken erst einmal gesäubert und frisch gestrichen, muss es wieder volllaufen. Das erledigt die Quelle innerhalb von zwei Wochen. Das frische Quellwasser ist der beste Garant dafür, dass die Abkühlung auch in heißen Sommern garantiert ist. Über 24 Grad steigt die Wassertemperatur nie, selbst wenn draußen die Luft bei fast 40 Grad kocht. 20 bis 22 Grad sind im Sommer normal. Wenn die Saison beginnt, trauen sich einige Unerschrockene auch schon bei 16 Grad in die dann wahrlich kühlen Fluten.

Nach Beobachtung der Arbeitskreis-Mitglieder hat der Zuspruch in den vergangenen Jahren im Schnitt etwas zugenommen. Der Besuch ist aber immer sehr wetterabhängig. Wenn zu einer kühlen Witterung wie 2016 noch kalte Wassertemperaturen dazukommen, bedeutet das für Besucher eine doppelte Überwindung. Allerdings „ist bei uns viel mehr erlaubt als in normalen Freibädern, weil der Platz vorhanden ist“, meint Bottelberger. Das große Becken bietet Raum für Paddel- und Schlauchboote sowie Surfbretter – und damit für alle diejenigen, die lieber oberhalb der Wasseroberfläche bleiben wollen.

Arbeitskreis Waldseebad

Gründungsjahr: 2001

Mitgliederzahl: 158

Kontakt: Ina Bottelberger, Eberbacher Weg 9, 64743 Beerfelden, Telefon 0171-1406963, E-Mail bottelsche@web.de, http://www.waldseebad-beerfelden.de

Vorstand: Vorsitzende Ina Bottelberger, zweiter Vorsitzender Marc Gärtner, Rechner Daniel Löb, Schriftführerin Inge Gärtner, Beisitzer Lena Friedrich, Inge Gärtner, Sebastian Lang, Kerstin Röglin, Harald Schlehr, Wolfgang Schwöbel, Matthias Willenbücher

 

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