Rothenberger Haushaltsplan 2017: „Hervorragender Überschuss von 86.000 Euro“

Es wird viel investiert in diesem Jahr. Allein 1,3 Millionen Euro stehen im Rothenberger Haushalt für die Erschließung des Baugebiets „Alt Schulzenfeld“ unterhalb der Sporthalle bereit. Die Gemeinde kann diese und andere Maßnahmen sogar ohne Netto-Neuverschuldung stemmen, weil sich die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen verbesserten, sagte Bürgermeister Hans Heinz Keursten bei der Haushaltseinbringung in die Gemeindevertretung. Unterstützt wurde er dabei von der Verwaltungsleiterin des Kommunalservices Oberzent, Tina Bartmann.

Der doppische Haushalt „schließt für das Jahr 2017 im Ergebnishaushalt mit einem hervorragenden Überschuss von 86.000 Euro ab“, freute sich Keursten. Nach dem minimalen Überschuss in 2016 und dem durch Rückstellungen verhagelten Haushalt 2015 somit ein echter Grund zur Freude im letzten eigenen Etat als Bürgermeister und vor der Fusion. Gleichzeitig investiert die Gemeinde so viel wie noch nie in Bau- und Unterhaltungsmaßnahmen.

Keursten zog vor dem Hintergrund der anstehenden Fusion einen Vergleich zwischen seinem ersten und letzten eingebrachten Haushalt. Im Jahr 2000 gab es einen ausgeglichenen Etat mit sechs Millionen Mark im Verwaltungsteil und 500.000 Euro im Vermögenshaushalt – nach kameralistischer Buchführung. Im heute doppischen Haushalt seien es jetzt 1,5 Millionen Euro mehr, davon über 400.000 Euro Abschreibungen. „Für unsere Gemeinde ein enormes Budget“, so Keursten.

Der Bürgermeister bezeichnete die kommende Fusion als Einschnitt, „der aber die Identität eines jeden Ortsteils nicht in Frage stellt, mag er noch so klein sein wie bei uns die Raubach.“ Auf die Kernstadt Beerfelden komme als Zentrum eine besondere Stellung und Bedeutung zu, betonte er. Keursten nannte beispielhaft Oberzent-Schule, Lebensmittelmärkte oder ein zukunftsfähiges Ärztehaus.

Mit Blick auf den aktuellen Haushaltsentwurf sagte er, dass sich die Personalaufwendungen auf 21 Prozent des Budgets beliefen. In der Kindertagesstätte „Himmelsauge“ gebe es einen Fehlbedarf von 300.000 Euro. Es sei „in hervorragender Weise gelungen“, durch die Betreuung von Kindern ab einem Jahr den Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen.

Während dem Rathauschef zufolge die Wasser- und Abwasserhaushalte ausgleichen sind und damit die Gebühren konstant bleiben, steht im Friedhofswesen ein Defizit von 16.000 Euro. Laut Keursten aber eine Summe, die im Haushalt verkraftbar sein sollte. Erfreut zeigte er sich über die Erträge aus dem Gemeindewald. Hier sind wieder 120.000 Euro Überschuss veranschlagt. „Der Einschlag ist weiter auf Nachhaltigkeit ausgelegt“, so der Bürgermeister.

Den Unterhaltungsaufwand für Straßen, Gebäude, Wasserleitungen und Kanalnetz bezifferte er auf 250.000 Euro. Die Umlagezahlungen gehen für Rothenberg kräftig ins Geld – auch wegen höheren Zuweisungen. Er nannte 220.000 Euro für den Abwasserverband Laxbach mit Hirschhorn, 800.000 Euro Kreis- und 530.000 Euro Schulumlage. Finanziert werden die Auszahlungen durch 1,16 Millionen Anteil an der Einkommensteuer, 266.000 Euro Gemeindesteuern, 318.000 Euro Gewerbesteuern und 918.000 Euro Schlüsselzuweisungen.

An weiteren Investitionen neben Alt-Schulzenfeld nannte Keursten 170.000 Euro für den Ausbau des Stichwegs Landwehrstraße, 120.000 Euro für die dortige Wasserleitung und eine Erneuerung in Finkenbach sowie 100.000 Euro für den Austausch des Regenüberlaufbeckens am Neuen Weg. 47.500 Euro muss die Kommune zum neuen Tragkraftspritzenfahrzeug der Feuerwehr Ober-Hainbrunn beisteuern.

Viele Detailzahlen nicht nur zum Haushalt hatte Tina Bartmann zusammengestellt. Sie verglich Rothenberg auch mit Kommunen ähnlicher Größenordnung – wobei das Höhendorf meistens sehr gut abschnitt. Wäre 2015 nicht die Insolvenz des Hauses Cordula gewesen, was die Rückzahlungsforderung von Darlehen und Zuschüssen durch das Land mit sich brachte, wären die auf über eine Million aufgelaufenen Haushalts-Fehlbeträge marginal, sagte sie.

Info: Die Haushaltspräsentation von Tina Bartmann ist über die Laufschrift auf der Startseite von www.rothenberg-odw.eu abrufbar.

Haushaltskennzahlen

Ordentliches Ergebnis: Erträge 4,687 Millionen Euro, Aufwendungen 4,6 Millionen, Überschuss ca. 86.000 Euro.

Einzahlungen für Investitionstätigkeiten 1,925 Millionen Euro, Auszahlungen 2,3 Millionen Euro. Größte Maßnahme: Baugebiet Alt-Schulzenfeld mit 1,3 Millionen Euro.

Darlehensaufnahme: 100.000 Euro

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