Azurit-Gruppe investiert kräftig in die beiden Rothenberger Seniorenheime

In den beiden Azurit-Seniorenheimen des Höhendorfs tut sich einiges. Hell, freundlich, modern, offen präsentiert sich bereits das sanierte Gebäude in Rothenberg, in Kortelshütte laufen bis Ende Mai noch die Umbauarbeiten. Mehr als eine halbe Million Euro nimmt die Unternehmensgruppe in die Hand, um die Seniorenzentren nach der Übernahme vor zwei Jahren auf den neusten Stand zu bringen. Gleichzeitig bekommt „Cordula II“ in Rothenberg ein neues Konzept, das auf die Betreuung von Demenzkranken ausgerichtet ist.

Seit vergangenen Oktober betreut Jörg Wehrle als Hausleitung alle Arbeiten. Zunächst noch gemeinsam mit der Ende des letzten Jahres Richtung Heimat wechselnden vorherigen Chefin Kathleen Hanschke, ab Januar dann in Eigenregie. Ziel im Rothenberger Haus war es seinen Worten zufolge, möglichst jedes Zimmer mit einem eigenen Bad auszustatten. Zuvor teilten sich manchmal noch fünf Räume eine Nasszelle. „Bis auf zwei hat das auch geklappt“, freute sich Wehrle über die schwierigen Arbeiten in dem eher kleineren Objekt am Ortseingang von Hirschhorn kommend. Zusätzlich wurden die Bodenbeläge ausgetauscht und vereinheitlicht, erhielten alle Räume einen neuen Anstrich und ein frisches Ambiente.

„Demenzkranke sollen im Haus Cordula II in ihrer Krankheit ein Zuhause finden können“, beschreibt Wehrle das neue Konzept, das bereits in anderen Azurit-Gebäuden bundesweit umgesetzt wurde. Positiv wirkt sich bei der Verwirklichung aus, dass es kleine Gruppen gibt, weil in Rothenberg pro Etage gerade einmal zwölf Plätze zur Verfügung stehen, 37 im ganzen Haus. „Das ist gut umsetzbar“, so Wehrle. Betreut werden alle Arten von Demenz von leicht bis sehr schwer.

Für die besonders schwer Erkrankten wurde im Obergeschoss eine Pflegeoase geschaffen. Elf Zimmer sind so gestaltet, dass die Betten in eine „kommunikative Mitte“ geschoben werden können, wo es eine Fernsehecke mit Couch gibt, dazu noch eine Küchenzeile und einen Arbeitsbereich der Pflegekräfte in einer Art Bar-Charakter. Im näheren Umfeld ist diese Konzeption eines Seniorenheims Wehrle zufolge „etwas Besonderes“.

In Kortelshütte soll der Abschluss der Sanierung im Monat drauf mit einem Sommerfest gefeiert werden. Hier gab es ähnliche Arbeiten. Die Bodenbeläge werden erneuert, die Wände gestrichen, die Sanitärbereiche aufgefrischt. Wenn auch einen behüteter Demenzbereich geschaffen wurde, so bleibt „Cordula I“ laut Wehrle aber ein „klassisches Seniorenzentrum“. Neben Bewohnern aus dem Odenwaldkreis ist es auch bei Hirschhornern sehr beliebt, die ihre Angehörigen dort gut versorgt wissen.

Für beide Wohnheime verzeichne man „eine gute Nachfrage“, betont Wehrle. Durch den bereits erfolgten Umbau sind in Rothenberg noch nicht alle Plätze wieder belegt. Derzeit gibt es um die 25 Bewohner, Tendenz steigend. In Kortelshütte sind die zur Verfügung stehenden 75 Plätze aktuell ebenfalls nicht ausgeschöpft, da durch den Umbau nicht alle Zimmer zur Verfügung stehen. Die Azurit-Gruppe hatte die evangelisch-lutherischen Häuser nach der Insolvenz 2015 übernommen.

Zur Person: Jörg Wehrle, 34 Jahre alt, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Der gebürtige Eberbacher lebt seit zehn Jahren mit seiner Familie in Gras-Ellenbach. Wehrle ist seit 14 Jahren in der Pflegebranche tätig, seit 2009 mit einer zweijährigen Unterbrechung für die Azurit-Gruppe, die auch die beiden Häuser in Rothenberg und Kortelshütte betreibt. Vor seinem Wechsel im vergangenen Oktober und der vollständigen Übernahme der Hausleitung war er im Azurit-Haus „Talblick“ in Gras-Ellenbach tätig.

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