Finkenbacher Bockskerwe steht vor dem Aus – neue Ideen und Mitstreiter gesucht

Die traditionelle Bockskerwe steht vor dem Aus. Sie findet normalerweise immer am letzten Sonntag im August statt und wird schon seit vielen Jahren vom gemischten Chor ausgerichtet. Doch die Altersstruktur des Vereins macht es immer schwerer, Helfer für die Veranstaltung zu finden. Bisherige Überlegungen brachten keine Lösung. Deshalb soll es nun ein letzter Aufruf an die Bevölkerung ermöglichen, das Fest doch noch am Leben zu halten.

Nachdem in früheren Jahren andere für die Durchführung verantwortlich zeichneten, hatte der gemischte Chor (ehemals Männergesangsverein) Finkenbach vor etlichen Jahren die Ausrichtung Ende August jeden Jahres übernommen. Ort der Feier mit einem vorgeschalteten Gottesdienst war zuletzt die Hermann-Wilhelm-Halle, erläutert der Vorsitzende Rainer Maurer.

Nach vielen internen Diskussionen und reiflicher Überlegung unter den Chor-Mitgliedern kam man jetzt zum Ergebnis, dass Vorbereitung, Durchführung und Folgearbeiten wegen des zunehmenden Alters und der gesundheitlichen Voraussetzungen nicht mehr gestemmt werden können. Hinzu komme die ungünstige Struktur der Halle mit vielen Treppen sowie unzusammenhängenden Wirtschaftsräumen und Toiletten.

Eine Zusammenarbeit mit den anderen örtlichen Vereinen HVV, Feuerwehr, Fußballverein war deshalb angedacht worden, um die Kerwe am Leben zu halten. Auch wurde überlegt, einen gemeinsamen Kerweverein zu gründen, der sich ausschließlich einmal jährlich mit der Durchführung befasst. Doch da die anderen Ortsvereine bereits eine Vielzahl eigener Feste, Veranstaltungen und Verpflichtungen haben, zerschlug sich diese Möglichkeit. „Finkenbach muss nun überlegen, wie man die Erhaltung einer langjährigen Tradition beurteilt und ob und wie man diese fortführen will“, so Rainer Maurer.

Mit einem Ziegenbock fing vor 250 Jahren alles an: Seit dieser Zeit ist in Finkenbach eine „Bockskerwe“ überliefert, obwohl das zu einer „Kirchweih“ eigentlich dazu gehörende Gotteshaus erst 200 Jahre später erbaut wurde. Immer am ersten Sonntag nach Bartholomä‘, dem Schutzpatron der Winzer, Bauern und Fischer, lud bisher der gemischte Chor in der „Neuzeit“ zur Kerwe in die Hermann-Wilhelm-Halle ein.

Der Überlieferung nach stand bei der Leonardsquelle in früheren Jahren eine kleine Wallfahrtskapelle. Damit hatte Falken-Gesäß die Erlaubnis, jährlich einen Markt zur Kirchweih abzuhalten. Da dieser offensichtlich nicht den erwünschten Erfolg hatte, verkauften die Falken-Gesäßer die Konzession an die Finkenbacher. Der Kaufpreis lässt sich leicht erraten: ein Ziegenbock. So kam der heutige Rothenberger Ortsteil ohne Kirche um 1760 zur Bockskerwe. Denn das Gotteshaus wurde erst 1954 erbaut.

Info: Anregungen für einen noch zu vereinbarenden Diskussionsabend mit der Bevölkerung werden gerne entgegen genommen. Wer mitmachen möchte, kann sich bei Rainer Maurer (Telefon 06068/478776) oder Karl Baum (Telefon 06068/2307) melden.

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