Virtuose Hommage an Nat „King“ Cole: „Maurice Kühn Trio“ bestritt das erste Atelierkonzert der Kunstpflege Hirschhorn in diesem Jahr

 

Virtuose Klavierläufe, ein wummernder Kontrabass und filigrane Gitarrenarbeit: Das „Maurice Kühn Trio“ war auf Einladung der Kunstpflege Hirschhorn beim ersten Atelierkonzert in diesem Jahr zu Gast. Mit dem Programm „I tip my hat to Nat“ brachten die drei Musiker eine Hommage an Nat „King“ Cole auf die Bühne.

Diese Reminiszenz an einen der großartigsten und einflussreichsten Sänger und Pianisten des 20. Jahrhunderts wurde in Coles Lieblingsbesetzung gespielt – mit Klavier, Bass, Gitarre und Gesang. Die Zuhörer hörten bekannte Originalarrangements des Nat Cole Trios sowie eigene Bearbeitungen der schönsten Songs aus der „Golden Era of Songwriting“.

Die Zuschauer im Atelier von Enno Folkerts waren mehr als angetan vom frischen und unverstaubten Auftritt des Trios. Es entführte die Gäste so detailgetreu in die damalige Zeit, dass diese sich als Teil der Musik fühlten, als Jazz noch keine verschrobene Kopfmusik war. Ehrliche, handgemachte Musik und vor allem Swing.

Der aus Lindenfels stammende Maurice Kühn sang und spielte einen in Quinten anstatt wie sonst üblich in Quarten gestimmten Kontrabass. Dadurch entstand ein klarer, singender Ton. Diese Klangveränderung sowie die vielseitigeren Möglichkeiten der Stimmung wie Akkorde und der größere Tonumfang ergaben einen besonderen Sound. Dazu improvisierte mit Stimme und gestrichenem Bass – à la Slam Stewart und Major Holley.

Von Art Tatum und Bud Powell über Oscar Peterson bis Benny Green (und natürlich Nat Cole) hat Karsten von Lüpke alles aufgesogen. Die Läufe perlten nur so aus seinen Fingern heraus. Florian Hofmann spielte Jazzgitarre als beherzter Solist und sensibler Begleiter. Mit seiner großen Leidenschaft, dem Rhythmusgitarren-Spiel, dem richtigen Sound und Groove war er der Motor des Trios und machte das Schlagzeug überflüssig.

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