Nach der Verabschiedung des Grenzänderungsvertrags muss im Vorfeld der Oberzent-Fusion Etliches angegangen werden

Oft klang es in den Äußerungen anlässlich der Verabschiedung des Grenzänderungsvertrags an: „Jetzt geht die Arbeit erst richtig los.“ Denn die gemeinsame Zukunft von Rothenberg, Sensbachtal, Hesseneck und Beerfelden gilt es nun im Detail auszuarbeiten. Die Felder dafür sind vielfältig, erläutert der KSO-Projektleiter Christian Kehrer: ÖPNV, Tourismus, Gesundheitsversorgung oder Öffentlichkeitsarbeit, um nur einige zu nennen.

Noch in diesem Jahr muss laut Kehrer die Entscheidung fallen, „ob wir uns finanziell an ‚Garantiert mobil‘ beteiligen“. Das neue Nahversorgungskonzept des Odenwaldkreises sieht im Endausbau vor, dass zu jeder Tages- und Nachtzeit eine Verbindung von den jeweiligen Teilorten ins Mittelzentrum verfügbar sein soll. Also etwa von Ober-Hainbrunn nach Beerfelden. Um den Aufpreis für Taxi-Fahrten abzufedern, wären die vier Kommunen gefordert, einen 50-prozentigen Zuschuss dieser Kosten zu beschließen.

Weiteres wichtiges Thema ist dem Projektleiter zufolge die Gesundheitsversorgung. Hier ist die Anschubfinanzierung für die Interimslösung im Beerfelder Breimer-Gebäude bereits am Laufen oder schon durch die Gemeindevorstände bewilligt. Zum 1. Juni, spätestens 1. Juli, rechnet man hier mit dem Startschuss der Facharzt-Versorgung in verschiedenen Bereichen. Für die endgültige Ansiedlung eines „Ärztehauses“ muss noch eine Investoren- und Standortsuche betrieben werden.

Im interkommunalen Arbeitskreis, dem neben den Bürgermeistern und Gemeindevorständen auch die Fraktionsvorsitzenden angehören, sollen daneben der notwendige neue Skilift am Beerfelder Tannenberg und das touristische Konzept auf der Sensbacher Höhe besprochen. Eine wegweisende Entscheidung für die Weiterentwicklung der Region, die aber auch mit hohen Kosten verbunden ist. Weiterhin muss laut Kehrer im Zuge der Schaffung neuer Gremien und Umorganisationen eine Verwaltungsreform angestoßen werden.

Die neue Stadt Oberzent will sich natürlich auch entsprechend präsentieren. Der Name der kommenden Homepage, www.stadt-oberzent.de, ist bereits gesichert. Diese soll dann mit Hilfe der ekom21 im Laufe dieses Jahres mit Leben gefüllt werden. 500 hochwertige Bilder aus allen Ecken der Oberzent befinden sich bereits im Fundus. „Die Webseite wird hochmodern auf dem neuesten Stand der Technik sein“, verspricht Kehrer.

Ohne Tourismus keine Weiterentwicklung der Region. Ihn gilt es mit einem neuen Konzept verstärkt voranzutreiben und die Oberzent nicht nur politisch, sondern auch mit ihren kulturellen und landschaftlichen Besonderheiten über den Odenwald hinaus in ganz Deutschland bekannt zu machen. Dafür wird noch ein Logo gesucht, das dann auf Werbe-Flyern seinen Platz finden wird. Auch will man touristische Unternehmen mit einbinden.

Nicht zuletzt stehen die folgenden acht Monate auch im Dienste der Bürger-Informationen. Sie will die Verwaltung auf die kommenden Adressänderung vorbereiten, die ja neben neuer Postleitzahl und Namen teilweise auch andere Straßenbezeichnungen und Hausnummern bedeutet. „Wir stellen die Infos zur Verfügung, was verändert werden muss und wo diese Änderungen vorgenommen werden können“, so Kehrer. Außerdem tritt der KSO bereits von sich aus an Banken, Krankenkassen und Behörden heran sowie gibt die pauschalen Veränderungen direkt weiter.

Daten und Zahlen

Übergangsphase nach der Oberzent-Fusion zum 1.1.18 von Januar bis Mai 2018: Staatsbeauftragter Egon Scheuermann, stellvertretender Staatsbeauftragter Gottfried Görig, vorläufiger Magistrat 18 Stadträte, vorläufige Stadtverordnetenversammlung 57 Mitglieder

Neuwahlen: 29. April 2018, gewählt werden ein/e Bürgermeister/in, eine Stadtverordnetenversammlung mit 37 Mitgliedern und 13 Ortbeiräte mit 79 Mitgliedern. Gebildet wird ein neuer Magistrat mit acht Stadträten.

Stadt Oberzent: Fläche 165 Quadratkilometer, 10.125 Einwohner, 61 Einwohner/qkm, 19 Stadtteile, neue Postleitzahl 64760.

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