Lob für die Oberzent-Waldbewirtschaftung beim PEFC-Audit

„Schöne, abwechslungsreiche Waldbilder, die von hoch engagierten Revierleitern betreut werden“: Es gab viel Lob beim PEFC-Audit der Forstbetriebsgemeinschaft Südlicher Odenwald, das dieser Tage mit den Forstamt Beerfelden betreuten Wäldern Teil der Flächenstichprobe war. Das Lob kam aus berufenem Munde: Alfred Raunecker ist Zertifizierer für PEFC und war mit den Forstleuten zwei Tage im hiesigen Kommunal- und Kleinprivatwald unterwegs.

Bei PEFC handelt es sich um ein Waldzertifizierungssystem zur Sicherstellung einer nachhaltigen Forstwirtschaft, sozusagen ein „Wald-TÜV“. Das Logo steht für gute forstliche Arbeit und soll als international anerkanntes Zertifikat die Waldbesitzer bei einer besseren Vermarktung und Wertschöpfung ihres Holzes unterstützen. Diese verpflichten sich im Gegenzug, ihren Wald nach den vorgegebenen deutschen PEFC-Standards, der Qualitätsverpflichtung für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung, zu unterhalten.

Im Rahmen von Vor-Ort-Audits wird die Einhaltung der PEFC-Kriterien jährlich überprüft. Diese Kontrollen umfassen einen repräsentativen Anteil der teilnehmenden Betriebe in der Region. Hierbei werden die Maßstäbe, die für die Erteilung und Aufrechterhaltung des Zertifikats erforderlich sind, kontrolliert und besprochen. Dieses Jahr fiel die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Südlicher Odenwald mit 16 ausgelosten Mitgliedern in die Flächenstichprobe.

Die FBG hat im südöstlichen Kreis Bergstraße und im südlichen Odenwaldkreis, also in Überwald, hessischem Neckartal und Oberzent, 734 Mitglieder aus Kommunal-, Groß- und Kleinprivatwald mit einer Gesamtwaldfläche von derzeit 11.567 Hektar. Die Fläche deckt sich mit der Zuständigkeitsbereich des Forstamts Beerfelden mit seinen elf Revieren in neun Kommunen.

Bei angenehm sonnigem Frühlingswetter fand der Begang im hiesigen Kommunal- und Kleinprivatwald in den Bereichen Beerfelden, Gammelsbach und Rothenberg sowie in Gras-Ellenbach, Hammelbach und Unter-Schönmattenwag statt. Neben Raunecker waren für die FBG Axel Bauer und Ralf Kredel dabei, daneben Alfred Kumpf als Bewirtschafter eines auditierten Privatwaldes sowie fürs Forstamt Beerfelden Leiter Norbert Sasse, Gudrun Kranhold, Ronny Kolb, Kim Jüstl und Rico Scheuermann.

Besonders lobte Raunecker den „gut gepflegten Privatwald“, den Alfred Kumpf für seine Tochter auf Gras-Ellenbacher Gemarkung bewirtschaftet. Er ermunterte ihn, die Waldbestände auch weiterhin „regelmäßig zu durchforsten“ und dabei die guten Holzvermarktungsmöglichkeiten zu nutzen. Von der FBG gab es auch eine Botschaft an Zertifizierer. Es stehe Holz im Wald mit hohen Vorräten, „die für den Erhalt der Stabilität und einen fortlaufenden Wertzuwachs gepflegt und genutzt werden wollen“.

Raunecker empfahl allen zertifizierten Waldbesitzern und FBG-Mitgliedern, sich immer „eng an die vorgegebenen Kriterien des PEFC zu halten“. Hier nannte er etwa aus Umweltschutz- und Gesundheitsgründen die Nutzung von Bio-Ölen und Sonderkraftstoffen in Motorsägen. Das Audit brachte ein zufriedenstellendes Ergebnis für Auditor und Waldbesitzer sowie das betreuende Forstamt. Die Forstbetriebsgemeinschaft „bestand“ und darf sich weiterhin „PEFC-zertifiziert“ nennen.

Info: PEFC ist ein transparentes und unabhängiges System zur Sicherstellung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung und damit ein weltweiter „Wald-TÜV“. PEFC ist die Abkürzung für die englische Bezeichnung „Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes“, also ein „Programm für die Anerkennung von Forstzertifizierungssystemen“. Waldzertifizierung nach den Standards von PEFC basiert auf den sehr strengen Richtlinien für die nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern. Diese wird durch kompetente und unabhängige Organisationen kontrolliert. Trägt ein Produkt aus Holz das PEFC-Siegel, dann heißt das: Die gesamte Produktherstellung – vom Rohstoff bis zum gebrauchsfertigen Endprodukt – ist zertifiziert und wird durch unabhängige Gutachter kontrolliert.

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