Rothenberger Grundschule reiste musikalisch nach Südafrika

Am Eingang hatte es sich ein Stoffaffe bequem gemacht. Im Schatten einer Säule ruhte sich der Panther aus. Rund um die Bühne wurde der afrikanische Dschungel lebendig. Zebras, Giraffen, Buschhasen, Elefanten, Krokodile und Nashörner tummelten sich. Allerdings nur als märchenhafte Aufführung der Grundschule Rothenberg, die mit dem südafrikanischen Stück „Kwela, Kwela“ über eine Stunde lang auf den südlichen Kontinent entführte. Die evangelische Kirche platzte bei dieser Aufführung aus allen Nähten, so viele Zuschauer wollten dabei sein.

Tolle Melodien mit Ohrwurmcharakter und mitreißende Rhythmen bildeten den Rahmen für eine humorvolle Geschichte mit ernstem Hintergrund. Denn in ganz Afrika gibt es kein Wasser mehr und die Tiere haben sich verzweifelt zusammengefunden, um für Abhilfe zu sorgen. Sänger und Darsteller kamen alle aus den Reihen der 58 Grundschüler. Auch die meisten Musiker der Begleitband bestanden aus Schülern. Die Musikschullehrer hatten die Songs mit den Instrumentalisten eingeübt.

Alle zwei Jahre stemmen Lehrer, Schüler und Eltern zusammen eine solche Aufführung. Nach den Osterferien beginnen die Proben für das neue Stück. Schon im Vorfeld wird beim gemeinsamen Brainstorming mit den Kindern geschaut, was ansprechend ist. Kostüme werden dann im Unterricht gemacht, die Eltern helfen beim Kulissenbau. Kwela-Musik ist ein Stil, der in den 70er Jahren in den Townships entstanden ist. Blues und Jazz sind in ihm vereint. Charakteristisch ist die Tin Whistle, die irische Blechflöte, die in der Rothenberger Aufführung durch Blockflöten ersetzt wurde.

Farbenprächtig ist schon der Beginn. Zwei Zebras führen in die Geschichte ein, ehe dann der gesamte Kronrat mit King George an der Spitze im Kirchenschiff Aufstellung nimmt. Überall herrschen Staub und brütende Hitze. Das Orakel lässt die Tiere wissen, wo sie zu graben haben. Aber ohne ein paar Quertreiber geht’s nicht. Der Buschhase will nicht so recht mitmachen, der König wird kritisiert, weil er zu faul ist und die Nachtgespenster bringen Unruhe in die Truppe.

Das Musical lebt von seinen eingängigen Melodien, die ein kleinerer oder größerer Schülerchor zwischen den einzelnen Textpassagen volltönend zum Besten gibt. Das lockert die Handlung schön auf, die Kinder sind mit Energie bei der Sache, wie auch die große Spannung im Vorfeld förmlich zu greifen war. Eine Story mit Witz tut das Übrige dazu, dass es immer wieder Zwischenapplaus für die einzelnen Darbietungen gibt.

Da sind es etwa die Krokodile, die bei der Tierkonferenz aufgefordert werden, niemand anderes zu fressen. Oder die Giraffen, die gefälligst in der hinteren Reihe Platz nehmen sollen, damit alle anderen etwas sehen können. Und dass die einzelnen Tiere manchmal nicht miteinander können – wie bei den Menschen eben. Viel Jubel und lang anhaltender Beifall waren zum Schluss der verdiente Lob für die wochenlange Probenarbeit der Kinder, die diese mit der begeisternden Aufführung krönten.

Hausherr Pfarrer Reinhold Hoffmann freute sich in seinen Begrüßungsworten, dass „die Kinder die Kirche als Raum für sich entdeckt haben“. Rektorin Angela Assmann dankte ihrem „tollen Team“, das sich in der Vorbereitung so engagiert einbrachte. Der Förderverein übernahm die Bewirtung und war im Vorfeld zur Stelle, als etwa Scheinwerfer und neue Mikros organisiert werden musste. Die Proben in den letzten Tagen „habt ihr super gemacht“, lobte sie die Schüler. Ohne die Eltern hätte aber alles „überhaupt nicht funktioniert“.

Uwe Bauer vom Förderverein hob das „große Engagement“ des Kollegiums hervor. Man versuche, die Schule so gut wie möglich zu unterstützen, freue sich aber auch über neue Mitglieder. Bürgermeister Hans Heinz Keursten, dessen Kollegen Thomas Ihrig (Hesseneck) und Ego Scheuermann (Sensbachtal) ebenfalls als Gäste dabei waren, betonte die „großartige Arbeit“ der musikalischen Grundschule. Ein großes Fest auf dem Schulhof schloss sich der Aufführung an.

Darsteller: Zebras Jake und Fred Aurelia Grabow und Marah Volk, Buschhase Tschipo Hanna Koch, Lärmvogel Tebago Pauline Wagner, Löwe King George Bastian Foshag, Giraffen-Wachen Zoe Edelmann und Arianita Hyseni, Elefant Frank Noemi Reuling, Zebra-Mädchen Lea Jungblut, Sophie Hofmann, Leonie Lutz, Lena Koch und Sophia Schmitt, weißer Marabu Alex Egler, Zwillingsbruder Lars Weck, Löwen Tim Weck und Gabriel Huwe, Jäger Sinan Saglam, bunte Vögel Janine Scheuermann, Nicole Reichert, Celine Seip und Katharina Feller, Gespenster Leoni Ries, Lill-Kim Ihrig, Ida Bauer, Elia Scheuermann, Mira Schober, Finja Stadler, Jill Kabel und Johannes Foshag, Sprecher Vanessa Krieger und Michelle Reichert.

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