Die Mammutaufgabe Sporthallensanierung ist in Rothenberg praktisch gelaufen

Für Vereine, Schulen und Kindergarten geht eine lange Durststrecke zu Ende: Nach den Sommerferien können sie die Rothenberger Sporthalle wieder nutzen. Dann sind die zweijährigen Generalsanierungsarbeiten beendet. Die starteten im August 2015 mit dem Abbruch des bisherigen Bodens. Seitdem wurde über eine Million Euro in das 50 Jahre alte Bauwerk gesteckt. Dazu kamen Eigenleistungen in Höhe von 70.000 Euro durch Ehrenamtliche, zum großen Teil aus den örtlichen Vereinen.

Die Ausrichtung des Kreisjugendfeuerwehrtags durch die Rothenberger Brandschützer gab den Arbeiten einen ungewollten Schub, erläuterte Architektin Stefanie Holschuh. „Eigentlich wären wir bei normalem Verlauf erst Richtung September fertig geworden“, sagte sie. Nun musste es Ende Juni sein. Und es war eine Punktlandung.

Kleinere Arbeiten finden noch über die Sommerferien statt. „Es sind noch nicht alle Wasserhähne montiert“, lachte Bürgermeister Hans-Heinz Keursten. Denn es hakte mit der Lieferung. Damit beim Eintreffen der Jugendwehren aus dem Odenwaldkreis alles blitzt, nahmen auch die Rothenberger Floriansjünger wie Vereinsvorsitzender Benjamin Götz den Besen in die Hand.

Bei den letzten Restarbeiten ist sich eh keiner für irgendeinen Handgriff zu schaden. Architektin Holschuh klebte die Männlein- oder Weiblein-Schilder an den Toilettentüren auf, noch ein paar Helfer sausten durch die Gänge. Die Handwerker schlossen ihre Arbeiten in der Woche zuvor ab. In einer Großputzaktion waren die Ehrenamtlichen in der gesamten Halle tätig, schrubbten sogar die Decke ab. „Die Grundreinigung war eine echte Herausforderung“, so Keursten.

„Die Eigenleistungen sind so gut wie alle durch“, sagte Holschuh. Im vergangenen Vierteljahr „haben wir alles stark beschleunigt“. Dem Estrich wurde ein Mittelchen beigemischt, damit er nicht in vier bis sechs Wochen sondern schneller trocknete. Damit konnte der Innenausbau mit Fliesen- und Malerarbeiten schneller von statten gehen. Nach Ostern war der Estrich begehbar.

Sanitär, Trockenbau und Decke wurden im Anschluss fertiggestellt. Elektroarbeiten geschahen in Eigenregie. Wie auch der Anstrich einer Wand und der Einzug einer weiteren Ebene ins Stuhllager. „Die Türen kamen vergangene Woche rein“, hob Holschuh den genau eingetakteten Zeitplan hervor. Wenn die Jugendfeuerwehren wieder abgerückt sind, kommt noch der Feinschliff. Neben den Wasserhähnen fehlt im Eingangsbereich auch noch die Wandverkleidung.

Als besondere Herausforderung bezeichnete die Architektin den Heizungseinbau. Denn an den Wänden der Sporthalle war kein Platz dafür. Somit wurde diese an der Decke angebracht, was aber wiederum eine Abklärung der statischen Gegebenheiten mit sich brachte. 40 Kilo pro Quadratmeter waren das höchste der Gefühle. Es passte mit Beleuchtung, Akustik und Heizung. Die Gelder dafür flossen aus dem kommunalen Investitionsprogramm.

Wie Keursten erklärte, wurde die Halle seit etwa zehn Jahren in drei Bauabschnitten saniert. „Bis auf den Boden haben wir alles ausgetauscht.“ Zuerst kam das Dach inklusive der Dacherhöhung dran. Es folgte die Außenfassade, ehe vor zwei Jahren der letzte, aktuelle und größte Abschnitt startete. Den musste die Gemeinde haushaltstechnisch auf drei Jahre strecken, weil er sonst finanziell nicht zu schultern gewesen wäre.

Der Sanitär-, Eingangs- und Umkleidebereich Richtung Osten wurde zum einen modernisiert, zum anderen ausgedehnt. Die komplette Fläche wurde auf die Flucht des bisherigen Eingangs nach außen gezogen. So entstanden insgesamt 400 Quadratmeter zusätzliche Fläche. „Die 530 Quadratmeter große Sporthalle bekommt durch den Umbau einen völlig anderen Charakter“, sagte Keursten. Ein großes Plus seien die besseren, zeitgemäßen Sanitär- und größeren Umkleideräume. Dazu entstand ein neuer Mannschaftsraum für die Feuerwehr mit 70 Quadratmetern.

Info: Die offizielle Einweihung der sanierten Sporthalle ist für Samstag, 4. November, zusammen mit allen Vereinen aus dem Ort geplant.

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