600 Jugendfeuerwehrleute aus 36 Wehren des Odenwaldkreises zu Gast zu Rothenberg

Besser hätte der Start nicht laufen können, auch wenn sich das restliche Wochenende deutlich grauer und regnerischer präsentierte: Zum Start des Kreisjugendfeuertags auf der Hirschhorner Höhe in Rothenberg kamen bei herrlichem Sonnenschein mit Blick über die Odenwaldhügel 600 Kinder und Jugendliche auf der Wiese gegenüber der Sporthalle zusammen, um den Begrüßungsansprachen der Ehrengäste zu lauschen. In über 100 Zelten verbrachten die Teilnehmer aus 36 Ortsteilwehren drei ereignisreiche Tage.

Die Rothenberger (Jugend-)Feuerwehr ist in der Organisation eines solchen Mammutevents bereits Profi. Zum 44. Mal fand der Kreisjugendfeuerwehrtag des Odenwaldkreises heuer statt, zum siebten Mal waren die Brandschützer aus der südlichsten Gemeinde Ausrichter. Was ihnen nicht nur aufgrund der schieren Zahl viel Lob von allen Seiten einbrachte, sondern auch aufgrund der Professionalität.

Schon zu Wochenbeginn hatte man in Rothenberg mit dem Aufbau losgelegt und dann jeden Tag mit 15 bis 20 Helfern geschuftet. Schließlich musste auch noch die Sporthalle auf Vordermann gebracht werden, die in einer Punktlandung nach zweijähriger Umbauzeit zum Start der Veranstaltung fertiggestellt worden war. Außerdem hatte die Feuerwehr im Zuge des Umbaus einen neuen Mannschaftsraum bekommen. Über 100 aktive und passive Mitglieder dürften übers Wochenende im Einsatz gewesen sein, schätzte Gemeindebrandinspektor Marco Johe. Denn die Einheimischen kümmerten sich auch um die komplette Bewirtung.

Kreisjugendfeuerwehrwart Dominic Groh war es eine Freude, viele Ehrengäste willkommen heißen zu dürfen. Bei der Bürgermeister-Vorstellung aus den Kreisgemeinden wurde spielerisch per Applausometer die Beliebtheit der Rathauschefs gemessen. Für die Gastgeber gab es zu deren 45. Jubiläum ein Geschenk für Jugendwart Janis Heckmann.

Rothenbergs Bürgermeister Hans Heinz Keursten, der im Namen der Kreiskollegen begrüßte, gestand seine Zweifel vor einigen Monaten, ob die Durchführung überhaupt möglich sei – weil die Fertigstellung der Sporthalle in den Sternen stand. Doch dann sagten sich die Rothenberger: „Wir schaffen das.“ Mit Erfolg. Keursten hieß die Gäste willkommen am „schönsten Ende der Welt“ – aus Sicht des Odenwaldkreises her betrachtet.

Landrat Frank Matiaske wünschte sich keine Wetterunbilden wie beim vergangenen Mal, als es ziemlich stürmte. Er wünschte „drei tolle Tage“ und würdigte die „starke Leistung“ der Rothenberger als Veranstalter. Die Präsenz von 36 Jugendfeuerwehren aus dem gesamten Kreis zusammen mit dem THW und dem DRK Rothenberg zeige die Schlagkraft der Hilfsorganisationen.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Jens Zimmermann, gerade aus Berlin angekommen, wies auf die Bedeutung der Rettungsdienste bei der Bewältigung der dortigen Unwetterereignisse hin. Es habe sich gezeigt, wie wichtig neben den Berufswehren auch die ehrenamtlich Tätigen seien. Kreisbrandinspektor Horst Friedrich war es angesichts von 600 Jugendfeuerwehrleuten nicht bange um die Zukunft der Einsatzabteilungen.

Es sei schön zu sehen, dass es so viele Jugendwehren gebe, die sich für die Allgemeinheit engagierten, betonte der stellvertretende Jugendwart Carsten Gerhold von der „Feuerwehrmafia“ aus dem Offenbacher Kreis. „Nach dem Jugendtag ist vor dem Jugendtag“, verdeutlichte Groh, dass die Planungen für kommendes Jahr (in Beerfelden) praktisch sofort wieder starten. Die Hauptorganisation liege immer bei den Wehren vor Ort. Der Kreisverband wertet seinen Worten zufolge den Ablauf aus und steht beratend zu Seite.

Zwei Jugendfeuerwehrleute aus Kailbach wurden im Rahmen der Eröffnung extra gewürdigt. Johannes Holzheimer und Julian Elser betätigten sich bei einem Unfall als Ersthelfer. Sie kamen mit dem Bus an einer Unfallstelle vorbei, wo ein Auto im Graben lag, und gingen sofort zu Werke. Viel Applaus der Eröffnungsgäste war ihnen sicher.

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