Das Programm bringt so richtig Power ins Gehirn: innovatives Bildungsprogramm an der Oberzent-Schule Beerfelden

Die Oberzent-Schule als Vorreiter: Als bundesweit erste Schule kommt ab dem neuen Schuljahr „Power Brain Education“ in allen fünften Klassen der integrierten Gesamtschule zum Einsatz. Das innovative Bildungsprogramm will das volle Potenzial des menschlichen Gehirns entwickeln. Einer Einführung mit Instruktorin Sabine Mohr wohnten jetzt 65 Schüler zusammen mit ihren Lehrerinnen in der Sporthalle bei. Der Kontakt kam über Vitaplus Odenwald von Frank Leutz zustande.

Den Kindern „hat es super gefallen. Sie haben toll mitgemacht“, lobte Mohr. Diese Begeisterung ist ihren Worten zufolge „genau das, was wir brauchen, damit mit Freude gelernt werden kann“. Dabei geht es auch um das positive Denken: „Wir können das“, verbunden mit dem Vertrauen dem/der anderen gegenüber. Schulleiter Bernd Siefert freute sich, dass die OZS die erste deutsche Schule sei, in der das Programm schuljahresübergreifend durchgeführt werde. Die Mittel dazu stelle die Stadt zur Verfügung.

Die Schulstunde der besonderen Art hilft laut Mohr den Heranwachsenden, „die Balance zu bewahren“. Gleichzeitig soll Lebensqualität vermittelt werden. Sie sollen „aufmerksam und achtsam mit der Welt umgehen“. Sie möchte den Kindern außerdem vermitteln, im Hier und Jetzt zu leben und mit gutem Beispiel voranzugehen. Ihren Worten zufolge ist es wichtig, „dass Körper und Geist kommunizieren können“.

Power Brain Education bringt ihrer Beobachtung nach „die Energie zum Fließen“ und helfe, die Aufmerksamkeit auf sich selbst zu richten, Selbstsicherheit zu gewinnen. Denn es werde der gute Umgang miteinander gefördert – was wiederum Mobbing entgegenwirke, das aus Unsicherheit entstehe. „Die Schüler sehen, dass sie etwas wert sind“, nannte Mohr einen weiteren Vorteil. „Ich zähle, ich bin wichtig, nicht nur eine Nummer“, werde vermittelt. Und weiter: „Auf der Welt zählt auch, was ich mache.“

Daneben möchte die Instruktorin dabei helfen, Stress abzubauen. Denn das pädagogische Konzept verbindet fortschrittliche Forschung aus den Bereichen Neurowissenschaften und Bildung mit traditionellen ostasiatischen Praktiken für vitale Entwicklung von Energie und Achtsamkeit. Geboten wird eine spannende Kombination von körperlichen, emotionalen und kognitiven Übungen, um das eigene Gehirnpotenzial zu erschließen.

„Wir haben die Energie in uns, wir müssen sie nur nutzen“, betonte Mohr. Das Programm helfe dabei, sie nach außen zu bringen und auch zu teilen. „Erst war alles neu“, standen die Schüler zu Beginn der Sache noch etwas skeptisch gegenüber, beobachtete sie. Aber dann ließen sich sie darauf ein – die Mädchen früher, die Jungs bisschen später. Sabine Mohr hatte einen Testlauf mit Musik und Gruppendynamik zusammengestellt, der die Teilnehmer zuerst „runterfahren“ ließen, dann sie aber auch wieder pushte und ihre Konzentration forderte.

Einerseits ist Power Brain laut Mohr kein Sportunterricht, andererseits aber auch nicht rein technisch. Es werden Naturelemente eingebaut, in Partnerübungen geht es darum, sich auf den anderen verlassen zu können. Alles auf die Fünftklässler ausgerichtet und dementsprechend spielerisch gestaltet. Bernd Siefert freute sich zu sehen, dass Kinder, die im Unterricht „sehr aktiv“ seien, „gut mit bei der Sache waren“.

„Just do it“, heißt das Credo des Programms. Fehler zu machen ist völlig in Ordnung. Es gelte einfach, auf sich selbst zu vertrauen, so Mohr, positiv zu denken, Spaß dabei zu haben. Und außerdem, seinem Gehirn zu vertrauen. Denn alle Antworten „befinden sich darin“. Stressabbau und Entspannung sind neben der Förderung von Kreativität weitere Komponenten.

 

 

Kursleiterin Sabine Mohr ist gebürtige Odenwälderin und lebte 17 Jahre in Kanada. Dort leitete sie internationale Schüleraustauschprogramme sowie organisierte Mitmach-Events, Seminare und Workshops für Kinder und Erwachsene. 2015 absolvierte sie eine Ausbildung zum Power Brain Education-Lehrer. Seitdem unterrichtete sie die Schülerprogramme auf Englisch in Nordamerika.

Power Brain Education ist in Deutschland noch relativ unbekannt. Es wird aber seit über zehn Jahren erfolgreich an Schulen in Nordamerika, Südkorea und El Salvador praktiziert. Seit 2016 wird das Programm im US-Bundesstaat New York an 1800 Schulen unterrichtet. Das Mindestalter beträgt zehn Jahre. Kursdauer und Einheiten werden individuell auf die jeweilige Gruppe abgestimmt.

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