Melancholisches, aber auch ausgelassene Lebensfreude: Erstes Ausklang-Konzert in der evangelischen Kirche Hirschhorn widmete sich dem Irish Folk

Das erste Ausklang-Konzert in der evangelischen Kirche begann mit viel Schwung und Gefühl. Das irische Motto hatte viele Zuhörer ins Gotteshaus gelockt. Die hörten ein abwechslungsreiches Konzert, bei dem für jeden Geschmack – mal in großer Besetzung, mal in kleinerer oder als Duett, instrumental oder als Gesangsstück – etwas gespielt wurde. Einen stimmungsvollen Auftakt gab es bei „Roving Galway Boy“ mit Harfe (Christina Lechner) und Cellokantilene (Greta Böing), wobei dann die Geigen (Jonna Böing und Franz Lechner) das Thema fortführten.

Eindrucksvoll war auch das Wechselspiel zwischen Geigen, Flöten (Salome Kerle Sopranino-Flöte und Carola Böing Querflöte) sowie Harfe. Die jungen Sängerinnen Matilda Zipp, Miriam Enger, Lara Heinzmann und Antonia Lechner, die auch als Bratschistin glänzte, sangen sich einfühlsam instrumental begleitet sofort in die Herzen der Zuhörer. Von ihnen geboten wurden die Songs „Arthur McBride“, „Sally Gardens“, „Spancill Hill“, „The Bold Tenant Farmer“, „Has Sorrow thy Young Days Shaded“ und zuletzt der Segenswunsch „Hin diu dan dui“ als Terzett.

Mitreißende synkopierte, wechselnde Tanzrhythmen, die keinen Zuhörer still sitzen ließen, zeigten neben den melancholischen, verträumten Liedern das andere Gesicht der irischen Musik. Denn die kann auch für ausgelassene Lebensfreude stehen („Merrily kissed the Quaker’s Wife“, „Walls of Liscoll“, „Botanny Bay“). Die bekannte Irish-Folk-Band Heebie Jeebies war als Verstärkung hinzugekommen: Franz Lechner (Violine, Gesang), Martin Müller (Gitarre, Gesang), Tina Czemmel-Zink (Bodhran, Gesang), Michael Pascuzzi (Bodhran, Gesang).

Stücke vom Whiskey und von Schwarzbrennern, vom Pächter, der gegen den Landlord aufbegehrt, oder das „Ye Jacobites“ als ein Appell für den Frieden wurden in unterschiedlicher Besetzung beeindruckend dargeboten. Ergänzend zur Musik gab es irische Segenswünsche und Weisheiten, vorgetragen von Marlies Flachs. So gibt es keinen Grund sich aufzuregen, wenn man statt in den Himmel in die Hölle kommt – vor lauter Händeschütteln mit alten Bekannten habe man keine Zeit zur Entrüstung. Wie im Flug war ein schönes Konzert zu Ende und man hätte gerne noch weiter zuhören können.

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