Beim 41. Ritterfest am 2. und 3. September taucht Hirschhorn wieder in seine Historie ein

Die Neckarstadt steht am Samstag, 2., und Sonntag 3. September, bereits zum 41. Mal ganz im Zeichen der Historie. Die Hirschhorner Ritter übernehmen das Regiment über die Stadt und laden zum Ritterfest ein. Zwei Tage lang heißt es rund um den Chateau-Landon- und Freien Platz „Hirschhorn lebt im Mittelalter“. Beginn ist an beiden Tagen um 11 Uhr. Außerdem wird in diesem Rahmen das Jubiläum „600 Jahre Jahrmarktsrechte“ begangen. Das Fest beginnt auf dem Rathausvorplatz mit der offiziellen Markteröffnung durch die Hirschhorner Ritter und dem Böllerschuss.

Die bekannte Rittergruppe Fictum kommt auch 2017 gerne wieder an den Neckar. Die tapferen Recken aus Tschechien verstehen sich vortrefflich auf den Schaukampf in Rüstung mit historischen Waffen. Dabei außerdem: Luftartistik mit Trifabula, die Hirschhorner Gruppe kampfhûs mit Fechtvorführungen, die Komödianten Pill und Pankratz, das Gauklerduo Forzarello und der Feuerzirkus Bilenko. Viele Spielmänner und -frauen sind vertreten: Mit bereits 20-jähriger Erfahrung auf den Mittelalterbühnen bringen die Musikerinnen von „Mucker Pazza“ geballte Spielweiber-Power mit, die sich gewaschen hat.

Auch die vier Musiker von Musica Canora haben mit ihren gotischen Dudelsäcken, Saiteninstrumenten, allerlei Pfeifen und Trommeln bei den Auftritten sofort die ungeteilte Aufmerksamkeit der Mittelalterfans. Die Minnesänger der Ritter zu Hirschhorn runden zusammen mit dem Fanfarenzug der Stadt Eberbach, Hrabne der Barbardin und Christine Weniger an der Drehleier das musikalische Angebot des 41. Ritterfestes ab. Beim abendlichen Tavernenspiel mit feurigem Spektakel erleben die Besucher noch einmal alle Akteure zusammen. Die jeweiligen Auftrittszeiten und -orte sind im Ritterfestflyer und auf der Homepage ersichtlich.

Ein Markenzeichen des Ritterfests ist immer das große Handwerkerdorf mit unzähligen Mitwirkenden, wo man das alte Brauchtum aus vergangenen Jahrhunderten live erleben kann. Dort lässt sich den zahlreichen Künstlern über die Schulter schauen und so manches über die alten Handwerke erfahren. Zu bestaunen sind beispielsweise Buchdrucker, Bogenbauer, Scherenschleifer, Quacksalber, Brillenmacher, Papierschöpfer, historische Färberei und vieles mehr.

Hier ein Auszug: Der Brillenmacher Dahmen fertigt mittelalterliche Brillen aus Holz, Horn, Silber und Mammut. Alle seine Arbeiten sind Unikate. In der Buchdruckerei von meint man, Guttenberg und Kessler stehen persönlich in der Werkstatt. Unter dem Namen Elfgard stellt Eva Landmann besonderen Schmuck her: im hellen Tageslicht zauberhafte Kleinode und bei Nacht leuchten die Stücke wie durch Magie.

Auch einen Fellgerber kann man bei der Ausübung seines Handwerks beobachten und die von ihm gefertigten Produkte wie Hausschuhe, Westen oder Felle direkt erwerben. Die Glasmalerei ist eine traditionelle handwerkliche Technik mit einer über tausendjährigen Geschichte. Eine Hirschhornerin beherrscht diese Kunst perfekt. Ausschließlich mit alten originalgetreuen Werkzeugen wird in der Goldschmiedewerkstatt gearbeitet. Gelötet wird auf Holzkohlenglut mit Mundblasrohr.

Ein Meister seines Handwerks ist der Korbflechter. Er bietet seine handgeflochtenen Körbe feil, zeigt ihre Entstehung und bringt den Kindern das Korbflechten bei. In der Leuchteray fertigen Nicole und Michael Linke Lichterknoten und Holzlaternen an. Auch das von vielen vergessene alte archaische Handwerk des Mollenhauers wird dargestellt. Der Ausdruck bezeichnet den Beruf, bei dem hölzerne Sautröge komplett aus einem Pappel-Baumstamm gearbeitet werden.

Der Silber- und Bronzeschmied zeigt altes Handwerk mit Vorführungen. Man findet von ihm selbst gefertigte Armspangen, Gewandfibeln, Halsreife und Ringe sowie Amulette und Ohrhänger. In seiner mobilen historischen Schmiede schmiedet Thomas Hammer alles, was das Kinderherz begehrt. Ob Schnecken, Würfel, Minihufeisen oder andere Lieblingsstücke, hier wird jeder glücklich. Ein Wetterfahnenmacher berichtet über sein Handwerk und fertigt individuelle Einzelstücke von unvergänglichem Wert.

Allerlei Händler preisen ihre Waren an. Die weiblichen Besucher erfreuen sich an Kränzen aus Getreide und Blumen, mittelalterlichen Gewändern, Taschen, Tüchern, individuellem Schmuck, Kopfschmuck, edlen Steinen, Seifen, Körperölen und Düften, während die Herren sich für Zinnfiguren, Fahnen, Schwerter, Äxte, Rüstungsteile und Helme interessieren. Auch allerhand Nahrhaftes wie Honig, Konfitüren, Marmeladen und Gelees, Gewürze, Kerniges aus der Räucherkammer und Flüssiges vom Metbrauer, Kräuterweine, Frucht- und Sahneliköre, Kräuterliköre und Schnäpse werden feilgeboten.

Info: Der ganztägige „Wegezoll“ beträgt 7 Euro, für das Zweitagesticket 10 Euro. Kinder unter „Schwertmaß“ haben freien Durchlass. Der Eintritt für Gewandete beträgt 4/6 Euro. Im Wegezoll ist der Eintritt für die Bilderausstellung 125 Jahre evangelische Kirche im Langbein-Museum enthalten. Weiteres unter http://www.hirschhorner-ritter.de

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