Beim Finki-Festival ist der gesamte FC gefordert

Wenn es auf das „Finki“-Festival, das „Woodstock im Odenwald“, zugeht, ist beim mitveranstaltenden FC Finkenbachtal immer viel Arbeit angesagt. Bereits einen Monat vor dem Event am zweiten Augustwochenende starten die Arbeiten auf dem Festplatz neben Sportgelände und Freibad. Dann beginnt eine eingeschworene Truppe von zehn bis 15 Vereinsmitgliedern, die drei in Zuständigkeit des FC fallenden Zelte aufzubauen. Neben Gastro- und Bierzelt ist das auch der Backstagebereich.

„Die Rentner sind dann tagsüber fast jeden Tag anzutreffen“, schmunzelt der zweite Vorsitzende Armin Löffler. Abends kommen dann die Berufstätigen mit dazu und packen an. Etliche Strom- und Wasserleitungen gilt es außerdem zu verlegen. Übers Wochenende vom 11. bis 13. August, wenn dann die Musik spielt, hat der FC 120 Helfer in verschiedenen Schichten im Einsatz. Dazu kommen noch Feuerwehr und Rotes Kreuz.

In der letzten Woche vor dem Happening, das die Kultband „Guru Guru“ mit ihrem Mastermind Main Neumeier musikalisch ausrichtet, herrscht auf Vereinsseite Hochbetrieb. Allerdings ohne viel Hektik, denn der FC ist organisatorisch ja schon seit 30 Jahren mit im Boot. „Uns kann nichts mehr schocken“, blickt Löffler gelassen auf mögliche unvorhergesehene Ereignisse.

Aktuell steht der Zaunaufbau rund um das Gelände an. 110 Elemente à drei Meter sind zu stellen, die danach mit einer undurchsichtigen grünen Plane verkleidet werden. Damit es eben nicht zu viele „Zaungäste“ gibt, die sich den Eintritt ersparen wollen. Der Klassiker beim Finki sind immer die FC-Bratkartoffeln. Damit diese in rauen Mengen bereit stehen, sind im Vorfeld die Hausfrauen des Orts gefordert. 50 von ihnen sind es, die sich ums Abkochen der Kartoffeln kümmern, die auch noch geschnippelt werden müssen.

Noch einmal die gleiche Zahl an Hausfrauen macht sich kurz vor dem Fest ans Backen der diversen Kuchen, die dann die Theke zusammen mit dem Kaffee füllen und die Leckermäuler begeistern. Bei den Fleischwaren setzt der Verein ganz auf die Regionalität, denn sie werden von der Metzgerei Beisel und Jehle und Rothenberg bezogen. Das Bier kommt in Form der Marke Radeberger von etwas weiter her. Erstmals gibt’s in diesem Jahr Pepsi statt Coca Cola. „Wir zapfen die aus 25-Liter-Behältern“, so Löffler. Damit fällt das umständliche Hantieren mit den Flaschen weg.

Die Verpflegung ist das eine, die Instandsetzung des Platzes das andere. Jürgen Bartmann kümmert sich um das Mähen des Rasens. Danach kommt die Feuerwehr angerückt und zieht „Schneisen“ mit Flatterband, um Rettungswege freizuhalten. Die Brandschützer sind auch bei der Statik der Bühne gefordert. An jeder Ecke wird ein Tank mit 20 Kubikmeter Wasser platziert, damit sie bei Wind nicht ins Schwanken gerät.

Ein „Renner“ waren im vergangenen Jahr die Öko-Toiletten, weshalb es sie diesmal wieder gibt. „Die kamen beim Publikum sehr gut an“, lacht Löffler. Denn sie arbeiten ohne Chemie. Wer aufs stille Örtchen geht, schmeißt vorher erst einmal eine Ladung Sägemehl hinein…

Nachdem auch immer mehr Festivalgäste den Luxus eines Bettes zu schätzen wissen, sind die meisten Übernachtungsmöglichkeiten jetzt schon ausgebucht. Das macht es für Löffler gar nicht einfach, für die Bands noch ein zusätzliches Zimmer aufzutun, wenn sich bei diesen die Anzahl der Mannschaft ändert. Die Musiker sind in der Raubach, in Gammelsbach und in Beerfelden sehr Finkenbach-nah untergebracht.

Traditionsgemäß stehen natürlich im kompletten Finkenbachtal etliche Zeltplätze zur Verfügung – für all diejenigen, die authentische Festivalluft schnuppern wollen. Vom Gelände bis an den Ortsausgang Richtung Ober-Hainbrunn zieht sich in der Regel ein buntes Zeltmeer den Bach entlang. Frühstücken können die Camper im Schwimmbad, das auch eine kleine Auswahl an Lebensmitteln bereithält, nachdem der kleine örtliche Laden im Mai zumachte. Über den Mittag ist jeweils der „rollende Bauernladen“ an der ehemaligen Metzgerei vor Ort, damit es an nichts mangelt. Samstag und Sonntag kommt die Rentnerbrigade schon frühmorgens vorbei, um das Gelände wieder ordentlich herzurichten.

Für Mani Neumeier ist das Finki immer „das Highlight des Jahres“. Er freut sich, in Finkenbach vor vielen alten Bekannten zu spielen und ebenso viele wiederzutreffen. 2018, das ist jetzt schon klar, wird es ein großes Hallo geben. Denn dann wird Guru Guru 50 Jahre alt. Neumeier macht sich schon jetzt Gedanken, wie dies gebührend gefeiert werden kann.

Programm Finki-Festival 2017

Freitag, 11. August, Einlass 17 Uhr, 19 Uhr Jack Dupon, 21 Uhr Neumeier (Guru Guru) & Grosskopf (Ashra Tempel) & Kranemann (ex-Kraftwerk), 23 Uhr Pretty Things, 1 Uhr Samsara Blues Experiment. Samstag, 12. August, Einlass 13 Uhr, 15 Uhr Jobarteh Kunda, 17 Uhr Ease Up Ltd, 19 Uhr DeWolff, 21 Uhr Guru Guru, 23 Uhr Arthur Brown, 1 Uhr Kungens Män. Vorverkauf online bei Reservix, per E-Mail unter ticket@finki-festival.de , telefonische Kartenbestellung unter 06235/491997, Hard-Tickets gibt es in Heidelberg – Crazy Diamond, Mannheim – Come Back, Finkenbach – Bäckerei Hering, Würzburg – H 2 O Plattenladen, Aschaffenburg – Echobeat, Darmstadt – Come Back. Weitere Infos unter http://www.finki-festival.de

 

Advertisements