Erschließungsarbeiten im Rothenberger Baugebiet „Alt Schulzenfeld“ gehen bald los

Die größte Investition in der jüngeren Rothenberger Geschichte (neben der Sporthalle als Gebäude) geht in ihre Verwirklichung. Sie wird gleichzeitig die letzte in der nur noch bis Jahresende selbständigen Gemeinde sein. Danach geht die Erschließungs- und Bautätigkeit im Neubaugebiet „Alt Schulzenfeld“ über an die neue Stadt Oberzent. Die Gemeindevertretung beschloss in der vergangenen Sitzung einstimmig, fast eine Million Euro für die Erschließungsarbeiten in die Hand zu nehmen. Die Planungen laufen schon seit geraumer Zeit.

Zwischen dem oberen Ortsrand und der Sporthalle sollen in herrlicher Lage mit Blick über die gegenüber liegenden, bewaldeten Odenwaldhügel mehr als 40 Bauplätze auf über 450 Metern Höhe entstehen. Vier konkrete Bauvorhaben gibt es laut Bürgermeister Hans Heinz Keursten bereits, „ohne dass wir groß in die Vermarktung eingestiegen sind“. Das wird dann die nächste Aufgabe im neuen Jahr sein.

Eigentlich sollte schon Anfang kommender Woche mit den Arbeiten begonnen werden. Doch der Zeitplan ließ sich aufgrund der Terminierung der Gemeindevertreter-Sitzung nicht halten. Man rechnet nun in der Verwaltung mit Baubeginn – abhängig von der Witterung – noch in diesem Jahr und Fertigstellung der Maßnahme im Mai/Juni 2018. Beauftragt wurde von den Mandatsträgern ein Unternehmen aus Michelstadt, das als leistungsfähig und zuverlässig bekannt ist.

Dass diese Firma als einzige von fünf Betrieben, an die die Ausschreibungsunterlagen gingen, ein Angebot abgab, sorgte für Kopfschütteln im Rund. Scheinbar, so der Tenor, sind die Bauunternehmen so ausgelastet, dass selbst eine solch hohe Auftragssumme nicht verlockend erscheint. Wie die Auswertung ergab, wichen die Angebotspreise gegenüber dem Kostenvoranschlag des Ingenieurbüros nur um 4,4 Prozent nach oben ab. Eine Summe, die noch tolerierbar ist. Mittel stehen im Haushalt zur Verfügung.

Zu den Erschließungsarbeiten im Baugebiet gehören Erd- und Straßenbau, Entwässerungskanal und Wasserversorgung der unterhalb der Sporthalle liegenden Flächen zu beiden Seiten des Gammelsbacher Wegs. Mindestens weitere 300.000 Euro werden für Maßnahmen in der Nachfolge der Baugebiets-Erschließung fällig. Da geht es um die Sanierung des Gammelsbacher Wegs, den Ausbau des Stichwegs Landwehrstraße und Sanierung der dortigen Wasserleitung.

Auf der anderen, östlichen Seite der Sporthalle liegt das Gebiet „Hinter den Eichen“. Es verläuft bis an den Rand des Buchenwalds. Seit dem Jahr 2000, so der Bürgermeister, gab es immer wieder Versuche, dort einen Bebauungsplan auf den Weg zu bringen. „Wegen der Grundstückszuschnitte und Eigentumsverhältnisse war bisher keine Lösung in Sicht“, sagte er. Hier half das Flurbereinigungsverfahren Rothenberg, Kortelshütte und Ober-Hainbrunn.

Durch die Neuordnung konnte nun – auf Initiative der Grundstückseigentümer – ein Bebauungsplanentwurf erstellt werden. „Ich bin froh, dass die Besitzer die Initiative ergriffen haben“, so Keursten. In diesem Zuge ließen sich auch die im Außenbereich entstandenen Bauten ohne Genehmigungen regeln. „Vieles wurde zwischenzeitlich erledigt“, sagte er. Weitere Anregungen lassen sich im Zuge der vierwöchigen Offenlage einbringen, meinte Verwaltungsmitarbeiter Armin Löffler auf Frage von Wilfried Friedrich (WGR). Der hatte die Begriffe Gartenanlage, Feuerstelle, Grillplatz und Grabgärten eingeworfen.

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