Rothenberger Regenüberlaufbecken Heiligenwiesengraben verschlingt viel Geld

Das Regenüberlaufbecken Heiligenwiesengraben wird die Gemeinde ein erkleckliches Sümmchen Geld kosten. Keines allerdings, das sie freiwillig in die Hand nimmt, verdeutlichte Gemeindevertreter-Vorsitzender Horst Schwinn (FWV) in der vergangenen Sitzung. Die Kommune ist durch gesetzliche Vorgaben verpflichtet, das bei Starkregen anfallende Mischwasser aufzufangen, damit es nicht ungefiltert auf die dortige Wiese abfließen kann.

Innerhalb von zwei Jahren wurde die projektierte Maßnahme um fast 70 Prozent teurer als zuerst gedacht. Ende 2015 war man noch von 75.000 Euro Kosten ausgegangen. Jetzt lautete ein erstes Angebot auf 131.000 Euro. Durch ein paar Einsparungen, von der beauftragten Firma selbst vorgeschlagen, ließ sich diese Summe auf 123.300 Euro reduzieren. Da nur 100.000 Euro im Haushalt bereitstehen, muss der Rest überplanmäßig aufgebracht werden. Beides beschlossen die Mandatsträger einstimmig.

Der Vorfluter, der „Heiligenwiesengraben“, ist bei den Wassermassen überfordert, wie sie bei einem länger anhaltenden Regenguss vom Himmel kommen, hatte das Ingenieurbüro Golükes im Rahmen einer hydraulischen Untersuchung festgestellt. Vor zwei Jahren wurde durch den Bauhof ein Durchlass unter dem „Neuen Weg“ geschaffen, womit sich das Wasser auf der unterhalb gelegenen Wiese verteilen und weiter hangabwärts laufen konnte.

Um die vorhandenen Schwerstoffe wie etwa Papierreste aus dem Mischwasser herausfiltern zu können, soll ein sogenannter „Regenüberlauf mit Streichwehr“ entstehen. Dieser könnte dann nach den Vorstellungen des Büros verhindern, dass sich diese Schmutzstoffe auf der Wiese verteilen – und diese außerdem bei Starkregen so geflutet wird, dass irgendwann Erosionsgefahr bestünde. Derzeit hat die Gemeinde aber das Glück, dass Papierreste nicht festzustellen sind.

Wie Bürgermeister Hans Heinz Keursten erläuterte, verliefen Erörterungsgespräche mit der Unteren Naturschutzbehörde positiv. Das Antragsverfahren wurde eingeleitet, weshalb er in Kürze mit einer Genehmigung rechnet. Es gab eine öffentliche Ausschreibung, woran aber nur drei Firmen Interesse zeigten. Zwei gaben Angebote ab. Eine Firma aus Fürth bekam als günstigster Bieter den Zuschlag. Diese machte auch den Vorschlag, den Überlaufbau als Fertigteilbauwerk auszuführen. Dadurch ergeben sich wegen der geringeren Wandstärke, verkürzter Bauzeit und kleinerer Baugrube Einsparungen.

Wie Keursten betonte, wird damit der erste Schritt zum Umbau des Kanalsystems in der Kerngemeinde eingeleitet. In den kommenden Jahren seien weitere Mittel im Haushalt einzuplanen, um viele – seit längerem bekannte – Dinge auf den Weg zu bringen. Ein Regenrückhaltebecken im oberen Bereich der Wiese mit 500 Kubikmetern „können wir sparen“, sagte der Bürgermeister. Die Gemeinde sei im Rahmen des Flurbereinigungsverfahrens mittlerweile Eigentümer der gesamten Wiesen. Damit entstehe ein natürliches Becken im unteren Bereich des Heiligenwiesengrabens.

Rothenberg braucht einen neuen Salzstreuer, denn der nächste Wintereinbruch kommt bestimmt. Das bisherige, 17 Jahre alte Gerät, ist stark reparaturbedürftig. Die Auffrischung dürfte nach einer Kostenschätzung über 8000 Euro kosten. Da der Gemeindevorstand der Meinung war, dass sich die sich diese Ausgabe nicht mehr lohnt, holte man sich zwei Angebote für ein neues Gerät. Eine örtliche Firma bekam für knapp mehr als 20.000 Euro den Zuschlag, den neuen Streutautomaten für den gemeindlichen Unimog zu liefern.

Die Mittel werden außerplanmäßig zur Verfügung gestellt. Kurzfristig kam man überein, eine Aufstiegsleiter doch noch mit ins Paket aufzunehmen. Eigentlich sollten die dafür notwendig fast 700 Euro gespart werden. Doch letztlich ließ sich der Gemeindevorstand von der Notwendigkeit überzeugen. Die Gemeindevertretung folgte einstimmig dem Vorschlag. Die Lieferzeit beträgt etwa sieben Wochen. „Der alte Streuer funktioniert aber noch“, beruhigte Keursten mit Blick auf mögliche Schneefälle in der kommenden Zeit.

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