Nostalgie bei der letzten gemeinsamen Versammlung der sechs Beerfeldener Feuerwehren

Es war eine historische Versammlung, nämlich die 44. gemeinsame und auch letzte der Freiwilligen Feuerwehren in der Oberzent-Stadt. Darauf ging in seinen Worten nicht nur Stadtbrandinspektor (SBI) Bernd Ihrig ausführlich ein, sondern auch die weiteren Redner im Dorfgemeinschaftshaus. Dort hatten sich die Brandschützer versammelt, um den Jahresberichten zu lauschen, aber auch der Ehrung von verdienten Kameraden beizuwohnen, die das Feuerwehrleben über Jahrzehnte hinweg prägten.

„Da ist viel Geschichte dabei“, meinte Kreisbrandinspektor Horst Friedrich. Denn vier, fünf oder sechs Jahrzehnte halten manche Floriansjünger bereits der Wehr ihre Treue. Langanhaltender Applaus begleitete die Jubilare, die mit ihrem Einsatz der Organisation in den jeweiligen Stadtteilen ihren Stempel aufdrückten. Denn oftmals engagierten sie sich neben dem aktiven Dienst auch noch lokal oder überregional in Verein oder Verband.

„Ich danke euch für alles, was ihr für die Wehr getan habt“, meinte (SBI) Ihrig. Die Verdienste und den Einsatz würdigten auch Bürgermeister Gottfried Görig, Kreistagsvorsitzender Rüdiger Holschuh, Horst Friedrich, Dr. Raimund Keysser (DRK) und Kreisjugendfeuerwehrwart Dominik Groh in ihren Grußworten.

Ihrig freute sich besonders, zum „Abschluss der gemeinsamen Geschichte der sechs Beerfelder Feuerwehren“ alle SBI der vergangenen 44 Jahre begrüßen zu können. Er selbst ist seit 1994 im Amt zuvor waren dies Friedel Engelter (1974 bis 1984) und Heinrich Breimer (1984 bis 1994). Ihrig wollte seinen Berichten für 2016 und 2017 nicht so sehr auf Zahlen und Fakten Bezug nehmen, sondern auf den Feuerwehrdienst als solchen. „Wir wissen zur Genüge, was es heißt“, einen solchen zu leisten.

Der SBI hält nichts von der Auflistung von Schadenssummen. „Denn es ist viel wichtiger, welche Werte durch unseren Einsatz erhalten oder gerettet werden.“ Ihrig zeichnete das Bild einer schlagkräftigen Truppe, die den Schutz und die Sicherheit der Mitbürger Tag und Nacht sicherstellt. „Bei aller Technik sind es die freiwilligen Helfer, die das Wesen der Feuerwehr ausmachen“, betonte er.

207 aktive Frauen und Männer sind laut dem SBI derzeit im Dienst für den Nächsten aktiv. Die Übergänge aus der Jugendwehr übertrafen sogar die Wechsel in die Altersabteilung und Austritte. Somit eine „günstige Zukunftsprognose“ trotz der eher ungünstigen demografischen Strukturen. 82 Kameraden zählt derzeit die Alters- und Ehrenabteilung. 30 Musiker spielen in der Feuerwehrkapelle mit. Er zeigte sich froh über die gute Nachwuchsarbeit, die Stadtjugendfeuerwehrwart Marc Gärtner beleuchtete.

Der SBI nannte für 2016 insgesamt 57 Einsätze, in diesem Jahr waren es bisher sogar schon 75. Allerdings nicht nur in Beerfelden, weil man als Stützpunktwehr auch für die anderen Oberzent-Orte zuständig ist. Die Tageseinsatzsicherheit konnte man mit Alarmplänen sicherstellen. Ihrig erwähnte daneben die Ersatzbeschaffungen für diverse Einsatzfahrzeuge der verschiedenen Wehren. Über den Odenwaldkreis bekam Beerfelden kurzfristig ein LF-KatS, das allerdings auch weitere Aufgabengebiete mit sich brachte.

Als „umfangreichsten Einsatz, den der Odenwaldkreis in dieser Art je erlebt hat“, kennzeichnete Ihrig den Brand im Gasthaus zur Sonne Anfang Dezember 2016. „Rund 180 Einsatzkräfte haben hier eine hervorragende Arbeit geleistet“, betonte er. Der SBI machte deutlich, dass die Wehrleute gerade in der Erstphase des Einsatzes weit über die Grenzen der Belastbarkeit hinaus gefordert waren. Als weitere Großeinsätze nannte er den Heu- und Strohballenbrand in Hetzbach Ende Juli sowie die Reizgas-Attacke auf dem Gailsmarkt.

Gärtner zeichnete die vielen Aktivitäten der Jugendlichen von zehn bis 17 Jahren in den beiden Jahren nach. Es gibt derzeit 71 Mitglieder, die Hälfte davon aus Beerfelden-Kernort. Die Minifeuerwehr in Hetzbach zählt sechs Kinder, die in Gammelsbach neun. Um die 900 Stunden ehrenamtliche Arbeit listete Gärtner im Dienst der Nachwuchsbetreuung auf.

 

Ehrungen

Silbernes Brandschutzabzeichen am Bande für 25 Jahre aktiven Dienst: Jörg Drescher (FFW Gammelsbach), Manuel Hering (Falken-Gesäß), Erik Sauer (zuerst Ebersberg, jetzt Beerfelden). Goldenes Brandschutzabzeichen für 40 Jahre: Matthias Beisel, Helmut Eifert, Thomas Schmidt (alle Beerfelden)

Bronzenes Brandschutzverdienstzeichen am Bande für Verdienste um den Brandschutz: Gerhard Reubold (seit 1972 aktives Mitglied Beerfelden, u.a. 1990 bis 1994 Wehrführer)

Bronzenes Ehrenzeichen des Bezirksfeuerwehrverbands Hessen-Darmstadt für 25 Jahre Mitgliedschaft: Dr. Raimund Keysser. Goldenes Ehrenzeichen für 50 Jahre: Wilfred Gutjahr (Beerfelden), Peter Röth (zuerst Grasellenbach, dann Falken-Gesäß). Goldenes Ehrenzeichen für 60 Jahre: Helmut Altendorf (Olfen), Kurt Schmidt (Hetzbach)

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