Hinterbach soll ab 1. Januar das gelbe Ortsschild bekommen

Große Freude im kleinen Rothenberger Weiler, der voraussichtlich bald keiner mehr sein wird. Wie Bürgermeister Hans Heinz Keursten mitteilte, geht die Gemeinde davon aus, dass nach dem 1. Januar im Zuge der Oberzent-Fusion das grüne Weiler- mit dem gelben Ortsschild ersetzt wird. Eine entsprechende Anordnung traf Keursten bereits als örtliche Straßenverkehrsbehörde und gab sie an den Odenwaldkreis als überörtliche, für die Kreisstraße zuständige weiter.

Vor kurzem erreichte die Kommune von dort die Liste mit den im neuen Jahr zu ändernden Ortsschildern. Die Hinterbach in Gelb war dabei. „Wir gehen deshalb davon aus, dass dies so umgesetzt wird“, meinte Verwaltungsmitarbeiter Armin Löffler. Außer einem Anruf von Hessen Mobil, dass das gelbe Schild noch strittig sei, hörte man seitdem in Rothenberg zu dem Thema nichts mehr. Und bevor Keursten nichts Schriftliches auf dem Tisch hat, geht er erst einmal vom Positiven aus.

Der Auftrag für die Herstellung der neuen Schilder ist jedenfalls schon raus. Denn in der ersten Januarwoche sollen sie bereits angebracht werden. Da die Umsetzung auch des Hinterbach-Schildes vom Odenwaldkreis angeordnet wurde, „denke ich, dass es funktioniert“, so Keursten. Bisher war vor allem Hessen Mobil der Bremser in den Bestrebungen, dem Weiler endlich einen vollwertigen Ortsteil-Status zu geben.

Dabei ist die Bebauung dort laut dem Bürgermeister bereits relativ dicht – verglichen mit anderen Orten, die sich schon längst mit dem gelben Schild schmücken dürfen. Er erwähnt Unter-Hainbrunn, wo ein paar Meter nach dem Ortseingang schon wieder Ende ist. Oder das langgestreckte Falken-Gesäß mit einigen Unterbrechungen in der geschlossenen Bebauung. „Wenn dort, dann auch bei uns“, so Keursten.

Die Siedlungsstruktur im Noch-Weiler Hinterbach wurde über die Jahre verdichtet, meint er. Zusammen mit dem engen Tal und der kurvenreichen Strecke ergibt sich somit für Keursten auf jeden Fall eine geschlossene Wohnbebauung, die das gelbe Ortsschild rechtfertigt. Der Weiler-Status hatte bisher zur Folge, dass Autos nicht am Straßenrand abgestellt werden dürfen (Parken auf einer Vorfahrtstraße außerhalb geschlossener Ortschaften). Was die Anwohner vor Probleme stellt, wenn Besucher per Auto kommen. Das Problem wäre nach dem 1. Januar gegessen.

Darüber hinaus wird mit einem gelben Schild die erlaubte Geschwindigkeit auf 50 km/h begrenzt, während aktuell 60 km/h erlaubt sind. Auch dies trägt „maßgeblich zu einem ruhigen und sicheren Verkehrsfluss bei“, betont der Rathauschef. Auch in punkto Windkraft wäre der Status eines geschlossenen Ortschaft besser als der eines Weilers. Denn dann gelten nach dem Regionalplanentwurf größere Abstände der Rotoren zur Bebauung (1000 gegenüber 600 Meter).

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