Im Vorfeld der Oberzent-Fusion gibt es viel Arbeit

Am Wolf kam auch die Hessenecker Gemeindevertretung nicht vorbei. Bürgermeister Thomas Ihrig erwähnte die Vorkommnisse am Sportplatz in Kailbach. „Hier wurden mehrere Schafe gerissen.“ Es stehe jetzt fest, dass ein Wolf am Werk war. Auch an anderen Stellen im Odenwaldkreis wurden Tiere angefallen und getötet, erläuterte er. Was dies für die Nutztierhaltung, insbesondere für die Schafhalter im Odenwald bedeute, bleibe abzuwarten. Die Frage nach sinnvollen Schutzmaßnahmen und nach Entschädigungen werde derzeit diskutiert.

Der Bürgermeister gab in der letzten Sitzung des Gremiums vor der Fusion auch einen Überblick der laufenden Maßnahmen. Eigentümer von Grundstücken mit geänderten Straßennamen und Hausnummern wurden zwischenzeitlich angeschrieben. Viele Behörden und Institutionen erhalten laut Ihrig automatisch über den Kommunal-Service Oberzent Nachricht von der Änderung, ohne dass die Eigentümer selbst etwas unternehmen müssen.

Handlungsbedarf besteht in der neuen Stadt Oberzent im Kindergartenbereich hinsichtlich des Platzangebots und der Organisation. Hintergrund sind sich stabilisierende Geburtenzahlen. Ein Gespräch zwischen Bürgermeistern und Einrichtungsleiterinnen findet hierzu Mitte Dezember statt. Auch gibt es ein Konzept der Landesregierung, wonach ab August 2018 die Eltern für täglich sechs Stunden im Ü3-Bereich beitragsfrei gestellt werden können.

Die Erneuerung der Euterbach-Brücke in Schöllenbach wird erst 2018 starten, teilte der Bürgermeister mit. Es wurde festgelegt, dass der Baubeginn am 12. März sein soll, um möglichst eine witterungsbedingte Unterbrechung auszuschließen. Nach den aktuellen Informationen sei von einer rund achtwöchigen Vollsperrung für dieses Großprojekt auszugehen. Die Umleitung Richtung Hesselbach wird dann von Eberbach und Beerfelden kommend ausgeschildert.

Ihrig ging auch auf den Sachstand zur Gesundheitsversorgung ein. Er berichtete von der Info-Veranstaltung für alle Mandatsträger, bei der von der Familie Janowicz (im Verbund mit der Sparkasse Odenwaldkreis und der DAL Bautec) sowie von der Energiegenossenschaft Odenwald (EGO) Konzepte für den Bau eines Ärztehauses in Beerfelden vorgestellt wurden. Drei mögliche Standorte wurden genannt. Von den Projektierern wurden unterschiedliche Größen und/oder modular nach Bedarf ausbaubare Konzepte von 1000 über rund 1500 bis zu rund 2200 Quadratmeter präsentiert.

Zur Vorbereitung einer möglichen Entscheidung über dieses Projekt im Frühjahr 2018 ist vereinbart, dass ein Workshop vorbereitet wird, sagte Ihrig. Dieser findet voraussichtlich Mitte Januar statt. Grundsätzliche Fragen sind: Größe, Standort und möglicher Partner für Projekte, Umfang einer kommunalen Beteiligung. Der Bürgermeister ging auch auf die Pläne der Seniorenresidenz Hedwig Henneböhl ein, eine hausärztliche Praxis auf ihrem Gelände anzusiedeln.

Mit dem erforderlichen Beschluss zur Dorfentwicklung Hesseneck-Sensbachtal kann nun Ihrig zufolge die Umsetzungsphase beginnen. Damit ist es nun möglich, sowohl in die öffentlichen Projekte als auch in die Beratung der Privateigentümer einzusteigen. Die Mandatsträger sahen sich in der Sitzung detailliert die von der WI-Bank vorgenommene Abgrenzung der Fördergebiete in den einzelnen Ortsteilen an.

Beschlossen wurden von der Gemeindevertretung das integrierte kommunale Entwicklungskonzept (IKEK), der kommunale Investitionsrahmen und der städtebauliche Fachbeitrag dazu. Die aus dem IKEK entwickelten Projekte sollen bis 2024 umgesetzt werden, soweit die erforderlichen Finanzmittel zur Verfügung stehen. Der Rathauschef teilte ergänzend mit, dass der Prüfbericht des Revisionsamtes zum Jahresabschluss 2014 mit uneingeschränkten Bestätigungsvermerk abschloss.

Info: Eine gemeinsame Info-Veranstaltung zur Wahl von Ortsbeiräten am 29. April 2018 findet am Dienstag, 12. Dezember, 20 Uhr, im Rathaus statt.

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