Wehmut bei der letzten Sitzung: Gemeindevertretung Hesseneck beschäftigte sich mit Windkraft und zeitlicher Ausweitung der Straßenbeleuchtung

Es herrschte schon ein Stück weit Wehmut bei der letzten Sitzung der Hessenecker Gemeindevertretung. Die Mandatsträger waren sich des kommenden Einschnitts durch die Oberzent-Fusion bewusst. Vorsitzender Rudolf Brandel stellte dies in seinem Schlusswort noch einmal deutlich heraus und dankte allen, die seit Oktober 1971 bis heute in den gemeindlichen Gremien mitwirkten. Bis zum Jahresende ist keine weitere Sitzung des Gremiums mehr geplant.

An der Sitzung nahm für die SPD-Fraktion erstmals (und letztmals in dieser Runde) Harald Vay aus Schöllenbach teil. Er rückte für Marius Lenz aus Kailbach nach, der aus beruflichen Gründen sein Mandat aufgegeben hatte. Vay wird dann auch Mitglied der großen gemeinsamen Stadtverordneten-Versammlung aller Parlamentarier aus den vier Oberzent-Kommunen sein, die zum Jahresanfang ihre Arbeit aufnimmt und bis zur Konstituierung des neuen Parlaments nach den Wahlen am 29. April 2018 tätig sein wird.

Die Kommunen des Odenwaldkreises wollen die Entscheidung des Darmstädter Verwaltungsgerichts gegen ihren gemeinsamen Flächennutzungsplan (FNP) Windkraft nicht hinnehmen, teilte Bürgermeister Thomas Ihrig in der Sitzung weiter mit. Im Gespräch mit der FNP-Erstellerin Sliwka sowie dem hessischen Städte- und Gemeindebund wurden zuerst das Urteil und danach das weitere Vorgehen beraten. Dann vereinbarten die Bürgermeister, die Zulassung der Berufung beim Verwaltungsgerichthof in Kassel zu beantragen.

Um Windenergie ging es auch beim Antrag der Firma Juwi, fünf Rotoren auf Gemarkung Etzean zu errichten. Es handelt sich um Windräder mit einer Nabenhöhe von 159 Metern, 141 Meter Rotordurchmesser und somit einer Gesamthöhe von 229,5 Metern.  In der gemeinsamen Sitzung der Gemeindevorstände Hesseneck, Rothenberg und Sensbachtal mit dem Magistrat Beerfelden stimmte man sich Ihrig zufolge ab. „Das Einvernehmen zu diesem Bauprojekt wird verweigert und gegenüber der Genehmigungsbehörde begründet“, sagte der Bürgermeister.

Die Schaltzeiten der Straßenbeleuchtung werden erweitert, erläuterte Ihrig. Bisher gingen die Lichter um 5.30 an und um 23 Uhr aus. Allerdings wird zum Fahrplanwechsel 2017/18 der Verkehr auf der Odenwaldbahn freitags und samstags sowie an Werktagen vor Feiertagen im Südabschnitt zwischen Erbach und Eberbach um eine Fahrt nach hinten erweitert. Dies bedeutet, dass gegen 22 Uhr ein weiterer Zug Richtung Eberbach hält. Damit verbunden ist auch eine zusätzliche Rückfahrt Richtung Frankfurt, die am Neckar um 22.39 Uhr startet. Die Züge bedienen auch die beiden Hessenecker Bahnhaltepunkte.

Da der Zug Richtung Frankfurt jedoch erst kurz vor 23 Uhr (Kailbach 22.49 Uhr und Schöllenbach um 22.53 Uhr) in Hesseneck hält, ergeben sich laut Ihrig Probleme mit der derzeitigen Schaltdauer der Bahnsteiglampen, die an der gemeindlichen Straßenbeleuchtung hängen. Um zu vermeiden, dass Fahrgäste – insbesondere bei Verspätungen – im Dunkeln aussteigen und vielleicht auch ohne Licht heimlaufen müssen, werden die Schaltzeiten in allen drei Ortsteilen sicherheitshalber bis 23.30 Uhr verlängert. Die Umstellung soll bis 15. Dezember erledigt sein, da dann die erwähnte spätere Zugverbindung erstmals fährt.

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