Eine Reise in die Schul-Vergangenheit: BSO-Leiter Wilfried Schulz informierte sich an der Oberzent-Schule Beerfelden

Rückkehr zu den Wurzeln: Viereinhalb Jahrzehnte ist es her, dass Wilfried Schulz die Bänke der Oberzent-Schule (OZS) in seinem damaligen Wohnort Beerfelden drückte. Jetzt kehrte der heute in Haisterbach wohnende 59-jährige Leiter des Beruflichen Schulzentrums Odenwaldkreis (BSO) in Michelstadt für einen Tag dorthin zurück, wo er die mittlere Reife ablegte. Der Gegenbesuch fußte auf dem pädagogischen Tag, den das Kollegium der OZS Ende Oktober am BSO durchführt hatte.

Schulz hatte damals den Wunsch geäußert, sich das heutige OZS-System anzuschauen und zu erfahren, wie die integrierte Gesamtschule (IGS) etwa im Bereich Inklusion arbeitet. Denn auch an der BSO gibt es dieses Angebot. Einblicke in den schulischen Alltag seiner ehemaligen „Penne“ in der Stadt am Berge bildeten einen weiteren Schwerpunkt. Wie Siefert sagte, ist die IGS sowieso bestrebt, Kooperationen mit anderen Schulen des Odenwaldkreises auszubauen.

Eine Führung durch Schulleiter Bernd Siefert stand am Anfang. Dabei wurde deutlich, wie sich die Bildungsstätte in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat. Siefert hatte für Schulz ein besonderes Präsent: ein Schul-Bild von 1971, auf dem seine Eltern mit drauf sind. Sicherlich eine große Freude für die 87-jährige Mutter des BSO-Chefs. Der Vater des in Darmstadt geborenen „Beerfellmer Bubs“ war selbst Lehrer.

An den Berufsschulstandort in Michelstadt verschlug es den heutigen Oberstudiendirektor nach der Mittleren Reife in Beerfelden zum ersten Mal 1974. Das Wirtschaftsabitur befähigte ihn zum Studium. 1983 legte Schulz seine Prüfung an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt als Diplom-Handelslehrer ab. 1987 kehrte er zu ersten Mal zurück an die BSO – als Referendar im Hauptfach Wirtschaft und Verwaltung. Nach einer Station in Gelnhausen übernahm Schulz 1999 in Michelbstadt die Leitung der Gymnasialen Oberstufe. 2011 wurde er Leiter der Kaufmännischen Schulen Hanau. 2015 kehrte aufs Neue in den Odenwald zurück – dieses Mal als BSO-Leiter.

Die nach Sanierung gut ausgestatteten naturwissenschaftlichen Räume sowie renoviertes Schwimmbad und Mensa stießen auf großes Interesse von Schulz. Auch die neue Schulküche, in der BSO-Lehrer Stefan Sonnenburg eventuell Koch-Unterricht anbieten möchte, wurde in Augenschein genommen. „In den vergangenen 25 Jahren hat sich vieles an der Oberzent-Schule verändert“, stellten sowohl Siefert als auch Schulz fest. Einhellig waren sie der Meinung, dass die OZS-Schüler für die gymnasiale Oberstufe sehr gut vorbereitet und anschlussfähig sind.

Der BSO-Leiter nutzte die Gelegenheit, bei Stufenleiterin Heidi Domack in einer fünften Klasse die Arbeit im Lernbüro und mit dem Logbuch kennenzulernen. Das Konzept in der fünften und sechsten Klasse sieht laut Siefert vor, „die gute Arbeit an den Grundschule fortzusetzen“. Das soll unter anderem durch eine gute Betreuung der Kinder durch die Lehrkräfte gewährleistet werden. Dafür stehen die Pädagogen auch untereinander im Austausch.

Da es in den unteren Klassen wenige Lehrer sind, kennt man sich untereinander. So unterrichtet etwa eine Pädagogin in zwei Klassen Mathe. Über das Lernbüro bekommen die Kinder Übungszeit zur Festigung und Vertiefung des Gehörten – sie sollen quasi „das Lernen lernen“. In Form des Logbuchs wird daneben der enge Austausch von Schülern und Lehrern mit den Eltern praktiziert. Diese sind quasi immer „up-to-date“, was sich bei ihren Sprösslingen gerade tut.

Einerseits will die Oberzent-Schule die neuen Fünftklässler „gut an der Grundschule abholen“, andererseits möchte sie ihnen auch vermitteln, wie sie eigenverantwortlich lernen können. Außerdem erfüllte die Lernanstalt an diesem Tag Schulz den Wunsch, in die Arbeitsweise der Klasse für Lernhilfe zu schnuppern. Dort werden Fünft- bis Neuntklässler individuell betreut.

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