Zwei Sondermarken der Deutschen Post würdigen die Oberzent-Fusion

Die neue Stadt Oberzent wird auch auf zwei Briefmarken verewigt. In einer Erstauflage von je 500 Stück gibt’s das Porto sowohl für die Postkarte (45 Cent) als auch für einen regulären Standardbrief (70 Cent). Der regionale Post-Politikbeauftragte Friedhelm Schlitt war von Bad Hersfeld aus extra in den südlichsten Zipfel seines Zuständigkeitsgebiets zum Rothenberger Rathaus gereist, um die 1000 selbstklebenden Postwertzeichen rechtzeitig vor dem Jahreswechsel in den Odenwaldkreis zu bringen.

Die „individuelle Briefmarke“ wird von der Post in begrenzter Anzahl für einen bestimmten Anlass hergestellt. Im Oberzent-Fall ist es quasi ein Geschenk des Unternehmens aus Anlass des ersten freiwilligen Gemeindezusammenschluss nach der Gebietsreform Anfang der 1970er Jahre. Staatsbeauftragter Egon Scheuermann nahm die Briefmarken zusammen mit Fusions-Projektleiter Christian Kehrer vom Kommunalservice Oberzent (KSO) entgegen. Von der KSO war auch die Idee ausgegangen, das Ereignis in dieser bleibenden Form zu würdigen.

Auf der 70er-Cent-Marke steht zu lesen: „1. Januar 2018: Gründung der Stadt Oberzent Odenwaldkreis“. In der Mitte ist dann das neue Wappen zu sehen. Auf der 45er-Marke heißt es „Stadt Oberzent im Odenwaldkreis“. Diese ziert das nicht auf den ersten Blick zu erkennende Himbächel-Viadukt der Odenwaldbahn. Es sollte bewusst nicht ein einzelner Stadtteil herausgegriffen werden, so Kehrer, sondern mit diesem Wahrzeichen der deutschen Ingenieurskunst ein über die Regionsgrenzen hinaus bekanntes Identifikationsmerkmal.

Schlitt hob die lange, aufwändige Vorarbeit zwischen KSO und Post hervor, um das Thema neue Postleitzahl sowie geänderte Straßennamen und Hausnummern zu beackern, sodass zum Jahreswechsel alles steht. Er dankte Kehrer für das sehr vertrauensvolle Zusammenwirken. Dieser betonte, dass die Änderungen notwendig seien, damit es keine doppelten Straßennamen gibt und in Zukunft Rettungsdienste die richtige Adresse finden.

„Natürlich ist es nicht nur mit der Briefmarke allein getan“, meinte Egon Scheuermann. Damit ab dem neuen Jahr alles reibungslos funktioniert, bedarf es viel mehr Vorarbeit. Die Umbenennungen gingen seinen Worten zufolge fast immer problemlos über die Bühne. In Sensbachtal, wo der Staatsbeauftragte aktuell noch Bürgermeister ist, kamen die meisten Vorschläge für neue Straßennamen von den Anwohnern selbst.

„Der Sammlerwert der Marken ist sicher hoch anzusetzen“, betonte Schlitt. Deshalb liege die Entscheidung über die Ausgabe auch bei der Stadt, sagte er. Auf jeden Fall könne man damit Postkarte und Standardbrief freimachen. Wie Kehrer sagte, sollen Schreiben der Oberzent-Verwaltung an die Bürger ab dem kommenden Jahr mit der 70-Cent-Marke freigemacht werden. Er hob den Einsatz der Verantwortlichen bei der Post vor Ort und in der Zentrale hervor. „Auch die Briefträger haben uns sehr unterstützt“, sagte er. Die seien losgegangen und hätten die Veränderungen gegengeprüft.

„Wir sind in Hessen bekannt durch unsere Arbeit“, freute sich Scheuermann. Dass die Fusion nun durch eine Sondermarke gewürdigt wird, nannte er „eine tolle Sache“. Auf die Stadt kommen dadurch keine Kosten zu. Die Briefmarken sind von der Post „gesponsert“, um das bedeutsame Ereignis zu würdigen. Die 70-Cent-Marke soll voraussichtlich in den freien Verkauf gehen und ab dem 8. Januar in den Verwaltungen erhältlich sein. Die Verkaufsstellen werden noch bekannt gegeben.

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