Holzverkauf und Gewerbesteuer sorgen für dickes Plus im diesjährigen Beerfeldener Haushalt

Der diesjährige Haushalt entwickelt sich deutlich besser als geplant. Sören Kollmer vom Kommunalservice Oberzent (KSO) stellte den Stadtverordneten in deren letzter Sitzung vor der Fusion die aktuellen Zahlen mit Stichtag 30. November vor. Vor allem der Holzeinschlag und die sprudelnde Gewerbesteuer sorgen für dicke schwarze Zahlen. Dem gegenüber stehen nur wenige Planüberschreitungen, die sich jedoch in einem deutlich geringeren Rahmen bewegen.

Die Planung für 2017 hatte bei Erträgen und Aufwendungen von etwa 12,5 Millionen Euro noch einen marginalen Überschuss von 3800 Euro im ordentlichen Ergebnis vorgesehen. Beim Holzverkauf bestand schon damals die vorsichtige Hoffnung, dass sich das Ergebnis besser gestalten könnte. Mit über 200.000 Euro Plus hatte aber in dieser Höhe niemand gerechnet. „Das hat sich enorm besser entwickelt als geplant.“ Kollmer sagte, dass dadurch aber auch höhere Beförsterungsbeträge anfallen werden.

Ein ähnliches Plus ist auch bei der Gewerbesteuer absehbar. Statt 1,32 Millionen geht man nun von 1,52 Millionen Euro Einnahmen aus. Dadurch steigt allerdings auch die entsprechende Umlage an. Gemeindeanteil an Einkommen- und Umsatzsteuer sind zwar erst für drei Quartale gebucht. Die noch ausstehenden Summen lassen aber erwarten, dass sie wie die Zahlungen aus dem Familienleistungsgesetz ebenfalls leicht über den Ansatz liegen werden.

Beerfelden hat derzeit drei Millionen Euro als flüssige Mittel auf der hohen Kante. Darunter sind allerdings auch 800.000 Euro aus dem hessischen Investitionsfonds-Darlehen. Deshalb gibt es laut dem KSO-Mitarbeiter die große Steigerung um eine Million in diesem Posten gegenüber dem Jahresende 2016. Der Fluch des vielen Geldes: Durch die Einführung von Strafzinsen bei den Banken musste die Stadt bisher 221,68 Euro dafür zahlen.

Bürgermeister Gottfried Görig stellte den Mandatsträgern in der Sitzung die aktuelle Zwischenabrechnung der hessischen Landgesellschaft über das Gewerbegebiet „Zieglersfeld“ am südlichen Stadtende Richtung Gammelsbach vor. Demnach hatte die Gesellschaft bisher Ausgaben von 1,1 Millionen Euro bei Einnahmen von etwa der Hälfte. Bis jetzt wurden Grundstücke in einer Größe von 1,6 Hektar veräußert (bei 4,6 Hektar Gesamtfläche). Görig sagte, es gebe Gespräche mit einem Interessenten, der eventuell kommendes Jahr 2000 Quadratmeter erwerben wolle.

Mehr oder weniger eine Formalie war die zweite Änderung des Bebauungsplans zwischen Lindenallee und Eberbacher Weg. Wie Stadtbaumeister Peter Bauer sagte, wurde diese durch einen privaten Bauwunsch im Eberbacher Weg ausgelöst. „Das war aber aus formalen Gründen in einem Gewerbegebiet nicht möglich“, erläuterte er, weshalb die Umwandlung zu einem Mischgebiet erfolgen musste.

Ausschussvorsitzender Erwin Körber (SPD) hatte zuvor dargelegt, dass sich das Gremium schon mehrfach mit dem Thema beschäftigte. Die erneute Beteiligung der Fachbehörden geschah wie auch die vorherige öffentliche Auslegung ohne Stellungnahmen. Deshalb „ist es eine einfache Sache, es zu beschließen“. Was die Versammlung danach auch einstimmig erledigte.

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