Straßenerneuerung in Beerfelden: Pflasterrinnen sollen aus Naturstein sein

Das Aussehen der Stadtmitte nach der Straßensanierung in den kommenden beiden Jahren nimmt Gestalt an. Bekanntlich erneuert Hessen Mobil ab 2018 die L 3119 zwischen der Abzweigung nach Rothenberg auf der Höhe und der Einmündung in die B 45 auf knapp drei Kilometern Länge grundhaft. In diesem Zuge geht auch die Stadt her und gibt – neben der Erneuerung von Wasserleitung und Kanal – dem Bereich zwischen Metzkeil und Waschbrunnenplatz ein anderes Aussehen. In der Stadtverordnetenversammlung ging es jetzt abschließend um die Gestaltung der Gehwegpflasterung und die Pflasterrinnen.

Völlig unstrittig war die Verwendung des sogenannten „Metzkeilpflasters“ aus rotem Betonstein in den Gehwegen sowohl Richtung Waschbrunnenplatz als auch in den Einmündungen der Nebenstraßen. Ebenso soll es rund um den Zwölfröhrenbrunnen zur Anwendung kommen. Es ist schon jetzt vor dem Rathaus zu finden. Im Bereich Waschbrunnen soll das bisher dort verwendete Natursteinpflaster erneuert werden, berichtete Vorsitzender Erwin Körber (SPD) aus dem Ausschuss.

Einzig die Gestaltung der Gehwegrinnen war strittig. Hier standen Naturstein- und Betonpflaster zur Auswahl. Das Abstimmungsergebnis im Ausschuss war uneinheitlich – auch über Fraktionsgrenzen hinweg. Drei Mitglieder votierten für Naturstein, sieben für rotes Betonpflaster. Ein anderes Bild ergab sich in der Stadtverordneten-Versammlung. Hier hatte die Natursteinvariante mit neun zu acht Stimmen knapp die Mehrheit. In diesem Fall, verdeutlichte Körber bereits im Vorfeld, soll auch die Rinne zwischen Straße und Metzkeil entsprechend umgestaltet werden.

Stadtbaumeister Peter Bauer, der bereits im Ausschuss die verschiedenen Varianten detailliert vorgestellt hatte, gab noch einmal eine kurze Erläuterung. Demnach ist graues Granitpflaster auch auf historischen Aufnahmen zu finden. Im Odenwald unterscheiden sich die verwendeten Pflaster in ihren Farben nicht wesentlich, sagte er. Wie der preisliche Unterschied zu Beton sein wird, wusste er noch nicht im Detail zu beziffern. Die Naturvariante dürfte wahrscheinlich etwas teurer sein, meinte Bauer. Jedoch sei man auch frei darin, die Rinne mit drei oder vier Steinen auszuführen.

Elisabeth Bühler-Kowarsch (Grüne) wollte sich am historischen Stadtbild orientieren und das zukünftige damit aufwerten. Man habe schon genug Abstriche durch die Vorgaben von Hessen Mobil machen müssen, meinte sie. Da sollte man doch die verbliebenen gestalterischen Möglichkeiten nutzen und Naturstein für die Rinne verwenden, meinte sie. „Wir sollten ein kleines Highlight setzen“, meinte auch Birgit Theimer (FDP).

Diplom-Ingenieur Ingo Rohleder aus Mühltal hatte in einer früheren Sitzung die Maßnahme vorgestellt. Ursprünglich war angedacht gewesen, in der Stadtmitte streckenweise Pflaster zu verlegen, wie es auch hoch Richtung Bürgerhaus und vor dem Rathaus der Fall ist. „Doch Hessen Mobil trägt das nicht mit“, verdeutlichte Rohleder. Die Behörde wolle auf der stark frequentierten Landesstraße Asphalt.

Baumstandorte und ausgewiesene Stellplatzflächen fanden ebenso wenig die Gnade wie eine spürbare Verbreitung der Gehwege. „Die Fahrbahn darf nur marginal verkleinert werden“, sagte der Ingenieur. Pflasterrinnen, die optisch die Straßenbreite verringern, seien aber möglich, betonte er. Diese fanden nun auch in der verabschiedeten Version Verwendung.

Die städtischen Kosten liegen laut Rohleder bei 276.000 Euro. Wenn die Bauarbeiten in etwa eineinhalb Jahren starten, dürfte sich diese Summe noch leicht erhöht haben. Allerdings, so der Planer, gibt es eine Nachricht der Dorferneuerung zur Übernahme von 70 Prozent der Nettokosten. Ein Förderbescheid über 179.000 Euro liegt schon vor.

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