Superschnelles Internet fürs Neubaugebiet Alt-Schulzenfeld in Rothenberg

Viel Wehmut schwang mit, als sich die Rothenberger Gemeindevertreter zu ihrer letzten Sitzung trafen. Nicht nur in diesem Jahr, sondern überhaupt. Denn ab dem 1. Januar geht die bisher selbständige Kommune in der neuen Stadt Oberzent auf. Da hatte für manchen das Odenwälder Hochzeitsessen (Tafelspitz mit Meerrettich und Kartoffeln), das es zum Jahresabschluss gab, einen leicht bitteren Beigeschmack.

Inhaltlich standen nur noch wenige Themen auf der Tagesordnung. Für potenzielle Häuslebauer im neuen Baugebiet Alt-Schulzenfeld hatte Bürgermeister Hans Heinz Keursten eine erfreuliche Nachricht. Hier werden Glasfaserkabel direkt aufs Grundstück gelegt. Das erledigt die Gemeinde, während Entega und Telekom die jeweiligen Internet-Leistungen anbieten. Das geschieht über FTTH. Hierbei handelt es sich um eine moderne und sehr leistungsstarke Vernetzungs- und Ausbauart für Breitbandzugänge. Das mit mindestens 100 Mbit/s im Download, „sodass wir das schnellste Internet im ganzen Umkreis anbieten können“, freute sich Keursten.

Ein schon länger gehegter Wunsch der Gemeinde, den Anwohner aus Kortelshütte teilten, soll im neuen Jahr in Erfüllung gehen. Tempo 70, das bisher nur zwischen dem Ortsausgang bis hin zur Bushaltestelle an der L 3410/Kreuzung Rothenberger Straße gilt, soll bis an die Alte Pumpe ausgeweitet werden. Mit der Polizei und der Straßenverkehrsbehörde sei das so besprochen, so Keursten.

Gleichzeitig sollen die Kurven Richtungsschilder erhalten. Damit will man der hohen Unfallgefahr vor allem für Motorradfahrer vorbeugen. Seitdem solche Schilder in der ersten Kurve hinter Kortelshütte an der L 3410 stehen, „ist keiner mehr im dahinter liegenden Schrebergarten gelandet“, sagte der Bürgermeister. Mit der Geschwindigkeitsbegrenzung kommt man außerdem dem Wunsch der oberhalb wohnenden Kortelshütter nach, die sich schon lange über den Lärm durch zu schnell fahrende Verkehrsteilnehmer beschwerten.

Die geplanten Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung im Zentrum von Kortelshütte werden an den Kreis und die Polizei weitergegeben, informierte der Rathauschef. Der Bauausschuss hatte sich auf seiner vergangenen Sitzung darüber geeinigt, was als erstes angegangen werden soll. Die „Rennstrecke“ Hochstraße soll durch die Ausweisung von Parkplätzen auf beiden Seiten entschärft werden. Außerdem will man am Ortseingang, an der dortigen Bushaltestelle verhindern, dass die Kurve geschnitten wird. Beim Heag-Turm soll ein Blumenkübel den Verkehr auf der Gefällstrecke verlangsamen. Außerdem ist geplant, die Bodenschwellen wieder zu befestigen.

Vor einiger Zeit hatte die Gemeinde eine Brückenprüfung in Auftrag gegeben, informierte Keursten das Gremium. Im Finkenbachtal beim Sägewerk Ihrig gibt es ein kleines Bauwerk, das jetzt für den Verkehr gesperrt werden muss, sagte er. Für die anderen Brücken werden nun die Sanierungskosten entwickelt. Diese finden Eingang in die kommenden Oberzent-Haushalte.

Gemeindevertreter-Vorsitzender Horst Schwinn hatte zu Beginn auf 16 Jahre in diesem Amt zurückgeblickt. „Ich weiß nicht wie es Ihnen geht, mir fällt diese Veränderung nicht leicht“, meinte er mit Blick auf die Fusion. Seit 2001 sei seine Tätigkeit von dem Ziel bestimmt gewesen, „einen Beitrag für das Wohl unserer ganzen Gemeinde und ihrer Bürger zu leisten“. Sicherlich gab es auch manche Schwierigkeiten zu überwinden und nicht nur angenehme Tage.

Er habe jedoch den Eindruck gewonnen, so der Vorsitzende, „dass wir uns in dieser Zeit nicht auseinander, sondern eher aufeinander zu bewegte haben“. Kontinuierlich schmolzen laut Schwinn in diesen 16 Jahren Fraktionsgrenzen ab. Er erwähnte in dieser Zeit angegangene Maßnahmen wie Sanierung der Sporthalle, Erschließung von Neubaugebieten oder Erhaltung der Infrastruktur. Die Zukunftsaufgaben warten aber schon: Erhalt der Gesundheitsversorgung oder Stärkung des ländlichen Raums. „Es ist wichtig, dass wir unseren Bürgern eine Oberzent schaffen, die attraktiv ist, familienfreundlich und mit der sie sich identifizieren.“

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