Oberzent-Schule Beerfelden prägt Generationen von Kindern

Die Oberzent-Schule ist als Bildungsstätte für die gesamte Region unverzichtbar. Seit 50 Jahren vermittelt sie den Schülern aus Beerfelden, Rothenberg, Hesseneck und Sensbachtal das Wissen für ihre spätere berufliche Laufbahn und das Leben als solches. Wenn es am 1. Januar zur Fusion kommt, dann trägt die neue Stadt den Namen der Lernanstalt, die schon seit jeher als Bindeglied für die vier Orte fungierte und bereits drei Generationen von Kindern eine gemeinsame Identität vermittelte.

„Wir wirken als Schule weit in die Region hinein“, freut sich Direktor Bernd Siefert. Das kommt auch dadurch zum Ausdruck, dass traditi9onell zwei Drittel der Grundschüler auf die OZS als integrierte Gesamtschule wechseln. Der Schnitt ist eher die Hälfte. Siefert macht allerdings auch klar, „dass wir alle Schüler brauchen“. Denn vor dem Hintergrund des demographischen Wandels sind stabile Zahlen wichtig, um weiterhin das Lernangebot aufrechterhalten zu können.

Mit den vier Grundschulen der Gemeinden gibt es bereits die AG „Übergang“, um den angehenden Fünftklässlern den Wechsel möglichst einfach zu gestalten. Die Kooperation geht aber auch in die andere Richtung. Beim beruflichen Zentrum des Odenwaldkreises (BSO) war die OZS bereits für einen pädagogischen Tag zu Gast. Auch mit dem allgemeinen Gymnasium in Michelstadt gibt es Gespräche. Von dort erhielt Siefert die positive Rückmeldung, „dass unsere Schüler gut vorbereitet ankommen“. Gemeinsam wird überlegt, wo man Synergieeffekte schaffen kann.

Sehr oft besuchen die Oberzent-Kinder die gleichnamige Schule, obwohl sie eine Empfehlung fürs Gymnasium haben, freut sich der Direktor. „Das ist unsere Stärke“, weiß er. „Wir prägen die guten sozial und stellen sie methodisch gut auf.“ Es gab sogar schon Jahrgänge mit 100 Prozent Übergangsquote einzelner Klassen und Schulen, blickt Siefert etwas wehmütig in die Vergangenheit. In Zeiten zurückgehender Kinderzahlen ist genau eine solche Quote aber wieder notwendig. Der Schulleiter hebt hervor, dass es an OZS weiterhin den Zug Richtung Gymnasium gibt.

Im kommenden Schuljahr sind es nur noch 51 Viertklässler, die in die fünfte Klasse kommen. Das reicht dieses Mal voraussichtlich nur für zwei Klassen. „Ein starker Rückgang gegenüber früher“, bedauert Siefert, und geschuldet dem „brutalen demographischen Wandel“. 2019/20 und 2020/21 werden es wieder mehr Grundschul-Abgänger sein, danach ist aufs Neue ein Rückgang zu erwarten.

Der Direktor führt die hohe Übergangsquote auf die große Identifikation der Region mit der Schule zurück. „Viele Eltern, teilweise sogar Großeltern besuchten schon die OZS.“ Da ist es dann klar, dass auch die Kinder auf den Berg gehen. „Die Schule bildet die Region ab“, hebt er hervor. „Wir sind wir“, fasst er es zusammen. Es gibt eine starke Verbundenheit und lokale Verwurzelung, unter anderem durch etliche Aktion der OZS im städtischen Leben.

Nicht nur bei den Eltern, auch bei den Lehrern gibt es eine hohe „Rückkehrerquote“. Bernd Siefert ist selbst das beste Beispiel. Er drückte selbst früher die IGS-Schulbank, kehrte dorthin dann vor 15 Jahren als Lehrer zurück und ist seit vergangenem Jahr Schulleiter. „Das ist in dieser Form eher außergewöhnlich“, weiß er.

Genauso stark ist ebenfalls die Verbundenheit der Ehemaligen mit ihrer Penne. Sie schauen auch nach Jahren immer wieder vorbei und geben eine Rückmeldung, wie es ihnen ergangen ist. Siefert führt das auf den sehr familiären Charakter zurück, der sich in den vergangenen 50 Jahren erhalten hat. „Wir haben in der Vergangenheit vieles richtig gemacht“, meint er.

Vielleicht auch das: „Wir schauen hin“, betont Siefert. Gerade eine kleinere Schule könne viel mehr in die Tiefe gehen. Mit Erfolg: „Die Kinder haben an der OZS das Lernen gelernt“ und sind optimal vorbereitet für den weiteren Lebensweg. Die Abschlussfeiern kennzeichnet er als „sehr emotional“. Den Entwicklungsprozess zu begleiten, wie aus den Kindern nach der Pubertät „ganz andere Menschen“ werden, nennt der Direktor „schon cool“.

 

 

Die Oberzent-Schule Beerfelden feiert im Jahr 2018 ihr 50-jähriges Bestehen. Sie wird derzeit von 383 Schülern vor allem aus den vier Oberzent-Orten besucht. Ein paar wenige kommen aus Mossautal, Eberbach und Hirschhorn. Von den 34 Lehrern und zwei Schulsozialarbeitern stammen etwa die Hälfte aus der Oberzent, die anderen aus Erbach, Mümlingtal und Eberbach.

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