Hirschhorner Neujahrsempfang: Mit Ruhe die wichtigen Entscheidungen angehen

Es ist wieder Ruhe eingekehrt im Städtchen – eine Aussage, die sich wie ein roter Faden durch die Reden beim Neujahrsempfang im evangelischen Gemeindehaus zog. Nimmt man den Besuch der Veranstaltung, so wirkte sich diese Rückkehr zum gefühlten normalen Umgang miteinander extrem positiv auf den Besuch aus. Der Saal platzte aus allen Nähten, was die Redner sehr erfreut feststellten. Umrahmt wurde der Empfang von Hirschhorner Musikschülerinnen.

Hausherr Pfarrer Jörg Awischus lobte das ehrenamtliche Engagement. Es sei beileibe kein Selbstläufer und nicht selbstverständlich, dass sich Menschen politisch, sozial oder kulturell einbringen. Sie tun dies, um zur Lebensqualität im Ort beizutragen und ihren Mitbürgern ein Umfeld zu schaffen, in dem sich diese wohlfühlen. „Wir leben in einer Zeit, in der das, was früher selbstverständlich war, es nicht mehr ist“, sagte er.

Für die anstehenden Zukunftsprobleme gibt es keine Patentlösungen, stellte der Geistliche fest. Ihm machte Mut, dass zum Neujahrsempfang „so viele gekommen sind“. Veränderungen wird es immer geben, betonte der Pfarrer. Man könne die Zukunft zum Wohl der Mitmenschen entwickeln, wenn man im Gespräch bleibe, forderte er.

Die Rückkehr der Ruhe stimmte den stellvertretenden Stadtverordnetenvorsteher Martin Hölz zuversichtlich für die kommende Zeit. Er sah darin das beste Fundament, um zur Sacharbeit zurückzukehren. Hölz pflichtete Awischus in dessen Worten grundsätzlich bei. „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“, schloss er mit einem bekannten Buchtitel von Erich Kästner.

In der heutigen Zeit sei jeder gefragt, „die Fahne der Demokratie hochzuhalten“, betonte Bürgermeister Oliver Berthold. „Demokratie braucht Menschen, die Demokratie leben, sie braucht Demokraten, damit sie gut funktioniert und stabil bleibt“, meinte er mit Blick auf so manche Entwicklungen. Das gelte es aber auch fürs eigene Land zu beherzigen. Protest wählen zeige nicht, „dass die da oben“ etwas was ändern müssen. Vielmehr verhindere es, dass etwas geändert werden könne, weil keine vernünftige Regierung zustande komme.

Berthold nannte die Entscheidungen der hessischen Landesregierung aus dem vergangenen Jahr erfreulich. Er bezog sich dabei auf Hessenkasse und eine Teilübernahme der Kindergartengebühren. Erstere dient dazu, die Kommunen bei der Tilgung ihrer Kassenkredite zu unterstützen. Das Land übernimmt die Hälfte, die andere Hälfte müssten die Städte mit etwa 25 Euro/Einwohner/Jahr selbst aufbringen. Für Hirschhorn bedeutet dies, dass innerhalb von 16 Jahren 1,4 Millionen Euro getilgt werden müssen.

Ab August übernehme das Land die Kosten für sechs Stunden Kindergartenbetreuung eines drei- bis sechsjährigen Kindes, führte er weiter aus. Das sei aber nur der Anteil, den eigentlich die Eltern bezahlen müssen, sagte Berthold. Früher war alles schlechter, drängte sich der Eindruck nach den weiteren Worten auf. Das vergangene Jahr habe man dazu genutzt, „wieder Struktur in die Verwaltung zu bringen, Altlasten aufzuarbeiten und zerrissene Bande neu zu knüpfen“, so der Bürgermeister.

„Die Verwaltung habe viele Fehler der vergangenen Jahre aufgedeckt, ist ihren Ursachen auf den Grund gegangen und hat Lösungsansätze erarbeitet“, meinte er. Er sei guter Hoffnung, dass die wichtigen politischen Entscheidungen in 2018 „im offenen Dialog zum Wohle Hirschhorns getroffen werden“, schloss Berthold.

Ehrungen

  • Jugendgruppenpreis für die katholische Kirchenmusik mit ihrem Jugendorchester. Das Ensemble ist vielfältig bei Veranstaltungen in der Stadt aktiv: 150 Euro
  • Silberne Ehrennadel für Arnt Heilmann, seit 15 Jahren Vorsitzender des Gewerbevereins
  • Goldene Ehrennadel für: Marlis Flachs, seit 1991 Vorsitzende, Dieter Klement, seit 1991 Präses des Kolpingvereins; Achim Heiduk, 1980-83 und seit 2008 Notenwart, 1992-2005 Schriftführer der katholischen Kirchenmusik; Karl Neidig, seit 1985 zweiter Vorsitzender, Klaus Zentler, seit 1985 Kassenwart und Vorsitzender des Akkordeon-Orchesters Langenthal.   
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