„Bryan 69“ spielt im Michelstädter Hüttenwerk die bekannten Songs des kanadischen Rockers hoch und runter

Bryan Adams ist der König der Rockballaden. In seinen fast 40 Musiker-Jahren hat er viele Welthits geschrieben, die im Radio hoch und runter laufen. Sein „(Everything I do) I do it for you“ wurde letztens sogar bei RTL zur besten Rockballade aller Zeiten gekürt. Wenn dann eine Coverband wie „Bryan 69“ im Hüttenwerk gastiert, ist klar, dass sich ein bekanntes Stück wie an einer Perlenkette ans nächste reiht. Doch das Quintett hatte auch ein paar unbekannte Songs des kanadischen Musikers im Gepäck, die es sonst kaum zu hören gibt.

„Somebody“, „It’s only love“, aber vor allem „Run to you“ und „Summer of 69“ sind es aber, die den Rockbarden zum Weltstar gemacht haben. Gerade seine Hommage an die erste Liebe gehört inzwischen zum Repertoire wirklich jeder Partyband. Da ist es ziemlich wohltuend, ein solches Stück von fünf Musikern aus dem Bad Homburger Raum zu hören, die ihr Geschäft verstehen, in etlichen anderen Bands aktiv sind und einen fetten Sound auf die Bühne bringen, wie es Bryan Adams selbst kaum besser könnte.

Wie Matthias Baselmann (Gitarre/Gesang) den Bryan gibt, ist eine Show für sich. An die Reibeisenstimme kommt er zwar nicht ganz ran, aber der Gesang und das Auftreten passen. Die Songs schmettert er ins Publikum, dass es eine wahre Pracht ist. Die Stimmung braucht etwas um zu zünden, denn vor der Bühne bleiben trotz viel Animation die letzten zwei Meter frei. Aber die Band versteht es, die bekannten Lieder richtiggehend zu zelebrieren, ihnen Leben einzuhauchen, sie oft auch bisschen knackiger zu spielen als das Original.

Wenn der hessische Kanadier Baselmann in seiner Moderation munter drauf losbabbelt, glaubt man kaum,  dass er im nächsten Atemzug ein  „18 till I die“ raushaut, dass so richtig schön fetzt. „Cuts like a knife“ ist ein weiterer Kracher, den die Band mit viel Schmackes runterspielt. Hier wie auch bei den anderen 30 Songs machen Holger Kindereit (Guitar & Vocals), Carsten Wagner (Bass & Vocals), Andreas König (Keyboards) und Patrick Hauert (Drums) klar, dass es alte Hasen auf ihren Instrumenten einfach draufhaben.

Wenn dann mal was doch nicht so klappt wie gedacht, sich Baselmann vor lauter Hessisch Babbeln im Akkord vergreift und das falsche Stück anspielt („die sind auch so ähnlich“, lacht er), dann ist das ein herrlicher Running Gag. Die Fünf haben es nicht nötig, mit exzessiven Soli darauf aufmerksam zu machen, dass sie es können. Allein Holger Kindereit, der von Outfit und Bewegungen her eindeutig in den 70er Jahren stehen geblieben ist, zeigt des Öfteren mit fettem Sound, was alles in seinen Fingern steckt. Ansonsten sind die Songs wohltuend kurz, auf den Punkt gespielt, knackig, ohne unnötige Schnörkel.

Die fünf erfahrenen Musiker von „Bryan 69“ bieten eine kurzweilige Zeitreise durch die mehr als 30-jährige erfolgreiche Schaffensphase von Bryan Adams. Die vielschichtige Mischung aus bodenständigen Rocksongs und gefühlvollen Balladen unterhält prächtig. Wenn es manchmal, wie nach drei Balladen am Stück, zu sehr nach Feuerzeugen und Wunderkerzen riecht, dann kommt mal wieder viel Power hinterher, dass die Fans nicht gleich wegkippen.

Bei „When you’re  gone“, eigentlich als Duett mit Melanie C, übernimmt Michi Tischler von der Hüttenwerk-Hausband den weiblichen Part – und prompt hat der Song den richtigen Groove. Der „Summer of 69“ war als letztes Stück vor dem regulären Schluss natürlich bestens gewählt, um als Zugabe noch drei Hits dranzuhängen. „Can’t stop this thing we started“, der Knaller „Kids wanna rock“ und „Straight from heart” zeigen einmal mehr, wie das musikalische Schaffen von Bryan Adams Eingang in die Gehörgänge gefunden hat. Spontan würden einem diese Songs nicht beim Namen des Kanadiers einfallen, aber einmal  gehört, erkennt man sie gleich wieder.

Dass die Stücke zeitlos sind, zeigt sich auch beim Blick  in die Menge. Etliche kennen Bryan Adams wohl noch aus Jugendtagen und sind mit ihm und seiner Musik mitgealtert. Andere, neue, kamen im Laufe der Jahre dazu, weil die Rock- und Schmusesongs des harten Rockers mit dem weichen Kern einfach zeitlos sind.

Info: http://www.bryan-69.de. Nächster Auftritt Freitag, 26. Januar, 20.30 Uhr, 61348 Bad Homburg, Englische Kirche, Ferdinandsplatz

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Posted by Thomas Wilken on Tuesday, January 16, 2018

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