Bobby Stöcker war mit seinem akustischen Soloprogramm zu Gast im Michelstädter Hüttenwerk

Auch ein Rocker kann ganz leise: Mehr als eine Akustik-Gitarre und eine ausdrucksstarke Stimme braucht es nicht, um den Saal zu unterhalten. Gitarren-Tausendsassa Bobby Stöcker, den Hüttenwerk-Besuchern unter anderem durch sein Mitwirken in Whitesnake- und Kiss-Tributebands bekannt, kam jetzt ganz verspielt daher. Der Sänger und Gitarrist aus Groß-Umstadt hatte seine Lieblingssongs aus den vergangenen paar Jahrzehnten im Gepäck – die große Fangemeinde dankte es ihm mit viel Applaus.

Natürlich sind in seinem Set auch die alten Rock- und Popgrößen vertreten, vor denen jeder Musiker in der heutigen Zeit immer noch seinen Hut zieht. „Wish you were here“ von Pink Floyd als Opener, gespielt auf der zwölfsaitigen Gitarre, ist das beste Beispiel dafür. Noch ein paar Jahre mehr auf dem Buckel hat „Let it be“ von den Beatles, der Inbegriff der zeitlosen Ballade. Dass „Losing my religion“ von REM auch schon über 25 Jahre alt ist, merkt man eher nebenher. Wohlfühlmusik eben, die mit „Breakfast at Tiffany’s“ von Deep Blue Something oder „Faith“ des verstorbenen, unvergessenen George Michael ihre Fortsetzung findet.

„Wonderwall“ von Oasis oder „Over my shoulder“ von Mike and the Mechanics, dessen Refrain ein Gast spontan mitpfeift, bieten Stöcker die Möglichkeit, neben seinem perfekten Gitarrenspiel auch auf seine wandlungsfähige Stimme aufmerksam zu machen. „One of us“ von Joan Osbourne, „ Ich lass für dich das Licht an“ von Revolverheld oder „Still“ von Jupiter Jones zeigen, wie breit gefächert sein Repertoire ist.

„Ironic“ von Melissa Etheridge oder der „Englishman in New York“ von Sting beweisen die Hitqualitäten des Programms von Bobby Stöcker, der es immer wieder vermag, mit seiner Fingerfertigkeit auf der Gitarre die Zuschauer im Hüttenwerk zum Klatschen und sogar zum Mitsingen zu animieren.

„Wheater with you“ von Crowded House ist ein gern gehörter Hit, der trotz der kalten Temperaturen draußen Wärme in den Saal zaubert. Wie auch „Heaven“ des Schmuserockers Bryan Adams, während „Sex on Fire” von den Kings of Leon wieder die andere Schiene bedient. „Die Stimmung war einfach super“, meint der Musiker begeistert nach dem Konzert. Im zweiten Set geht’s richtig ab. Erst nach drei Zugaben darf er die Bühne räumen.

Immer wieder lässt der Gitarrist durchblitzen, dass er „von der guten alten Rockmusik kommt“. Als „Kind der der 80er“ wuchs er mit dem Bluesrock auf, kam dann Anfang der 90er mit der Unplugged-Welle in Kontakt. Dem Rock hält Bobby Stöcker nach wie vor die Treue, spielt neben „Coversnake“ auch in der Kiss-Tribute-Band, wandelt aber solo auch gerne mal auf anderen, nicht minder schönen musikalischen Pfaden.

Dabei präsentiert er dann größtenteils Songs, die er sonst nicht mit seinen Bands spielt, die ihn aber persönlich berühren und durch die Jahre musikalisch geprägt haben. Diese erklingen teils völlig umarrangiert, in neuem Sound-Gewand, unplugged und mit einem gehörigen Schuss Lagerfeuer-Atmosphäre. Er verwendet gern die „Talkbox“, ein Gerät aus den 70er Jahren, die das Gitarrensignal so umwandelt, dass es Stöcker mit seine Stimme modulieren kann. Richie Sambora von Bon Jovi verwendet es bei „Livin‘ on a prayer“.

Der in Groß-Umstadt wohnende Bobby Stöcker nahm bereits als Fünfjähriger Klavierstunden. Mit 14 Jahren widmete er sich der Gitarre, gründete die erste eigene Band und schrieb mit 16 seine eigenen Songs. Seit dem Schulabschluss ist er ununterbrochen im Musikbusiness tätig und stand bereits mit Größen wie Bobby Kimball (Sänger von Toto) auf der Bühne, wirkte beim Musical „Tommy“ von The Who an der Leadgitarre mit. Bei Armir Saraf, Produzent und Songschreiber von „La Bouche“, lernte er auch die Ausnahmesängerin Melanie Thornton kennen, für die er im Folgejahr Songs zu ihrem Debut-Solo-Album schrieb. Der Gitarrist steuerte mehrere Songs zum Erfolgsalbum „Ready To Fly“ bei. Stöcker hat heute seine eigene Eventmanagement-Firma „Vivid Music Productions“ (VMP).

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Posted by Thomas Wilken on Saturday, January 20, 2018

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