Verletzter Jungschwan ist wieder bei seiner Familie auf dem Neckar

Ende gut, alles gut. Der bei einem Autounfall kurz vor dem Jahreswechsel verletzte junge Schwan ist bei wieder bei seiner Familie im Neckar. Am zweiten Weihnachtsfeiertag hatte bei Ralf Kabel in Kortelshütte abends das Telefon geklingelt. Am Apparat: die Polizei. Auf der Hirschhorner Uferstraße war in der Nähe des ehemaligen Debo-Restaurants ein Jungtier von einem Auto angefahren worden. Es saß verletzt am Straßenrand. Da Kabel Jagdmitpächter im Hirschhorner Dammberg-Stadtwald ist, ist er für solche Fälle zuständiger Ansprechpartner.

„Ich habe erst einmal überall rumtelefoniert“, erzählt der 43-Jährige. Denn die ihm gemeldeten Wildunfälle sind in der Regel solche mit haarigen kleineren und größeren Vierbeinern. Schwäne waren eher Neuland. Die Tierkliniken in Sinsheim und Heidelberg winkten ab, sagt er. Für das Federvieh ist man dort nicht gerüstet. Bei der Tierhilfe Forst, von Heidelberg empfohlen, stieß er auf offene Ohren. „Um 19 Uhr sind wir Richtung Bruchsal gefahren“, berichtet der Immobilienmakler.

Bei der Untersuchung stellte sich dann heraus, dass das im vergangenen Sommer geschlüpfte Tier den Fuß gebrochen hatte. Es blieb zur Betreuung dort. War es zwischenzeitlich mal kritisch und wurde übers Einschläfern nachgedacht, so wuchs der Fuß dann doch wieder gut zusammen und verknorpelte. Wenn es um die Schwanenbehandlung geht, hat die Tierhilfe zum Glück eine anonyme Gönnerin im Hintergrund, die alle anfallenden Kosten übernimmt. Die hatte, erfuhr Ralf Kabel, auch einmal ein verletztes Tier dorthin gebracht.

Als nach dem Aufpäppeln die Tierhilfe das Okay zur Abholung gab, machte sich die ganze Familie auf den Weg, um den gefiederten Gesellen in Forst abzuholen und wieder am Neckar auszusetzen. Kabels Frau Melanie sowie die beiden Kinder Jill und Jule waren gespannt, wie es dem jungen Schwan ging. Der war sehr lebendig. Auf der Rückfahrt wurde er in ein Handtuch eingewickelt und in eine Ikea-Tasche verfrachtet, damit er sich möglichst nicht bewegen kann. Dann ab in die Hundebox und es konnte losgehen.

In Hirschhorn unterhalb des Fußballplatzes angekommen, stand das Empfangskomitee schon bereit. Während die Elterntiere trotz eines sehnsüchtigen Piepsens noch etwas fremdelten, schwamm das Geschwistertier gleich auf den verloren geglaubten Bruder zu. „Den habe ich auch jedes Mal an der Straße gesehen, wenn ich dort vorbei gefahren bin“, berichtet Ralf Kabel. Als ob er nach dem Verschwundenen suchen würde.

Der Kortelshütter vergewisserte sich immer, ob die Schwanenfamilie noch an der Laxbachmündung in den Neckar anzutreffen ist, damit er das Jungtier wieder problemlos auswildern kann. Dass es sich mit dem genesenen Fuß gut schwimmen lässt, zeigte der Schwan gleich bei seinem ersten Ausflug auf dem Hochwasser führenden Neckar. Der Fluss hatte eine kräftige Strömung, gegen die er aber gut anpaddelte. Während das Geschwistertier gleich hinschwamm, taten sich die „Erwachsenen“ noch etwas schwer. Aber das Jungtier ließ nicht locker.

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