Oberzent-SPD schlägt Ärztehaus in der Beerfeldener Innenstadt vor

Die SPD will ein neues Ärztehaus am liebsten in der Innenstadt sehen. Aus einem Fraktions-Brainstorming über das geplante Gesundheitszentrum kristallisierte sich als Standort-Idee das schon lange leerstehende Schmucker-Gebäude an der Ecke Eberbacher Weg/Brunnengasse heraus. Es müsste aber noch von der Stadt erworben werden. Die Mandatsträger der neuen Fraktion wünschen sich eine Prüfung, ob dies so realisiert werden könnte und die Fläche ausreicht.

Soll es flächenmäßig zu knapp werden, müsste man über den Ankauf benachbarter Grundstücke nachdenken, heißt es von den Sozialdemokraten. Ein angrenzendes Grundstück im Eberbacher Weg sei bereits im Besitz der Stadt. Das ehemalige Schmcuker-Gebäude in  zentraler Lage hätte erhebliche Vorteile gegenüber den bis jetzt diskutierten Standorten (Häfengasse und unterhalb der Oberzent-Schule), wurde betont.

Die Nähe zur Apotheke ist gegeben, die beiden Geldinstitute befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft und auch die Haltepunkte des ÖPNV sind nicht zu weit entfernt. Gar nicht zu reden von dadurch angestoßenen städtebaulichen Entwicklung im Zentrum. „Alle umliegenden Liegenschaften profitieren von dieser Maßnahme“, war man sich einig. „Wir könnten uns auf eine positive Stadtentwicklung wie Beseitigung der Leerstände, Verschönerung und Belebung der Innenstadt und über mehr Tourismus freuen“, lautete die Hoffnung.

Die SPD will sich in den weiteren Beratungen für eine ergebnisoffene Überprüfung einsetzen. Natürlich müssten Meinungen von Fachleuten (Bauingenieur, Architekt usw.) eingeholt werden, ob diese Fläche realisiert werden kann, ist man sich klar. Fraktion und Bürgermeisterkandidat Thomas Ihrig waren sich einig, dass die Beratungen darüber in den Gremien in Ruhe und ohne Zeitdruck geführt werden müssen. Da dafür erhebliche finanzielle Mittel in die Hand genommen werden müssen, soll es ein Projekt aus einem Guss werden. Bis dahin kann sich das vorläufige Versorgungszentrum im Breimer-Gebäude bewähren.

Die SPD sieht in der Sicherstellung der ärztlichen Versorgung im Stadtgebiet ein sehr wichtiges, wenn nicht sogar das wichtigste kommunalpolitische Handlungsfeld. Ein gutes und wohnortnahes medizinisches Angebot gehört nach Auffassung der Parlamentarier zur Daseinsvorsorge. Daher werden auch alle Initiativen, die zu einer Verbesserung der heutigen Situation beitragen, wie etwa die Planungen bei der Seniorenresidenz „Henneböhl“, ausdrücklich begrüßt.

Die Mandatsträger stehen zu dem entwickelten Konzept für ein Gesundheitsversorgungszentrum und begrüßen es, dass in den vergangenen Wochen die Voraussetzungen für einen vorläufigen Betrieb im Breimer-Gebäude geschaffen wurden. Dort können nun die ersten Anbieter aus den verschiedenen Gesundheitsbereichen ihren Betrieb aufnehmen (ein Orthopäde praktiziert schon). Die Mitteilung, dass ab 1. Juli ein Hausarzt seine Tätigkeit aufnimmt und ein Augenarzt in der zweiten Jahreshälfte erwartet wird, sorgte für Freude.

Die sich aus den drei seitherigen Gruppierungen (Beerfelden, Hesseneck, Rothenberg) neu gebildete SPD-Fraktion Oberzent befasste sich auch mit weiteren anstehenden Sachthemen der neuen Stadt. Einmütig getroffen wurde eine Personalentscheidung: Erwin Körber, der langjährige Fraktionsvorsitzende in Beerfelden, wird die Fraktion auch in der vorläufigen Stadtverordnetenversammlung führen. Vertreten wird er von den beiden seitherigen Vorsitzenden im Parlament von Hesseneck und Rothenberg: Marcel Gerling und Brigitte Heckmann.

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